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Inhaltsverzeichnis

Regeln für neue Heizungen

Für die Installation neuer Heizungen gelten mehr oder weniger strenge Regeln. Wird z. B. eine neue Heizung in einem Gebäude installiert, muss diese stets durch einen Schornsteinfeger abgenommen werden. Dabei wird die Betriebssicherheit der Anlage geprüft - theoretisch darfst Du Deine Heizung also selber einbauen, auch wenn jeder Fachmann natürlich davon abraten würde.

Die Heizungsanlage darf laut Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes erst in Betrieb genommen werden, wenn die Abnahme durch den örtlichen Bezirksschornsteinfegermeister ordnungsgemäß erfolgt ist. Weitere Vorgaben sind in der EnEV festgeschrieben. Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben wird in regelmäßigen Abständen von den zuständigen Ordnungsbehörden geprüft.

Quelle: © Regio TV / youtube.com

Vorschriften für Förderungen meist strenger

Um eine Förderung für die neue Heizung zu erhalten, sind meist zusätzliche Vorschriften zu erfüllen. So ist es nötig, eine Fachunternehmererklärung vorzuweisen, die besagt, dass der Einbau ordnungsgemäß erfolgt ist. Zudem muss ein hydraulischer Abgleich stattgefunden haben, der den optimalen Betrieb der Anlage garantiert. Üblicherweise wird dieser bei der Installation der Heizung gleich mit durchgeführt und ist in der Rechnung enthalten.

Alle Heizungen mit Vorschriften im Vergleich

Bild: Gas-Brenner
Einige Varianten der Gasheizung sind erlaubt | © University of Salford Press Office / flickr.com CC BY

Durch das Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung 2014 / 2016 (EnEV 2014 / 2016) gelten für den Einbau von Heizungen für alle Heizungstypen genaue Vorschriften. Außerdem beinhaltet sie eine Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind.

Ausgenommen sind nur Gebäude, die bereits vor dem 01.02.2002 vom jetzigen Bewohner bewohnt wurden. Aber auch ein von der EU beschlossenes Produktionsverbot von Niedertemperaturkesseln hat Auswirkungen auf den Heizungsmarkt. In der folgenden Tabelle findest Du einen Überblick über alle Heizungen und die dazugehörigen Vorschriften, sowohl für Altbauten als auch für Neubauten.

Heizung Einbau erlaubt? Vorschriften Geltungsbereich
Gas-, Öl-Konstanttemperaturkessel Nein Müssen ausgetauscht werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind; Ausnahme: Jetziger Bewohner hat schon vor 01.02.2002 im Gebäude gewohnt Altbau
Gas-, Öl-Niedertemperaturkessel Ja Dürfen laut EU Beschluss nicht mehr gebaut werden; Einbau ist aber noch erlaubt; Abnahme durch Schornsteinfeger Altbau
Gas-, Öl-Brennwertheizung Ja Abnahme durch Schornsteinfeger Altbau
Pelletheizung Ja Hydraulischer Abgleich und Pufferspeicher (wenn noch nicht vorhanden) sowie Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen; Abnahme durch Schornsteinfeger Altbau
Hackschnitzelheizung Ja Hydraulischer Abgleich und Pufferspeicher (wenn noch nicht vorhanden) sowie Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen; Abnahme durch Schornsteinfeger Altbau
Scheitholzvergaser Ja Hydraulischer Abgleich und Pufferspeicher (wenn noch nicht vorhanden) sowie Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen; muss Emissionsgrenzen für Scheitholzvergaser einhalten; Abnahme durch Schornsteinfeger Altbau
Luft-Wasser-Wärmepumpe Ja Jahresarbeitszahl (JAZ) 3,5 oder höher, hydraulischer Abgleich; Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen Altbau
Sole-Wasser-Wärmepumpe Ja JAZ 3,8 oder höher, hydraulischer Abgleich; Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen Altbau
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Ja JAZ 3,8 oder höher, hydraulischer Abgleich; Austausch einer mindestens 2 Jahre alten Heizung um Förderung zu bekommen Altbau
Solarthermie WW* Ja (Als alleinige Anlage zur Warmwasserbereitung produziert sie im Winter nicht genug Wärme) Mindestkollektorfläche 3 m2 und Mindestpufferspeicher 200 Ltr. um Förderung zu bekommen Altbau
Solarthermie HU** Ja (Als alleinige Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung produziert sie im Winter nicht genug Wärme) Mindestkollektorfläche 9 (bei Flachkollektoren) bzw. 7 (bei Vakuumröhrenkollektoren) m2 und Mindestpufferspeicher 40 bzw. 50 Ltr./m² Kollektorfläche um Förderung zu bekommen Altbau
Brennstoffzelle Ja Hydraulischer Abgleich, Rohrleitungen dämmen, Einbau durch Fachunternehmen, Vollwartungsvertrag über 10 Jahre, Gesamtwirkungsgrad 0,82, elektrischer Wirkungsgrad 0,32 für Förderung; Abnahme durch Schornsteinfeger; muss über 50 % des jährlichen Wärmebedarfs decken Altbau
Elektroheizung Ja - Altbau
Gas-, Öl- Niedertemperaturkessel Nein Erfüllen Vorgaben der EnEV hinsichtlich Primärenergiebedarf nicht Neubau
Gas-, Öl-Brennwertheizung Ja, aber ... ... nur in Kombination mit Solarthermie HU** und zentraler Lüftungsanlage mit WR*** (EnEV); Abnahme durch Schornsteinfeger Neubau
Pelletheizung Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Pelletheizung gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher (30 Ltr. / kW) und Brennwerttechnik für Förderung; Abnahme durch Schornsteinfeger Neubau
Hackschnitzelheizung Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Hackschnitzelheizung gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher (30 Ltr. / kW) und Brennwerttechnik für Förderung, Abnahme durch Schornsteinfeger Neubau
Scheitholzvergaser Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Scheitholzvergaser gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher (55 Ltr. / kW) und Brennwerttechnik für Förderung; muss Emissionsgrenzen für Scheitholzvergaser einhalten; Abnahme durch Schornsteinfeger Neubau
Luft-Wasser-Wärmepumpe Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Wärmepumpe gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich; Flächenheizung, verbesserte Systemeffizienz oder JAZ mindestens 4,5 für Förderung Neubau
Sole-Wasser-Wärmepumpe Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Wärmepumpe gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich; Flächenheizung, verbesserte Systemeffizienz oder JAZ mindestens 4,5 für Förderung Neubau
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Ja 50 % des Wärmebedarfs muss von Wärmepumpe gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV 2016; hydraulischer Abgleich; Flächenheizung, verbesserte Systemeffizienz oder JAZ mindestens 4,5 für Förderung Neubau
Brennstoffzelle Ja 50 % des Wärmebedarfs muss gedeckt werden (EEWärmeG); erfüllt Anforderungen der EnEV; Abnahme durch Schornsteinfeger Neubau
Elektroheizung Ja Gebäude muss mindestens nach Passivhausstandard gedämmt sein Neubau

Regionale Vorschriften beachten

Neben den Vorschriften auf Bundesebene, wie etwa dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) oder der Energieeinsparverordnung (EnEV), gibt es auch auf regionaler Ebene Vorschriften, die es zu beachten und zu erfüllen gilt, um die CO2-Emissionen zu senken.

Hier wäre z. B. das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) in Baden-Württemberg zu nennen. Laut diesem Gesetz muss beim Einbau einer neuen Heizung der Anteil erneuerbarer Energien 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken. Das EWärmeG diente dem EEWärmeG als Grundlage.

Wichtige Punkte in der EnEV

Bild: Vorschriften
Haben Sie schon einen Energieausweis erstellt? | © sebastiankauer / flickr.com CC BY

Die Energieeinsparverordnung wurde geschaffen, um den CO2-Ausstoß in Deutschland deutlich zu senken. In ihrer aktuellen Form schreibt sie für Bestandsbauten vor, dass Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, ausgetauscht werden müssen, sofern das Gebäude nach dem 01.02.2002 erworben wurde.

Außerdem ist ein Energieausweis, der den energetischen Zustand einer Immobilie dokumentiert, für Verkauf und Vermietung von Gebäuden verpflichtend. Für Neubauten gilt eine Reduzierung des Primärenergiebedarfs gegenüber dem KfW Effizienzhaus 100 (sogenanntes Referenzhaus) um 25 Prozent. Die konkrete Höhe des maximalen Primärenergiebedarfs hängt jedoch immer von der jeweiligen Gesamtoberfläche der Gebäudehülle ab.

Für normale Gebäude bedeutet das, dass der Primärenergiebedarf 51 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr üblicherweise nicht überschreiten darf. Außerdem sind Neubauten so zu dämmen, dass sie gegenüber den Bestimmungen der alten Fassung der EnEV 20 Prozent mehr Energie sparen (U-Wert ≤ 0,368 Watt pro Quadratmeter Gebäudehülle und Kelvin Temperaturunterschied innen / außen).

Bußgelder und Strafen im Überblick

Wer glaubt, dass man die Vorschriften der EnEV, des EEWärmeG oder des EWärmeG umgehen kann, sei gewarnt. Die Missachtung von Vorschriften kann sehr teuer werden. So können allein Verstöße gegen die EnEV bis zu 50.000 Euro Bußgeld nach sich ziehen. Ebenso hoch kann das Bußgeld ausfallen, wenn gegen die Vorschriften des EEWärmeG verstoßen wird. Wer gegen das EWärmeG verstößt, kann sogar mit Geldbußen bis zu 100.000 Euro bestraft werden.

Mögliche künftige Vorschriften

Bild: Feuer-Alarm
Die Tendenz zu erneuerbaren Energien wird sich fortsetzen | © Tim Reckmann / flickr.com CC BY

Bereits jetzt regelt die EnEV 2014 für Neubauten von Behördengebäuden seit 2019 eine weitere Verschärfung der Gebäudestandards. Und für Neubauten von Wohngebäuden sieht die EU gleiches ab 2021 vor. Künftig sollen EnEV, EEG und EEWärmeG im dann neuen Gebäudeenergiegesetz zusammengefasst werden.

Inhaltlich bleibt aber alles wie gehabt. Um die Umsetzung zusätzlich zu forcieren und die CO2-Emissionen generell einzudämmen, hat die Bundesregierung in ihrem sogenannten Klimapaket zudem eine Steuer beschlossen. Diese soll auf CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas erhoben werden. Ab 2021 soll die Steuer 25 Euro pro Tonne CO2 betragen und ab 2025 auf 35 Euro steigen.

Ab 2026 soll dann ein Handel mit Verschmutzungsrechten freigegeben werden, wobei der Preis dann auf maximal 65 Euro pro Tonne CO2 begrenzt ist. Außerdem steht schon fest, dass Neubauten ab 2021 im Niedrigstenergiestandard gebaut werden müssen. Für Behördengebäude gilt dieser Standard schon seit 2019.

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