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Inhaltsverzeichnis

Heizungen und die Wärmewende in Deutschland

Bild: Wärmewende
Wende des Wärmemarkts: Jetzt eine neue Heizung kaufen? | © olivierk5 / pixabay CC0

Zum Thema Heizung gibt es einige interessante Fakten, die Du Dir vor dem Kauf einer neuen Anlage durchaus einmal anschauen solltest: Am häufigsten in Bestandsbauten in Deutschland vertreten sind immer noch Gasheizungen und Ölheizungen.

Der Anteil von Holzheizungen und Wärmepumpen ist aktuell noch gering, aber stetig steigend. 2017 waren Wärmepumpen erstmals die am häufigsten in Neubauten eingesetzte Heizung. Von den vorhandenen Heizungen sind hierzulande rund 32 % älter als 20 Jahre - hier besteht also noch viel Verbesserungspotential! Die Nutzung dieser veralteten Modelle führt nämlich zu hohen und vor allem vermeidbaren Wärme- und Geldverlusten sowie unnötigen Kohlendioxid-Emissionen.

Wenn man sich den Endenergieverbrauch eines Haushalts genauer anschaut, ist die Raum-Heizung etwa zu 70 %, die Warmwasserbereitung mit ungefähr 14 % am Verbrauch beteiligt. Die restlichen 16 % entfallen auf Dinge wie die Beleuchtung, Informations- und Kommunikationstechnik. Das bedeutet: Die Sanierung der Heizung ist sehr effektiv, um sowohl Energie als auch Kosten zu sparen - vorausgesetzt natürlich, die neue Heizung arbeitet effizienter als die alte.

Diese Zahlen werden in öffentlichen Diskussionen gerne vernachlässigt, aber wer von "Energiewende" spricht, darf eigentlich nicht nur den Umstieg auf erneuerbaren Strom meinen. Unter dem Begriff Energiewende versteht man grundsätzlich den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung - weg von Kernkraft und der Nutzung fossiler Brennstoffe. Zur Energiewende gehören deshalb die Stromwende und die noch wichtigere Wärmewende. Bei der Stromwende geht es vor allem um die Stromerzeugung, sekundär um eine Senkung des Verbrauchs. Der Wandel zur Nachhaltigkeit in diesem Bereich wird politisch bereits kommuniziert und im großen Rahmen umgesetzt.

Im Gegensatz dazu wurde die Energiewende im Wärmesektor bisher eher vernachlässigt, obwohl die Nutzung von Wärmeenergie mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland ausmacht. Nach Maßgabe der energetischen Vorschriften (EEG, EEWärmeG, EnEV) werden bisher hauptsächlich neue Gebäude optimiert, in Altbauten liegen weiterhin hohe Wärmeverluste vor. Um diese Werte zu senken, sind Maßnahmen wie der Austausch der alten Heizung sowie die Installation einer ergänzenden Wärmedämmung sinnvoll. So ließen sich die Ziele der Energiewende im Wärmebereich bereits durch Tausch von circa 7 Millionen alter Heizungen erreichen. Leider arbeiten derzeit noch 63 % der insgesamt 20,7 Millionen in Deutschland installierten Heizungen unzureichend effizient.

Bild: Wärmewende Energiewende
Der Wärmesektor ist extrem wichtig für die Energiewende | © deine-heizung.de

Vergleich: Kosten für eine neue Heizung

Bild: Vergleich Heizungen
Heizungen im Vergleich | © 5688709 / pixabay.com

Was kostet eine neue Heizung? Die Preisspanne zwischen den verschiedenen Anlagentypen ist groß. Eine neue Heizung, die in der Anschaffung vergleichsweise teuer ist, solltest Du allerdings nicht pauschal ausschließen. Mit einer neuen effizienten Heizung lassen sich etwa 14 % des Gesamtenergieverbrauchs und damit auch 14 % der Kosten einsparen.

Die initialen Kosten amortisieren sich also in absehbarer Zeit. Je nach Status quo rechnet sich die neue Heizung meist nach 5 - 12 Jahren. Welche neue Heizung zum Eigenheim passt, ist aber nicht nur eine Frage der Anschaffungskosten. Je nach Heizbedarf, Größe des Hauses, Dämmung und weiteren Faktoren entscheidet sich, welche Heizung am wirtschaftlichsten ist. Wir haben für Dich eine Übersicht zu den Anschaffungskosten der unterschiedlichen Heizungen und den Heizkosten zusammengestellt:

Anlage Heizkosten pro kWh Wartungskosten pro Jahr Anschaffungskosten (inklusive Einbau)
Gasheizung mit Brennwertkessel 7 ct pro kWh 200 € 7.500 €
Ölheizung mit Brennwertkessel 6 ct pro kWh 250 € 9.000 €
Wärmepumpe 5 ct pro kWh 50 € Ab 15.000 €
Hackschnitzelheizung 3 ct pro kWh 300 € 18.000 €
Pelletheizung 5 ct pro kWh 300 € 20.000 €
Scheitholzvergaser 3 ct pro kWh 300 € 10.000 €
Elektroheizung 29 ct pro kWh - 6.000 €
Solarthermie (Warmwasser) - 130 € 5.000 €
Solarthermie (Heizungsunterstützung) - 130 € 10.500 €

Heizungen gestern, heute und morgen

Bild: Heizungen im Wandel der Zeit
Heizungen im Wandel der Zeit | © Free-Photos / pixabay CC0

Im Laufe der Zeit hat sich im technischen Bereich der Heizungen viel getan; dies wird auch in Zukunft so weitergehen. Heutzutage gibt es neben den konventionellen Heizungen (mit Öl, Gas oder Strom) zudem Lösungen mit erneuerbaren Energien wie Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarthermie.

Aktuell heizen die meisten Deutschen noch mit einer Gas- oder Ölheizung. Dies kann aber nicht ewig weitergehen: Die Quellen für fossile Brennstoffe sind endlich, folglich werden die Kosten in nächster Zeit voraussichtlich weiter steigen.

Mit Blick auf die Zukunft sind daher Heizsysteme wie Wärmepumpen, die die Wärmeenergie aus der Umwelt beziehen, sehr wichtig. Bereits heute werden Wärmepumpen als Standardlösung im Neubau gesehen. Es ist abzusehen, dass sie im Sprachgebrauch bald synonym mit Heizung genutzt werden. In Altbauten sind Wärmepumpen oftmals wenig rentabel. Hier entscheidet besonders der Gesamtzustand des Gebäudes darüber, welche erneuerbare Energie für eine neue Heizung in Frage kommt.

Es ist absehbar, dass durch Wärmepumpen, aber auch durch die Weiterentwicklung von Elektroautos und Stromspeichern für Eigenheime, der Strom als Energieträger an Bedeutung gewinnt. Die Verknüpfung der Smart-Grids mit intelligenten Stromzählern, Elektromobilität und ähnlichen Zukunftsvisionen werden zumindest in Ballungsgebieten leichter mit Wärmepumpen, als mit Gasheizungen oder Ölheizungen zu realisieren sein.

Auch Holzheizungen und Sonnenwärme (Solarthermie) werden in der "Zukunft des Heizens" einen gewissen Stellenwert haben. Als absolute Standardlösung für Jedermann kommen nach aktuellen Gesichtspunkten (Effizienz und Kosten) allerdings eigentlich nur Wärmepumpen in Frage. Wie sich hierbei die Altbauten entwickeln werden, hängt besonders von der Sanierungsrate mit Fokus auf Dämmungen ab. Bis 2050 sieht die EU einen klimaneutralen Gebäudebestand vor. Wie schnell diese Pläne in Deutschland umgesetzt werden, ist aber noch nicht abzusehen.

Grafik: Welche Heizung
Wie heizt Deutschland? | © deine-heizung.de

Dämmungen haben Einfluss auf den Heizungsmarkt

Die Auswahl einer neuen Heizung ist auch von der Dämmung des Eigenheims abhängig. Einige Heizungen sind nur dann effizient, wenn die Wärmeverluste des Gebäudes sehr gering sind. Andere Systeme zeigen ihr Potenzial nur, wenn ein hoher Energiebedarf besteht. Dies ist beispielsweise bei großen Gebäuden oder Häusern mit schlechterer Dämmung der Fall: Immer wenn eine große Menge Brennstoff benötigt wird, dann sind niedrige Brennstoffkosten selbst bei teuren Heizungsanlagen wirtschaftlich.

Die Pläne von Bundesregierung und EU, bis 2050 den Gebäudebestand klimaneutral zu gestalten, bedingen eine Aufrüstung der Dämmung bestehender Häuser. Man sollte "Dämmung" in diesem Fall aber nicht mit Styropor gleichsetzen, welches in den letzten Jahren stark in verruf geraten ist. Es gibt viele alternative Dämmungen aus erneuerbaren Rohstoffen, die sogar noch bessere Dämmwirkungen haben als synthetische Dämmungen. Aufgrund des geringen Energiebedarfs werden in Zukunft dann immer mehr Menschen aus rein ökonomischen Gesichtspunkten eher zur Wärmepumpe als zur Gas- oder Ölheizung greifen. Die positive Wirkung auf das Klima wird dann zum Selbstläufer.

Preisentwicklung verschiedener Brennstoffe

Die Preisentwicklung der verschiedenen Brennstoffe für Heizungen vorauszusagen, ist sehr schwierig. Wie viel ein Rohstoff kostet, ist von Faktoren wie Angebot und Nachfrage, der Verfügbarkeit der Ressourcen, der politischen Situation und weiteren Punkten abhängig. Daher sind die Preise oftmals Schwankungen unterworfen. Dies zeigt sich beispielsweise an den Ölpreisen.

Die Prognose lautet hier, dass mit sinkenden Öl-Reserven die Preise in die Höhe schießen werden; auch kurzzeitige Preistiefs werden nie lang anhalten. Beim Rohstoff Holz kann man nur spekulieren. Wenn es zu einem plötzlichen Boom kommt und die Nachfrage wächst, dann können Preisschwankungen folgen. Vermutlich bleiben die Preise aber stabil. Die Preise für Strom sind nicht genau vorherzusehen. Zwar sinken die Herstellungskosten sowie die Preise an den Strombörsen, diese Entwicklung ist für den Verbraucher jedoch nicht zu spüren.

Begründet liegt dies vor allem in hohen Steuern und Abgaben, bedingt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Bevorzugung großer Industriebetriebe durch dieses. Das Gesetz fördert das Einspeisen von Strom, der zum Beispiel durch Photovoltaikanlagen produziert wird. Diese Einspeisevergütung wird von den Verbrauchern über die EEG-Umlage mitfinanziert.

Industriebetriebe mit hohem Energieverbrauch können sich von dieser Umlage befreien lassen und tun dies für gewöhnlich auch. Dadurch muss dieser Betrag von den anderen Verbrauchern mitgetragen werden. Da aber die EEG-Umlage langsam rückläufig ist, bleibt abzuwarten, ob die Strompreise in den nächsten Jahren sinken werden.

Preisvergleich für Brennstoffe

  • Strom: ~ 0,29 € / kWh
  • Wärmepumpen-Strom (~ 0,22 €) - entspricht 0,0505 € / kWh bei COP 4,0
  • Erdöl: ~ 0,06 € / kWh
  • Erdgas: ~ 0,07 € / kWh
  • Holzpellets: ~ 0,06 € / kWh

Welche neue Heizung sollte ich kaufen?

Bild: Kauf Beratung
Welche neue Heizung ist die beste für Dein Haus? | © Ippicture / fotolia.com

Bei der Wahl einer neuen Heizung sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Grundsätzlich lässt sich festhalten: DIE Heizung - unabhängig vom Haus betrachtet - gibt es nicht. In Neubauten ist der Griff zur Wärmepumpe aber meist die einfachste Wahl. Bei der Heizungssanierung kommt es immer auf den individuellen Zustand des Gebäudes an.

Wie hoch ist der Heizenergiebedarf? Ist das Haus bereits gedämmt? Funktioniert ein Niedertemperatursystem? Nach einer Dämmung verringern sich die Wärmeverluste über die Gebäudehülle. Dies macht die Anschaffung einer Wärmepumpe wirtschaftlich.

Ist eine Sanierung in der Zukunft geplant? Dann solltest Du dies bereits bei der Wahl der neuen Heizung einplanen, da ein Haus immer als ein zusammenhängendes Konstrukt funktioniert. Wenn erst die Heizung ausgetauscht und nach ein paar Jahren eine Wärmedämmung installiert wird, ist die ausgewählte Heizung möglicherweise falsch dimensioniert.

Heizung Neubau Altbau
Gasheizung Mit Brennwert-Technik mittelfristig eine gute Lösung, muss mit erneuerbarer Energie kombiniert werden Wahrscheinlich die kostengünstigste Alternative bei schlecht gedämmten Häusern; immer auf Brennwert-Technik achten
Ölheizung Mit Brennwert-Technik mittelfristig eine gute Lösung, muss mit erneuerbarer Energie kombiniert werden In der Anschaffung günstig, langfristig aber teure und wenig zukunftsträchtige Option
Elektroheizung Streng reglementiert, nicht ökonomisch umsetzbar Durch hohe Betriebskosten nur als Zusatzheizung zu empfehlen
Holz- / Pelletheizung Im Einfamilienhaus eher unüblich, da hohe Wärmeleistung - im Mehrfamilienhaus oder gewerblich oft genutzt Für ungedämmte Altbauten eine gute Alternative mit erneuerbarer Wärme
Wärmepumpe Für Neubauten sehr empfehlenswert; vor allem mit erneuerbarem Strom sehr ökologisch Meist nur nach Dämmung oder mit niedriger Vorlauftemperatur sinnvoll; Wärmeleistung für ungedämmte Gebäude oft nicht ausreichend

Beste Heizung für einen Neubau

Die Wärmepumpe ist für einen Neubau generell immer eine gute Lösung, da dieses System die Wärme aus der Umgebung umweltschonend nutzt. Welche Wärmepumpe für das Eigenheim sinnvoll ist, hängt vom Gesamtkonzept sowie dem Standort des Gebäudes und dem Budget ab. Als Standard für Neubauten gilt die Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Diese Heizung zeichnet sich durch niedrige Anschaffungskosten und die einfache Erschließung der Wärmequelle (Luft) aus. Alternativ wären noch Sole-Wasser-Wärmepumpen, Wasser-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Luft-Wärmepumpen möglich, je nach Gegebenheiten. Wärmepumpen im Neubau haben den großen Vorteil, dass sie sehr geringe Heizkosten verursachen.

Mit diesen Einsparungen amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten in kurzer Zeit. Eine hohe Effizienz erreichst Du außerdem mit einer Brennwert-Gasheizung oder Brennwert-Ölheizung. Besonders vorteilhaft ist, dass moderne Brennwertkessel wenig Platz benötigen. Beide sind im Neubau nur noch in Kombination mit erneuerbarer Energie (z. B. Solarthermie, Photovoltaik) gestattet.

Wenn allerdings genügend Platz vorhanden ist, dann kann man sich auch für eine umweltfreundliche Biomasse-Heizung entscheiden, obgleich viele Anlagen für moderne Häuser zu überdimensioniert sind. Wer aber die angenehme Wärme eines Kamins mag, kann mit einer wassergeführten Bauart die Heizkosten im Neubau häufig noch weiter senken.

Quelle: © Volker Quaschning / youtube.com

Neue Heizung im Altbau

Du wohnst in einem Altbau und bist auf der Suche nach einer neuen Heizung? Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für alle, die weiterhin mit einer Ölheizung oder Gasheizung heizen möchten, ist eine moderne Brennwertanlage eine sinnvolle Erneuerung. Herkömmliche Ölheizungen oder Gasheizungen ohne Brennwerttechnik sind vor allem deshalb weniger effizient und umweltfreundlich, da das Abgas ungenutzt entweicht.

Damit geht ein Teil der vorhandenen Energie verloren. Die alte Heizwerttechnik nutzt nämlich nur die rein Energie, die bei der Verbrennung des jeweiligen Brennstoffs frei wird. Genau bei dieser Schwäche setzt die Brennwerttechnik an: Ein effizienter Brennwertkessel nutzt nämlich auch die Wärmeenergie, die beim Kondensieren des Wassers im Abgas frei wird, und ermöglicht damit einen Nutzungsgrad von über 100 %.

Sinnvoll im Altbau ist die Kombination einer Verbrennungsheizung mit einer Solarthermieanlage. Diese ist grundsätzlich in allen Häusern zu empfehlen. Das System dient der Warmwasserbereitung oder zusätzlich zur Heizungsunterstützung. Unter ökologischen Aspekten ist eine Solarthermieanlage sehr umweltfreundlich, finanziell gesehen bleiben größere Einsparungen allerdings aus.

Bei einem ungedämmten Haus mit hohem Wärmebedarf eignet sich eine Holzheizung (Pelletheizung, Hackschnitzelheizung oder Stückholzheizung), da man unter diesen Umständen besonders vom günstigen Brennstoff profitiert. Unter bestimmten Aspekten kann eine Wärmepumpe auch im Altbau vorteilhaft sein:

Immer wenn niedrige Vorlauftemperaturen ausreichen, arbeitet eine Wärmepumpe effizient. Dies ist der Fall, wenn das Gebäude bereits gut gedämmt ist und/oder über eine Flächenheizung verfügt. Eine Dämmung sorgt dafür, dass Heizkörper mit niedrigen Temperaturen den Raum konstant und ausreichend aufheizen können.

Nachtspeicherheizung ersetzen

Etwa 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen gibt es in Deutschland. Es handelt sich bei dieser Heizung um eine elektrische Speicherheizung, die Strom in Wärmeenergie umwandelt. Der Wärmespeicher wird hierbei in Schwachlastzeiten - vor allem in der Nacht - aufgeheizt.

In der Vergangenheit, als es stark differierende Stromtarife (Tagstrom und Nachtstrom) gab, war diese Funktionsweise sehr vorteilhaft. Heutzutage geht dieses Konzept allerdings nicht mehr auf: Zwar gibt es noch Nachtstrom, dieser ist aber nur unmerklich günstiger. Damit ist das System hinfällig. Die Nachtspeicherheizung ist allerdings gesetzlich nicht untersagt.

Das Verbot für Nachtspeicherheizungen gemäß der Energiesparverordnung 2009 wurde im Jahr 2013 wieder aufgehoben. Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften ist festzuhalten: Eine Nachtspeicherheizung ist in den seltensten Fällen wirtschaftlich. Sinnvolle Alternativen sind Ölheizungen oder Gasheizungen mit Brennwerttechnik, Holzheizungen oder Wärmepumpen. Selbst mit der ganzen neuen Heizungstechnik haben sich Alternativen zum Nachtspeicher nach 4 - 6 Jahren amortisiert.

Vorschriften für eine neue Heizung

Bild: Vorschriften Heizung
Welche Vorschriften gelten für eine neue Heizung? | © ri / pixabay CC0

Wer sich mit dem Kauf einer neuen Heizung beschäftigt, wird früher oder später über die Abkürzungen EnEV, EEG und EEWärmeG stolpern. Was bedeuten diese Abkürzungen überhaupt und welche gesetzlichen Richtlinien für die Wahl der Heizung stecken dahinter?

Beginnen wir mit der Energieeinsparverordnung (EnEV): Sie sorgt dafür, dass die Standards zur Energieeffizienz von Gebäuden eingehalten werden. Das Ziel ist es, die Energieversorgung durch erneuerbare Energieträger noch weiter auszubauen.

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) legt den Fokus auf den Klimaschutz, indem der Bau von Anlagen mit erneuerbaren Energieträgern verstärkt wird. Enthalten ist zudem die Einspeisevergütung und damit die indirekte Förderung für Photovoltaikanlagen. Das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) kann als Ergänzung des EEGs gesehen werden. Dieses Gesetz schreibt vor, dass der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Erzeugung von Wärmeenergie auf 14 % erhöht wird. Dies gilt ausschließlich für Neubauten.

Die grüne Landesregierung führte 2015 zudem in Baden-Württemberg das EWärmeG ein, eine Erweiterung des EEWärmeG, welches im Altbau ebenfalls die Nutzung von mindestens 15 % erneuerbaren Energien vorschreibt. Ob sich dieses Gesetz aber auf andere Bundesländer ausweiten wird, oder auch in Baden-Württemberg nach einem möglichen Regierungswechsel wieder verschwinden wird, ist noch nicht abzusehen.

Eine konventionelle Gasheizung ist nach diesen Regelungen im Neubau gar nicht mehr zugelassen. In Kombination mit Brennwerttechnik oder Solarthermie kann eine Gasheizung aber selbst im Neubau verbaut werden. In der folgenden Übersicht erfährst Du mehr über die Vorschriften für Neubau und Altbau.

Vorschrift Neubau Altbau
EEWärmeG 2009   Erzeugung der Wärmeenergie mit mindestens 14 % erneuerbaren Energien  
Mindestanforderung: Solarthermie 15 % des Bedarfs; feste/flüssige Biomasse & Geothermie: 50 % des Bedarfs  
Sonstiges: Abwärme oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen): mind. 50 % des Bedarfs; Fernwärme/-kälte oder verbesserte Energieeinsparung beim Gebäude  
EnEV 2014/2016    Temperatur-Regler: Zentralheizungen und Heizungen mit Wasser als Energieträger müssen mit Reglern ausgestattet sein
Immer Energieausweispflicht Energieausweispflicht bei Verkauf oder Vermietung
Senkung des Jahres-Primärenergiebedarf um 25 % (Vergleich zu Referenzhaus) Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke; Austausch von Anlagen die vor 1985 eingebaut wurden und Konstanttemperaturkesseln die älter als 30 Jahre sind; Dämmung von ungedämmten Rohrleitungen in unbeheizten Räumen Befreiung von EnEV: Eigentümer von kleinerem Wohnhaus (max. Zweifamilienhaus), der die Wohnung bereits am 01.02.2002 selbst bewohnte; bei Eigentümerwechsel gilt eine zweijährige Schonfrist
Heizung: Biogas, Pelletheizung, Wärmepumpen - Gasheizung und Ölheizung nur in Kombination mit Brennwerttechnik und Solarthermie Verbot: Heizkessel mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen, die vor dem 01.01.1985 eingebaut wurden. Ausnahmen: Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel, Anlagen mit Nennleistung von weniger als 4 kW oder mehr als 400 kW, Warmwasserbereitung

Wann ist ein Heizungstausch verpflichtend?

Insgesamt lässt sich festhalten: Im Neubau sind nur die Heizungen zugelassen, welche die gegebenen Vorschriften - EnEV, EEG, EEWärmeG sowie gegebenenfalls EWärmeG - erfüllen. Beispielsweise wäre eine konventionelle Ölheizung im Neubau in Kombination mit Brennwertkessel und Solarthermie gestattet. Im Altbau ist generell keine Heizung verboten.

Doch eine Ausnahme gibt es: Das ist der Konstanttemperaturkessel. Diese Heizung verbraucht enorm viel Energie und führt daher zu hohen Heizkosten. Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen daher ausgetauscht werden. Es gibt allerdings einige Ausnahmen: In einem Ein- oder Zweifamilienhaus, das man bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, gilt die Austauschpflicht nicht.

Ebenso sind Anlagen in Mehrfamilienhäusern mit einer Nennleistung von mehr als 400 kW sowie kleine Anlagen mit einer Nennleistung von weniger als 4 kW von der Pflicht ausgenommen. Niedertemperaturkessel hingegen sind vielerorts noch in Betrieb. Ein ganzheitliches Verbot liegt bisher nicht vor. Diese Heizkessel dürfen nur noch unter bestimmten Umständen hergestellt werden, der Verkauf ist hingegen nicht verboten. Außerdem besteht keine Austauschpflicht, wenn mit einem Niedertemperaturkessel geheizt wird.

Förderung für eine neue Heizung

Bild: Förderung Heizung
Staatliche Heizungsförderung lohnt sich! | © rawpixel / pixabay CC0

Beim Einbau einer neuen oder dem Austausch einer alten Heizung entstehen zunächst einmal Kosten. Um diese für Eigenheimbesitzer möglichst gering zu halten, vergibt der Staat Zuschüsse für viele neue Heizungen. Grundsätzliche Unterschiede bestehen zwischen Neubau und Altbau.

Während im Altbau eher Einzelmaßnahmen gefördert werden, kommt das Prinzip der gesonderten Heizungs-Förderung im Neubau eher weniger zum Tragen. Hier wird der Bau des gesamten Hauses (inklusive Heizung) durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Krediten gefördert - sofern es einem KfW-Effizienzstandard entspricht.

Statt dem reinen Zuschuss wie im Altbau, gibt es einen zinsgünstigen Kredit und einen Tilgungszuschuss, der zwar nicht ausgezahlt aber von der Kreditsumme abgezogen wird. Dieser Tilgungszuschuss ist dabei deutlich höher als die reinen Zuschüsse im Altbau, die direkt ausgezahlt werden. Setzt man auf erneuerbare Energien, dann gibt es allerdings noch reine Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) obendrauf. Die umfangreichste Förderung, die Du in Deutschland für einen Neubau erhalten kannst, ist die Förderung der KfW zum KfW-Effizienzhaus. Über den Kredit 153 erhältst Du einen Kredit über bis zu 100.000 € je Wohneinheit (Wohnung oder Einfamilienhaus).

Die genauen Zinssätze variieren nach Laufzeit des Kredits. In jedem Fall ist es möglich, einen Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 15.000 € zu erhalten. Um den Maximalwert zu erreichen, muss ein Effizienzhaus 40 Plus vorliegen. Effektiv bedeutet das, dass weniger zurückgezahlt werden muss, als man ursprünglich von der KfW erhalten hat. Natürlich gibt es auch einige Dinge, die zu beachten sowie Anforderungen, die zu erfüllen sind. Vor allem ist essenziell, dass der Kredit 153 nicht für den Erwerb einer Heizung, sondern für den Bau des Hauses gedacht ist.

Das bedeutet, dass keine weitere Förderung der KfW für dasselbe Gebäude beantragt werden kann. Zudem ist der Tilgungszuschuss an die energetische Effizienz gebunden, je effizienter das Gebäude am Ende ist, desto höher wird der Zuschuss ausfallen. Aus diesem Grund ist es im Normalfall sinnvoll, eine Wärmepumpe in den Neubau einzusetzen. Zusätzlich werden Wärmepumpen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Je nach Art der Wärmepumpe kannst Du bis zu 15.000 € Förderung vom BAFA bekommen. Diese ist an keine weiteren Bedingungen geknüpft und kein Kredit, sondern ein Zuschuss.

Förderung (Neubau) Kredithöhe Zuschuss (Tilgung) Energiebedarf  Zusatzbedingungen
KfW Effizienzhaus 55 Max. 100.000 € 5 % / maximal 5.000 € 55 % von EnEV 2009 -
KfW Effizienzhaus 40 Max. 100.000 € 10 % / maximal 10.000 € 40 % von EnEV 2009 -
KfW Effizienzhaus 40 Plus Max. 100.000 € 15 % / maximal 15.000 € 40 % von EnEV 2009 + Zusatzbedingungen Stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien; Stromspeicher; Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung; Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface

Antragstellung im Neubau

Bevor Du mit irgendwelchen Bauarbeiten beginnen kannst, musst Du den Antrag zur Förderung stellen. Noch einen Schritt davor steht die Planung des Gebäudes. In Zusammenarbeit mit einem Architekten und Energieberater planst Du die gesamten Baumaßnahmen.

Je nachdem, welche Vereinbarungen getroffen werden, wird das Haus am Ende einem bestimmten Energiestandard entsprechen. Dieser Punkt ist wichtig, denn er bedingt, wie viel Geld man von der KfW erstattet bekommt. Erst wenn alle Planungen abgeschlossen sind, stellst Du den Antrag bei der KfW. Sobald dem Antrag stattgegeben wurde, kannst Du das Geld bei Deiner Bank abrufen und mit den Bauarbeiten beginnen.

Förderung für Heizungs-Tausch im Altbau

Auch wer im Altbau die Heizung austauschen möchte, muss nicht auf Förderung durch KfW und BAFA verzichten. Seitens der KfW hast Du die Wahl zwischen Zuschuss oder Kredit. Zu nennen sind der KfW-Zuschuss 430 oder der KfW-Kredit 152 für den Austausch von Heizungen mit fossilen Brennstoffen (u. a. Gas oder Öl). Es gilt besonders zu beachten, dass der Antrag vor der Umsetzung und zusammen mit einem Energieberater eingereicht wird. Zu den förderfähigen Kosten zählen in der Regel zudem notwendige Zusatz- und Anschlussarbeiten.

Das BAFA fördert ebenso wie im Neubau den Einbau verschiedener Heizungen, die auf erneuerbare Wärme zurückgreifen. Der Zuschuss vom BAFA ist dabei aber nur mit dem Ergänzungskredit 167 zur Umstellung der Heizungsanlage auf erneuerbare Energien der KfW kombinierbar. Entscheidest Du Dich hingegen für den Kredit 152 oder den Zuschuss 430 der KfW, kannst Du die Anlage nicht zusätzlich über das BAFA fördern lassen.

Programme für Altbau Förderung Antragstellung
KfW 430 10 - 15 % der Kosten als Zuschuss, maximal 7.500 € Vor Umsetzung der Maßnahme, mit Energieberater
KfW 152 Kredit bis zu 50.000 €, davon 7,5 % Tilgungszuschuss Vor Umsetzung der Maßnahme, mit Energieberater
     
BAFA Biomasse Zuschuss 2.000 - 4.800 € Vor Umsetzung der Maßnahme
BAFA Solarthermie Zuschuss 500 - 2.000 € Vor Umsetzung der Maßnahme
BAFA Wärmepumpe Zuschuss 1.300 - 15.000 € Vor Umsetzung der Maßnahme
BAFA KWK Zuschuss 1.900 - 3.500 € Vor Umsetzung der Maßnahme

Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Bild: Kosten Heizung
Welche Heizung lohnt sich für mich? | © DayronV / pixabay CC0

Bei der Auswahl der neuen Heizung ist ein entscheidender Faktor, ob sich der Austausch bei bestehenden Anlagen auch finanziell lohnt. Dazu müssen alle Kosten wie die Anschaffungskosten, Energiekosten und Wartungskosten berücksichtigt werden.

Wenn die Anschaffung sehr preisintensiv ist, kann sich die Anlage bei niedrigen Betriebskosten im Laufe der Zeit amortisieren. Wichtig ist hierbei, dass die Heizung für das jeweilige Gebäude richtig dimensioniert ist. Im Neubau die richtige beziehungsweise preisgünstigste Heizung zu bestimmen ist leicht. Hierzu stellt man einfach die jährlichen Gesamtkosten verschiedener Anlagen gegenüber und vergleicht die Kosten nach einigen Jahren:

Heizung Anschaffungskosten Gesamtkosten nach 10 Jahren Gesamtkosten nach 20 Jahren
Ölheizung (Brennwert) + Solarthermie 19.500 € 27.500 € 38.000 €
Gasheizung (Brennwert) + Solarthermie 18.000 € 26.000 € 36.500 €
Pelletheizung 20.000 € (abzgl. 3.500 € Förderung) 24.000 € 33.500 €
Luft-Luft-Wärmepumpe 15.000 € 22.000 € 31.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.000 € 21.000 € 29.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 25.000 € (abzgl. 4.000 € Förderung) 25.500 € 32.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 20.000 € (abzgl. 4.500 € Förderung) 20.500 € 27.000 €

Noch hinzu kommen die Kosten für den Bau eines Schornsteins. (Dieser entfällt bei Wärmepumpen.) Je nach Bauweise kann ein Schornstein zwischen etwa 300 und 4.200 € kosten. Zusätzlich werden noch Montagekosten von um die 300 - 600 € fällig.