Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
OK

Konventionelle Heizung gesucht?

kostenlose Angebote | regionale Betriebe | 100% unverbindlich

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Infrarotheizung?

Die Infrarotheizung stellt eine Spezialform der Elektroheizung dar. Durch den Einsatz von Infrarottechnik generiert die Infrarotheizung schnell und punktuell Hitze. Diese Technik kann insbesondere sinnvoll sein, um selten bewohnte Räume für einen kurzen Zeitraum zu beheizen.

Während herkömmliche Heizkörper die Luft erhitzen, strahlt die Infrarotheizung elektromagnetische Wellen aus, die für den Menschen völlig ungefährlich sind. Sobald die Strahlen auf feste oder flüssige Körper treffen, werden diese erhitzt und geben Wärme an ihre Umgebung ab. Auf diese Weise kann eine schnelle Beheizung ohne längere Vorlaufzeit, wie bei wassergeführten Heizsystemen, erreicht werden.

Vorteile und Nachteile einer Infrarotheizung

Neben der kurzen Vorlaufzeit hat die Infrarotheizung auch noch andere Vorteile gegenüber klassischen Öl- und Gasheizungen. Diese Vorteile gehen jedoch nicht ohne entsprechende Nachteile in anderen Bereichen einher. Im Folgenden findest Du deshalb eine tabellarische Darstellung der relevanten Vorteile und Nachteile im Vergleich.

Vorteile Nachteile
Geringe Anschaffungskosten im Vergleich zu Öl und Gas Hohe Betriebskosten im Vergleich zu Öl und Gas
Lange Lebensdauer & keine Wartungskosten Kann nur gut gedämmte Räume effizient heizen
Keine lange Vorlaufzeit Kann nur kleine Räume effizient heizen

*Anschaffungskosten + Wartungs-/ und Stromkosten

Sinnvolle Anwendungsbereiche

Unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen der Infrarotheizung lassen sich eine überschaubare Anzahl sinnvoller Anwendungsbereiche ausmachen. Hierbei handelt es sich vor allem um Szenarien, welche die kurzfristige Beheizung von kleinen oder gut gedämmten Räumlichkeiten vorsehen. Du findest einige Ausnahmefälle, bei welchen der Einsatz einer Infrarotheizung sinnvoll sein kann.

Für Passivhäuser (Ausnahmefälle)

Grafik: Passivhaus mit blauem Himmel
Für Passivhäuser wie dieses ist eine Infrarotheizung geeignet | © austrocasaro / pixabay.com

Unter einem Passivhaus wird ein Haus verstanden, das aufgrund seiner ausgezeichneten Wärmedämmung keine klassische wassergeführte Gebäudeheizung benötigt. Da ein großer Teil der Wärme bereits aus passiven Quellen wie der Sonneneinstrahlung oder der Abwärme von Körpern kommt, wird im Zweifelsfall lediglich eine geringe Heizleistung benötigt.

In diesem Fall ist die Infrarotheizung geeignet, um spontan und über einen kurzen Zeitraum zusätzliche Wärme zur Verfügung zu stellen, falls die passive Wärmegenerierung des Hauses nicht ausreicht. Dadurch, dass die Infrarotheizung nur kurzfristig eingesetzt wird, fallen deutlich geringere Kosten an als bei einer klassischen Öl- oder Gasheizung. Alternativ lässt sich ein Passivhaus allerdings mit einer passend dimensionierten Wärmepumpe noch einmal deutlich effizienter und damit auch umweltfreundlicher beheizen.

Selten genutzte Räume und Anbauten

Auch in selten genutzten Räumen und Anbauten wie einem Wintergarten kann das Heizen mit einer Infrarotheizung sinnvoll sein. Natürlich ist der genaue Wirkungsgrad auch hier von der Dämmung des Raumes abhängig, allerdings sind die Kosten dadurch, dass der Raum nur über einen sehr kurzen Zeitraum geheizt wird, sowieso eher gering.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Die Anschaffungskosten einer Infrarotheizung sind besonders von der Leistung (in Watt) und dem jeweiligen Hersteller abhängig. Eine Infrarotheizung mit einer Leistung von 200 Watt kannst Du bereits für 100 Euro erwerben, während ein Modell mit einer Leistung von 1500 Watt sogar 800 Euro und mehr kosten kann. Im Folgenden findest Du mehr zu den Kosten und der Wirtschaftlichkeit der Infrarotheizung.

Anschaffung: Einzeln und für ein ganzes Haus

Während die Anschaffung einzelner Infrarotheizungen für wenig genutzte Zimmer sinnvoll und kostengünstig sein kann, steigen die Kosten schnell, wenn ein gesamtes Haus mit Hilfe von Infrarotheizungen beheizt werden soll. Besonders in einem Haus mit großen Zimmern und schlechter Dämmung können mehrere Heizkörper pro Raum nötig sein.

So beträgt die benötigte Heizleistung für einen Raum mit 25 Quadratmetern etwa 2.500 Watt. Für einen solchen Raum könnte die Installation von 4 bis 5 Heizkörpern mit einer Leistung von 400 bis 500 Watt nötig sein. Bei Kosten von mehreren hundert Euro pro Heizkörper wird diese Variante schnell teuer.

Laufende Kosten und Wirtschaftlichkeit

Durch die lange Lebensdauer und wartungsfreie Bauweise der Infrarotheizung fallen laufende Kosten lediglich in Hinblick auf die Stromkosten an. Diese lassen sich aus der beanspruchten Heizleistung in Kilowattstunden (kWh) und dem Kilowattstundenpreis berechnen. In Deutschland liegt der Preis pro kWh aktuell bei 29 bis 30 Cent. Zum Beheizen eines modernen Vierpersonen-Neubaus mit effizienter Dämmung und Heiztechnik werden jährlich etwa 1.300 kWh Heizwärme kalkuliert. Ein sanierter Altbau hingegen benötigt etwa 19.500 kWh Heizwärme.

Es ist also nicht schwer zu erkennen, dass die laufenden Heizkosten der Elektroheizung deutlich über denen von Wärmepumpen liegen. Auch klassische Öl- und Gasheizungen sind im Betrieb immer noch günstiger. Deshalb lohnt sich der Einsatz der Infrarotheizung aus wirtschaftlicher Perspektive nur dann, wenn die eingesparten Wartungskosten die realen Heizkosten überschreiten. Beispielrechnung für einen Neubau:

Betriebsdauer in Jahren Gesamtkosten* Sole-Wasser-Wärmepumpe Gesamtkosten* Infrarotheizung
5 ca. 15.300 € ca. 14.900 €
10 ca. 18.000 € ca. 25.200 €
15 ca. 21.100 € ca. 37.200 €
20 ca. 24.700 € ca. 51.100 €
25 ca. 28.900 € ca. 67.200 €

Erfahrungen und Test-Ergebnisse

Bild: Mann auf Sofa mit Laptop
Eine Infrarotheizung kann sinnvoll sein - wenn die Bedingungen stimmen | © StartupStockPhotos / pixabay.com

Personen, die eine Infrarotheizung im Eigenheim installiert haben, berichten häufig von den geringen Anschaffungs- und Wartungskosten sowie der einfachen Installation.

Wenn die zu beheizenden Räume eine geringe Größe aufweisen, berichten einige Leute sogar von eingesparten Heizkosten im Vergleich zur vorherigen Ölheizung. Unter den richtigen Umständen kann eine Infrarotheizung also auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein.

Auch diverse unabhängige Tests, die sich mit dem Nutzen von Infrarotheizungen auseinandergesetzt haben, sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Infrarotheizungen unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein kann. Für den Verbraucher ist es hierbei wichtig, sich nicht von unhaltbaren Werbeversprechen locken zu lassen und sich im Vorhinein genaue Überlegungen zur Anschaffung eines solchen Heizsystems zu machen.

Welche Größe für Infrarotheizungen?

Die benötigte Heizleistung einer Infrarotheizung ist stark von der Dämmung und Größe eines Raumes abhängig. Je nach Dämmung kann jedoch mit einer Heizleistung von 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter gerechnet werden. Um einen Raum von etwa 25 Quadratmetern zu beheizen, wäre also eine Heizleistung von etwa 2.500 Watt notwendig.

Um eine gleichmäßige Verteilung der Wärme zu ermöglichen, ist es sinnvoller, mehrere kleine Infrarotheizungen zu installieren, als auf einen einzelnen großen Heizkörper zurückzugreifen. In dem genannten Beispiel wäre beispielsweise die Installation von 5 Heizkörpern mit je 400 bis 500 Watt Heizleistung sinnvoll.

Quelle: © Verbraucherzentrale NRW / youtube.com

Das könnte Dich auch interessieren

Bild: Teaser erneuerbare Wärme

Nachhaltig heizen mit erneuerbarer Wärme

Bild: Ratgeber Heizungen

Der Ratgeber für Deinen Heizungskauf

Bild: Heizung Kosten

Der Überblick zu Kosten und Wirtschaftlichkeit