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Konventionelle Heizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Konventionelle Heizungen - Gas, Öl und Strom

Derzeit heizt die Masse der Haushalte in Deutschland noch mit konventionellen Heizungen. Diese arbeiten mit fossilen Energieträgern (meist Erdgas oder Erdöl), seltener auch mit Strom. Da Gas und Öl aber Energiequellen sind, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, geht der Trend zunehmend in Richtung erneuerbarer Energien. Die stehen nicht nur mehr oder weniger unbegrenzt zur Verfügung, sie verursachen auch deutlich geringere CO2-Emissionen.

Trotzdem gehören auch konventionelle Heizungen (zumindest im Altbau) noch nicht unbedingt zum alten Eisen und können, wenn sie entsprechend modern sind, durchaus effizient arbeiten - vor allem wenn man sie mit Solarthermie unterstützt. Die beliebteste Heizung in Deutschland ist die Gasheizung, welche die Ölheizung auf den zweiten Platz verdrängt hat. Das Heizen mit Strom hat im Laufe der Zeit einen sehr schlechten Ruf bekommen, kann aber unter bestimmten Umständen sehr effizient sein.

Ganz im Gegensatz zu einer herkömmlichen Ölheizung oder Gasheizung mit Konstanttemperaturkessel: Konstanttemperaturkessel sind extrem ineffizient; sie dürfen in Deutschland heute nicht mehr eingebaut werden. Gleichzeitig werden im Bestand Jahr für Jahr weniger existieren, da die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 den Austausch aller alten Geräte vorgeschrieben hat.

Effizienter sind Öl- sowie Gasheizungen mit Brennwertkessel. Zwar heizen auch diese Modelle nach wie vor durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe, sie erreichen aber hohe Effizienzgrade und stellen daher aktuell im Gebäudebestand noch eine akzeptable Alternative zu grünen Heizungen dar. Elektroheizungen sind technisch gesehen in dem Moment emissionsfrei, in dem sie zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben werden.

Zum einen ist dies heute noch nicht flächendeckend zu erreichen, zum anderen stellt die Elektroheizung in jedem Fall eine extrem teure Alternative dar. Strom ist in Deutschland deutlich teurer als jeder Brennstoff und damit finanziell betrachtet kein ernstzunehmender Konkurrent.

Konventionelle Heizung Merkmale Ausblick
Ölheizung Verbrennt Erdöl Keine guten Zukunftsaussichten (steigende Preise, CO2-Bepreisung, Verbot ab 2026)
Unabhängigkeit von Versorgungsleitungen
Schlechteste Ökobilanz
Vermutlich steigende Ölpreise
Gasheizung Heizt meist mit Erdgas Keine gute langfristige Perspektive (im Neubau teurer als alle Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, CO2-Bepreisung)
Gasanschluss notwendig
Effizienter und sauberer als Öl
Elektroheizung Wärme durch elektrischen Strom Nur in speziellen Einzelfällen sinnvoll
Direktes oder indirektes Heizen
Extrem hohe Heizkosten durch hohen Stromverbrauch
Nur umweltfreundlich wenn mit Ökostrom betrieben

Die Ölheizung

Bild: Erdöl Heizung Förderung
Erdöl-Förderung - nicht unendlich lange möglich | © drpepperscott230 / pixabay CC0

Der größte Vorteil der herkömmlichen Ölheizung ist die Unabhängigkeit von Versorgungsleitungen, die nicht überall verlegt sind. Stattdessen wird einmal im Jahr Öl geliefert, welches in einem Tank im Haus oder unter der Erde lagert.

Den Öl-Anbieter kann man selbst wählen und jederzeit wechseln. Das verschafft dem Verbraucher eine gewisse Unabhängigkeit von Konzernen.

Hier enden die Vorteile aber auch schon und die lange Liste der Nachteile beginnt. Zuerst sollte hier die Ökobilanz stehen. Bei der Verbrennung von Öl werden mehr Schadstoffe freigesetzt als bei allen anderen Verbrennungsheizungen. Zudem werden große Mengen CO2 in die Luft abgegeben, die zuvor im Rohstoff gebunden waren.

Während sich Spekulanten über die steigenden Ölpreise freuen mögen, machen sie die Nutzung des Rohstoffs immer unrentabler. Ob die Ölreserven tatsächlich in näherer Zukunft versiegen, ist fraglich. Mit Sicherheit wird der Preis für das verbleibende Erdöl aber weiter steigen, während erneuerbare Wärme eher günstiger werden wird.

Das hängt auch mit den staatlichen Förderbedingungen zusammen. Während Heizungen auf Basis regenerativer Energien bei der Installation von hohen Zuschüssen des BAFA profitieren, werden Ölheizungen seit dem 1. Januar 2020 gar nicht mehr gefördert. Darüber hinaus ist ihr Einbau ab dem Jahr 2026 komplett verboten.

Vom Einbau einer Ölheizung kann man also nur abraten. Bei der modernen Brennwerttechnik handelt es sich zwar grundsätzlich um eine relativ effiziente Möglichkeit zu heizen - ökologisch sinnvoll oder auch nur günstig ist es aber nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass der Staat inzwischen die Nutzung erneuerbarer Energien vorschreibt und Du beim Einsatz einer Ölheizung dazu verpflichtet bist, zusätzlich eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einzubauen.

Dadurch ist die Ölheizung im Neubau die teuerste Heizung überhaupt. Im Normalfall gibt es sowohl im Neubau als auch im Altbau immer eine bessere Alternative zur Ölheizung, sei es notfalls eine Gasheizung oder im besten Fall direkt erneuerbare Wärme.

Die Gasheizung

Bild: Heizung Erdgas
Unterirdische Gasleitung versorgt die Gasheizung mit Brennstoff | © aitoff / pixabay CC0

Bei der Gasheizung verhält es sich ähnlich wie bei der Ölheizung. Auch sie verlässt sich auf die Verbrennung eines fossilen Rohstoffs, der nur begrenzt verfügbar ist. Außerdem sind Gasheizungen mit Konstanttemperaturkessel eine ökologische Katastrophe; ihr Einbau ist daher inzwischen verboten.

Bedenke weiterhin, dass Du Dich mit einer Gasheizung nicht nur von den schwankenden und voraussichtlich steigenden Gaspreisen abhängig machst, sondern zudem von der konstanten Lieferung über ein funktionierendes Gasnetz. Zwar existiert auch die Möglichkeit, Flüssiggas in Tanks zu lagern, diese Variante ist allerdings kostenintensiver und in den meisten Fällen nicht sinnvoll.

Mit der Nutzung von Brennwerttechnik wandelt sich das Bild ein Stück weit. Erdgas verbrennt deutlich sauberer als Öl und setzt entsprechend sehr viel weniger Schadstoffe frei. Zudem ist die Verbrennung vergleichsweise effizient: Sie versorgt sowohl moderne Neubauten als auch schlecht gedämmte Altbauten mit ausreichend Wärme.

Obwohl der Erdgaspreis mit schwindenden Ressourcen steigen wird, sehen die Prognosen hier zumindest im Altbau besser aus als beim Öl. Für wen eine Heizung mit erneuerbarer Wärme nicht in Frage kommt, dem steht mit der Brennwert-Gasheizung eine verlässliche, bewährte Technologie zur Verfügung.

Im Neubau hingegen darf auch eine Gas-Brennwertheizung inzwischen nur noch in Kombination mit unterstützender Solarthermie und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden. Dadurch - und weil sie seit 2020 im Neubau nicht mehr gefördert wird - ist sie nur unwesentlich billiger als eine Ölheizung. Alle Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien sind hier merklich preisgünstiger, zumal die staatliche Förderung für diese noch einmal deutlich erhöht wurde.

Die Elektroheizung

Bild: Elektro Heizung
Heizen mit Strom sinnvoll? | © Nikiko / pixabay CC0

Betrachtet man Elektroheizungen, müssen die verschiedenen Typen klar voneinander getrennt werden. Während auch Wärmepumpen mit elektrischem Strom betrieben werden, gelten sie nicht als Elektroheizungen, da sie den Großteil der genutzten thermischen Energie (Wärme) aus anderen Quellen ziehen.

Als Elektroheizungen werden nur Heizungen bezeichnet, die ihre thermische Energie mit Strom generieren. Grob unterscheiden lassen sich drei Varianten: „Normale“ Elektroheizungen, Nachtspeicherheizungen und Infrarotheizungen. Eine normale Elektroheizung funktioniert auf die gleiche Art wie eine Glühlampe. Elektrischer Strom fließt durch einen metallischen Leiter und erwärmt diesen - ein simpler, schneller Vorgang.

Bei einer Nachtspeicherheizung wird die erzeugte Wärmeenergie in einem isolierten Speicher gelagert, um später freigesetzt zu werden. Die Idee dahinter stammt aus einer Zeit, in der Elektrizität nachts um einiges günstiger war als tagsüber und damit viel Geld eingespart werden konnte. Heute lohnen sich diese Heizungen aufgrund angepasster Tarife finanziell nicht mehr.

Infrarotheizungen wiederum heizen indirekt, indem Infrarotstrahlung erzeugt wird. Diese erwärmt jede Oberfläche auf die sie trifft, aber nicht die Luft um sich herum. Damit erzeugt sie eine angenehmere Wärme als normale Radiatoren. Zwar sind elektrische Heizungen auf den ersten Blick sehr effizient und erzeugen keine Abgase, allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Strom irgendwo herkommen muss. Wird kein Ökostrom genutzt, bedeutet dies in Deutschland für gewöhnlich Kohlestrom - damit ist jede positive Ökobilanz Geschichte.

Der größere persönliche Nachteil einer Elektroheizung sind die enormen Kosten. Da Strom in Deutschland deutlich teurer ist als Brennstoffe, erzeugt eine Elektroheizung selbst bei höherer Effizienz mehr Kosten als eine Öl- oder Gasheizung. Mit diesen Rahmenbedingungen hat die Elektroheizung eine Nischenposition.

In bestimmten Fällen, beispielsweise bei niedrigem Heizbedarf in bestimmten Räumen oder einer sehr geringen Heizdauer (Ferienhäuser, nicht persistente Gebäude, Gästezimmer), kann eine Elektroheizung sinnvoll sein. In einem normalen Wohnhaus, gerade einem Altbau mit hohem Heizbedarf, muss von der Nutzung einer elektrischen Heizung aber abgeraten werden.

Bauart Merkmale
Herkömmliche Elektroheizung Elektrischer Strom fließt durch einen metallischen Leiter und erwärmt diesen
Nachtspeicherheizung Lagert erzeugte Wärme in einem Speicher; Prinzip basiert auf früher gebräuchlichen billigen Tarifen für Nachtstrom
Infrarotheizung Indirektes Heizen: Erzeugte Infrarotstrahlung erwärmt Oberflächen
Bild: Heizkosten im Vergleich - Holz schneidet am besten ab
Eine Elektroheizung ist zwar günstig in der Anschaffung, rentiert sich aber nicht | © deine-heizung.de

Vorteile und Nachteile etablierter Heizungen

Bild: Heizungen Vorteile Nachteile
Besser eine neue Heizung? | © byrev / pixabay CC0

Die Vorteile der konventionellen Heizungen liegen auf der Hand. Die Technologie ist ausgereift und erprobt. Jeder kennt sie, die meisten Leute nutzen sie. Dadurch ist die Produktion auf Masse ausgelegt.

In der Folge sind die „altbewährten” Heizungen im Altbau zumindest in der Anschaffung zumeist günstiger als innovative Technologien. Anders sieht die Sache freilich im Neubau aus.

Da in Deutschland inzwischen nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzt (EEWärmeG) in jedem Neubau ein Anteil des Primärenergieverbrauchs von mindestens 14 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden muss, erfordern konventionelle Heizungen Zusatzsysteme, die diese Auflagen erfüllen. In der Regel bedeutet das die Kombination der Heizung mit einer Solarthermie-Anlage sowie mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Somit erhöhen sich die Kosten immens: Die Gesamtinvestition ist dann höher als die Kosten für eine Wärmepumpe oder Biomasseheizung. Dies gilt umso mehr, da letztere mit mindestens 35 Prozent der Anschaffungskosten gefördert werden, während konventionelle Heizungen leer ausgehen. Mit den deutlich günstigeren laufenden Kosten amortisiert sich eine regenerative Heizung nach wenigen Jahren. Im Altbau kann die Sache ein bisschen anders aussehen, zumindest kurz- bis mittelfristig.

Die meisten Altbauten verfügen über eine der konventionellen Heizungen. Das bedeutet, dass beim Tausch der Heizung ein Teil der Infrastruktur weiter genutzt werden kann. Ein alter Öltank funktioniert ebenso mit einer neuen Ölheizung und eine Gasleitung liefert auch Gas für die neue Brennwerttechnik. Ein vorhandenes Wärmeverteilsystem kann von unterschiedlichen Heizungen genutzt werden.

Die fortgeführte Nutzung eines alten Systems senkt die Kosten einer Neuanschaffung und verhindert umfassende Baumaßnahmen. Das macht etablierte Heizungen verständlicherweise attraktiv. Keine der etablierten Heizungen ist aber das, was man als ökologisch sinnvoll bezeichnen würde. Wenn Du etwas für die Umwelt tun und auch langfristig Geld sparen möchtest, ist keine der etablierten Heizungen eine valide Option für Dich.

Konventionelle Heizung Vorteile Nachteile Betriebskosten pro Jahr (bei 7.200 kWh Wärmebedarf)
Herkömmliche Ölheizung Unkompliziert, da häufig vorhanden Hohe Kosten im Unterhalt, hoher Schadstoffausstoß, Verbot in naher Zukunft, keine Förderung ~ 900 €
Brennwert-Ölheizung Deutlich effizienter und sauberer als herkömmliche Ölheizung Immer noch höhere Unterhaltskosten und Schadstoffausstoß als erneuerbare Wärmequellen, Verbot in naher Zukunft, keine Förderung ~ 650 €
Herkömmliche Gasheizung Unkompliziert, da häufig vorhanden Hohe Kosten im Unterhalt, hoher Schadstoffausstoß, keine Förderung ~ 790 €
Brennwert-Gasheizung Deutlich effizienter und sauberer als herkömmliche Gasheizung, relativ günstig im Unterhalt Immer noch höhere Unterhaltskosten und Schadstoffausstoß als erneuerbare Wärmequellen, keine Förderung ~ 650 €
Herkömmliche Elektroheizung Günstig in der Anschaffung, erfordert kein Wärmeverteilsystem Enorme Heizkosten und hoher indirekter Schadstoffausstoß, wenn nicht mit Photovoltaik (PV) kombiniert ~ 2.150 €
Nachtspeicher-Elektroheizung Eventuell günstiger Nachtstrom, erfordert kein Wärmeverteilsystem Enorme Heizkosten und hoher indirekter Schadstoffausstoß, wenn nicht mit PV kombiniert ~ 2.150 €
Infrarotheizung Sehr flexibel, angenehme Wärmeverteilung, günstig in der Anschaffung Enorme Heizkosten und hoher indirekter Schadstoffausstoß, wenn nicht mit PV kombiniert ~ 1.650 €

Welche Heizungen haben noch Zukunft?

Bild: Zukunft der Heizung
Wie geht es weiter mit den konventionellen Heizungen? | © geralt / pixabay CC0

Ob Deine Standard-Heizung veraltet ist, lässt sich pauschal schwer beantworten. Wenn Du ein System hast, das älter als 20 Jahre ist, dann kann man dies schon ziemlich sicher als veraltet bezeichnen. Eine neue Standard-Ölheizung oder Gasheizung zu verbauen, ist im Neubau gemäß energetischen Vorschriften verboten.

Lediglich in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dürfen konventionelle Heizungen noch eingebaut werden. Zudem wird der Einbau von Ölheizungen ab 2026 ganz verboten sein.

Vor allem, wenn man die Entwicklung der Brennwerttechnik mit einbezieht, wird schnell deutlich, dass herkömmliche Öl- oder Gasheizungen nicht das volle Potenzial ausschöpfen: Die Abgase strömen ungenutzt in die Umwelt. Mit einem Brennwertkessel bei Ölheizungen oder Gasheizungen können hohe Nutzungsgrade erzielt werden. Dennoch gehören diese Heizungen nicht zu den umweltfreundlichsten, sind aber eine effiziente Alternative. Speziell seit dem Wegfall jeglicher Fördermöglichkeiten ist ihr Einsatz allerdings in den allermeisten Fällen nicht mehr rentabel.

Wenn Du in Deinem Neubau aus irgendeinem Grund trotzdem keine erneuerbare Wärme nutzen möchtest, kannst Du notfalls eine Brennwert-Gasheizung (mit den nötigen Ergänzungen) verbauen. Doch auch hier sind Wärmepumpen oder Biomasseheizungen sinnvoller. Elektroheizungen lohnen sich nur unter bestimmten Umständen: Wenn Du einen sehr geringen Heizbedarf hast und idealerweise selbst eine Photovoltaik-Anlage betreibst, kann eine Elektroheizung sinnvoll sein. Gerade in Ferienhäusern oder Wintergärten, also Räumen bzw. Gebäuden, die nur selten beheizt werden, kann eine Elektroheizung rentabel sein. In allen anderen Fällen ist eher davon abzuraten.

Vorteile der Brennwerttechnik

Wenn ein veralteter Heizkessel ausgetauscht wird, ist ein effizienter Brennwertkessel ein geeigneter Ersatz, sofern keine erneuerbare Wärme eingebaut werden kann oder soll. Die Abgase aus der Verbrennung von Gas oder Öl werden bei einer Standard-Heizung ungenutzt abgeführt. So verpufft ein großer Teil der Heizenergie in die Umwelt. Durch die Brennwerttechnik kann die Energie aus den Abgasen weiter genutzt werden.

Die warmen Abgase werden durch Kondensation in einem Rohrsystem abgekühlt. Diese entzogene Wärme wird dann dem Heizkreislauf zur Verfügung gestellt, während die jetzt kalten Abgase entweichen. Dadurch nutzt die Brennwerttechnik nahezu die gesamte Energie, die die Verbrennung zur Verfügung stellt und erreicht deutlich höhere Effizienzgrade als herkömmliche Verbrennung.

Dieser Umstand sorgt dafür, die Brennwerttechnik im Altbau eine Alternative zu erneuerbarer Wärme darstellt. Eine moderne Gasheizung stellt zwar keine saubere Energie zur Verfügung, ist aber günstiger und effizienter als die anderen konventionellen Heizungen.

Eine alte Heizung ersetzen - Möglichkeiten und Kosten

Bild: alte Heizung ersetzen modernisieren
Diese konventionelle Heizung könnte man modernisieren | © cnaujalis / pixabay CC0

Wenn Du Deine alte Heizung ersetzen willst oder es aufgrund technischer Mängel oder Überschreitung der Lebensdauer des alten Modells tun musst, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Natürlich ist es möglich, beim alten System zu bleiben und die alte Öl- oder Gasheizung durch eine neuere Version zu ersetzen. Oder aber Du gehst einen Schritt weiter und ersetzt die alte konventionelle Heizung durch etwas völlig Neues aus dem Bereich erneuerbarer Energien.

Maßnahme Möglichkeiten
Modernisierung einer konventionellen Heizung Austausch des alten Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturkessels mit Gas oder Öl durch einen modernen Brennwertkessel
Umstieg auf erneuerbare Wärme Biomasseheizung (Holzpellets, Hackschnitzel oder Scheitholz)
Wärmepumpe (Luft, Grundwasser oder Geothermie); ggf. nötigen Strom mittels Photovoltaik selbst erzeugen
Heizungsunterstützung durch Solarthermie

Konventionelle Heizung modernisieren

Diese Option dürfte in den meisten Fällen die deutlich günstigere sein - zumindest in der Anschaffung. Wenn zum Beispiel die alte Konstanttemperatur-Ölheizung ersetzt wird, ist es bequem und entsprechend verlockend, eine neue, günstige Ölheizung einbauen zu lassen - unter der Voraussetzung, dass der Rest des Systems noch intakt ist.

Wenn die Infrastruktur im Haus bereits existiert, kostet eine neue Brennwertheizung deutlich weniger als ein völlig neues Heizsystem wie eine Wärmepumpe. Das spart am Anfang Geld, im Verlauf der nächsten Jahre bleibt man aber weiterhin abhängig vom steigenden Gas- bzw. Ölpreis. Über die Lebensdauer der Heizung wirst Du also höchstwahrscheinlich mehr Geld ausgeben, als wenn Du sofort auf erneuerbare Wärme umschwenkst.

In erneuerbare Wärme investieren

Der Wechsel von einer konventionellen Heizung auf erneuerbare Wärme ist ein großer Schritt. Je nachdem, für welche Art der Heizung man sich entscheidet, wird man mehr oder weniger unabhängig von Händlern und schwankenden Preisen. Im Fall einer Biomasseheizung werden zwar weiterhin Rohstoffe verbrannt, allerdings keine fossilen, sondern nachwachsende.

Gerade für Menschen, die ohnehin über forstwirtschaftliche Nutzfläche verfügen oder in einer Region mit viel Forstwirtschaft leben, kann diese Option extrem lohnend sein. Biomasseheizungen sind wie konventionelle Heizungen dazu in der Lage, eine große Heizleistung zu erbringen. Eine Wärmepumpe hingegen zieht die Heizenergie aus der Umgebung. Für den Betrieb ist zwar Elektrizität vonnöten, diese lässt sich aber über eine Photovoltaik-Anlage selbst erzeugen.

Gleiches gilt für Wärmeunterstützung durch eine Solarthermie-Anlage, mit der Sonnenenergie direkt in Wärme umgewandelt wird. Bei Wärmepumpen muss beachtet werden, dass neben den gesetzlichen Bestimmungen auch die technischen Bedingungen eingehalten werden müssen. Als Niedertemperaturheizung stoßen die meisten Wärmepumpen bei extrem hohem Heizbedarf irgendwann an ihre Leistungsgrenze.

Die Investitionskosten für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien werden durch die enorm hohen staatlichen Zuschüsse von 20 bis 45 Prozent der förderfähigen Kosten abgeschwächt. Je nach gewählter Art der Heizung und der betreffenden Immobilie kann eine Amortisation so bereits nach wenigen Jahren erfolgen.

Höhere Förderung für erneuerbare Energien

Seit 2020 fördert nur noch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Einbau und Austausch von veralteten Heizungen als Einzelmaßnahme - und zwar mit deutlich erhöhten Fördersätzen. Damit versucht die Bundesregierung, die Energiewende im privaten Sektor voranzutreiben. Daher gibt es im Bereich der konventionellen Heizungen nur noch in wenigen Ausnahmen eine Förderung:

Entscheidest Du dich für eine Gas-Hybridheizung (mit entsprechend leistungsfähiger Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasseheizung) oder eine „Renewable Ready“-Lösung (d. h. der Ausbau zur Hybridheizung ist bereits vorbereitet), erhältst du eine staatliche Förderung. Von diesen Sonderfällen abgesehen werden nur noch Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien gefördert. Besonders lohnend: Wenn Du eine alte Ölheizung durch eine moderne Heizung ersetzt, winkt ein Austauschbonus von 40 (bei einer Gas-Hybridheizung) bzw. 45 Prozent (bei einer alleinigen Wärmepumpe, Biomasseheizung oder einer EE-Hybridheizung).

Heizung Förderung im Altbau Förderung mit Austauschbonus Ölheizung
Wärmepumpe 35 % der Anschaffungskosten 45 % der Anschaffungskosten
Holzheizung 45 % 45 %
Erneuerbare Energien Hybridheizung 35 % 45 %
Gas-Hybridheizung mit erneuerbaren Energien 30 % 40 %
Gas-Hybridheizung „Renewable Ready" 20 % -

Prognose - wie geht es weiter?

Bild: Prognose Heizung
Nicht vergessen: Konventionelle Heizung rechtzeitig ersetzen! | © geralt / pixabay CC0

Heutzutage steigen die Kosten für Erdgas und Erdöl zwar, bewegen sich aber noch immer in einem bezahlbaren Rahmen. In Zukunft werden diese Kosten jedoch durch die geplante CO2-Bepreisung merklich ansteigen. Da die Lebensdauer einer Heizung im Schnitt zwischen 20 und 25 Jahren liegt, lohnt es sich, über den richtigen Energieträger nachzudenken.

Klar ist: Früher oder später werden die fossilen Energieträger zur Neige gehen und ihre Preise immer weiter ansteigen. Hinzu kommt eine zunehmende Reglementierung durch die Politik. Bereits jetzt sind Konstanttemperaturkessel in Deutschland verboten, das Verbot der Ölheizung folgt 2026. Es ist davon auszugehen, dass mit fortschreitender Effizienz alternativer Energien auch heutzutage als modern geltende Gas-Heizkessel nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden.

Neue Richtlinien wie das EWärmeG in Baden-Württemberg schreiben schon heute den Einsatz von erneuerbaren Energien auch beim Heizungstausch vor. Und im Neubau ist dieser durch die Vorgaben der EnEV ohnehin Pflicht. Von daher ist die Investition in erneuerbare Wärme heute eine Investition, die im Verlauf der nächsten 20 bis 25 Jahre wahrscheinlich nicht nur eine Menge Geld, sondern zusätzlich Ärger und Aufwand sparen wird.

Quelle: © RegierungBW / youtube.com

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