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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines und Unterschiede

Der Unterschied zwischen einer Lüftungsanlage und einer Klimaanlage findet sich bereits im Namen. Während die Lüftungsanlage den Raum belüftet, das heißt die Raumluft austauscht, geht die Klimaanlage einen Schritt weiter und nimmt direkten Einfluss auf das gesamte Raumklima.

Kurzum, bei einer Klimaanlage können die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit nach Belieben geregelt werden. Bei einer Lüftungsanlage hingegen hängen diese Faktoren von der Außenluft ab, die durch die Anlage zirkuliert.

Über eine Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage ist es zudem möglich, die Frischluft vorzutemperieren, was insbesondere im Winter angenehm ist. Zudem können dadurch im Winter bis zu 90 % an Energie eingespart werden, die sonst zum Fenster "hinausgelüftet" würde. Zur Kühlung des Hauses bei sommerlichen Temperaturen eignet sich eine Lüftungsanlage allein hingegen nicht.

Aufgabe der Klimaanlage

Bild: Klima Lüftung Klimaanlage
Was macht die Klimaanlage anders als die Lüftungsanlage? | © matuska / pixabay CC0

Eine Klimaanlage erfüllt den Zweck, das Raumklima an die Wünsche der Bewohner anzupassen. Während Klimaanlagen in Deutschland vor allem in öffentlichen Gebäuden und Autos zu finden sind, ist auch der Einsatz in Wohnhäusern möglich.

Obgleich der Fokus der meisten Klimaanlagen auf einer Filterung der Luft sowie einer Anpassung der Raumtemperatur liegt, sind moderne Geräte teilweise auch dazu in der Lage, die Luftfeuchtigkeit zu beeinflussen.

Ein großes Problem von Klimaanlagen ist ihr hoher Stromverbrauch, der sich nicht nur auf Deinen Geldbeutel, sondern auch auf die Umwelt negativ auswirkt. Eine gute effiziente und umweltfreundliche Alternative zur klassischen Klimaanlage ist eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion in Kombination mit einer Lüftungsanlage.

So kannst Du mit der Wärmepumpe je nach Bedarf heizen oder kühlen, kommst in den Genuss der zahlreichen Vorteile einer Lüftungsanlage und sparst gegenüber der Klimaanlage viel Strom und somit Geld und CO2 ein. Folgende Möglichkeiten ein Gebäude zu klimatisieren kann man unterscheiden:

Bauweise Eigenschaften
Monoblock-Klimaanlage Mobiles Modul + Abluftschlauch
Saugt die Raumluft mit einem Ventilator an, filtert und kühlt sie
Abwärme wird nach außen abgegeben
Split-Klimaanlage Standard bei fest installierten Klimaanlagen
Ein Gerät im Gebäude, eins an der Außenmauer, beide verbunden durch Kühlmittelsystem
Innengerät klimatisiert die Luft, Kühlmittel verdampft, kondensiert dann im Außengerät und gibt so die Wärme ab
Sonderfall: Wärmepumpe + Lüftung zur Klimatisierung Kann die Raumtemperatur kühlen, ähnlich wie in einem Kühlschrank
Ist viel effizienter und verbraucht deutlich weniger Strom als herkömmliche Klimaanlagen

Aufgabe der Lüftungsanlage

Man unterscheidet zwischen zentralen und dezentralen Lüftungssystemen. Ein zentrales Lüftungssystem funktioniert mit einem einzelnen Lüftungsgerät, von dem aus Rohre, die in den Wänden des Gebäudes verlaufen, die Frischluft in alle Räume transportieren. Ein Ventilator transportiert die frische Außenluft ins Gebäude, ein weiterer saugt die warme Abluft aus den Räumen ab.

Bei einer dezentralen Lüftung werden einzelne Lüftungsgeräte in den Außenwänden der entsprechenden Zu- und Ablufträume installiert. Ein Luftverteilsystem ist bei dieser Variante nicht nötig, daher eignet sich die dezentrale Lösung besonders für einen unkomplizierten nachträglichen Einbau.

Die positiven Effekte eines Lüftungssystems (zentral wie dezentral) sind die Naturalisierung des Raumklimas, die Zufuhr von Sauerstoff sowie der Abtransport von Schadstoffen aus der Raumluft. Auch der Schimmelpilzbildung wird entgegengewirkt und die Pollenbelastung reduziert. Im Gegensatz zu herkömmlichem Lüften mit geöffneten Fenstern wird von einer Lüftungsanlage zudem deutlich weniger Staub aufgewirbelt.

In konventionellen Häusern ist eine Lüftungsanlage vor allem ein zusätzlicher Komfort. In Passivhäusern und anderen Gebäuden, die das Öffnen der Fenster nicht erlauben, ist eine Lüftungsanlage aber ein fester Bestandteil des Konzepts. Solche Gebäude kommen nicht ohne Lüftungsanlage aus, da sie nicht auf herkömmliche Weise gelüftet werden können.

Bauweise Eigenschaften
Zentrales Lüftungssystem Einzelnes Lüftungsgerät transportiert Frischluft durch Rohre in alle Räume
Ein Ventilator saugt frische Außenluft an, ein weiterer saugt warme Abluft ab
Im Neubau einfacher umzusetzen als im Altbau
Dezentrale Lüftung Einzelne Lüftungsgeräte in den Außenwänden der entsprechenden Zu- und Ablufträume
Kein Luftverteilsystem notwendig
Unkompliziert nachzurüsten

Kombinationen aus Klima und Lüftung

Eine Lüftungsanlage lässt sich hervorragend mit einer Wärmepumpe kombinieren. Während eine Wärmerückgewinnung nur einen Teil der Abwärme zu nutzen und Verluste zu minimieren vermag, nutzt die Wärmepumpe die Abluft aktiv, um neue Heizenergie zu gewinnen. Gerade in Niedrigenergiehäusern lohnt sich der Einbau einer solchen Anlage. Verständlicherweise ist die Wärmequelle "Abluft" relativ begrenzt, sodass die Wärmepumpe nur bei einem ohnehin geringen Heizbedarf ihr volles Potenzial ausschöpfen kann.

Übliche Kosten für Klima- und Lüftungsanlagen

Bild: Kosten Wirtschaftlichkeit Klimaanlage Lüftung
Was kosten Klimaanlagen und Lüftungsanlagen? | © ArtisticOperations / pixabay CC0

Die Kosten für Lüftungs- und Klimaanlagen variieren stark. Je nachdem, ob nur ein einziges Zimmer oder das gesamte Haus klimatisiert werden soll, können entweder einige hundert oder aber mehrere zehntausend Euro Kosten auf einen zukommen.

Ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, sind neben den Anschaffungskosten auch die laufenden Kosten der Geräte. Während Lüftungsanlagen relativ sparsam laufen, erzeugen Klimaanlagen deutlich spürbare Kosten, gerade wenn sie im ganzen Haus eingesetzt werden.

Gerät Anschaffungskosten Laufende Kosten (pro Stunde bzw. Jahr)
Monoblock-Klimaanlage Ab 200 € Ca. 0,24 € / h
Split-Klimaanlage Ab 1.000 € + 250 € Einbau Ca. 0,17 € / h
Wärmepumpe Ab 15.000 € Ca. 0,09 € / h
Dezentrale Lüftung Ab 500 € + 1.000 € Einbau Ca. 10 € / a
Zentrale Lüftung Ab 5.000 € + 3.000 € Einbau Ca. 150 € / a
Zentrale Lüftung + Wärmepumpe Ab 20.000 € Ca. 750 € / a

Anschaffungskosten

Die günstigsten Einzelgeräte sind Monoblock-Klimaanlagen. Bereits für wenige hundert Euro kann man solch ein Gerät kaufen und sofort nutzen. Der Nachteil dieser Geräte ist eine geringe Effizienz und dadurch hohe Betriebskosten. Deutlich effizienter aber auch teurer in der Anschaffung sind Split-Geräte.

Diese fangen im Bereich von 2.000 € für ein Einzelgerät an. Die Kombination mehrerer Geräte, also eine Gesamtlösung für mehrere Räume, ist entsprechend teurer, erhöht allerdings die Effizienz der Klimaanlage weiter. Sogenannte Multisplit-Anlagen kosten etwa 1.500 € pro Einzelgerät. Weiterhin müssen die Kosten für den Anschluss der Geräte berücksichtigt werden. Um die 250 € für ein Einzelgerät musst Du in Deutschland einkalkulieren.

Die Anschaffung einer Wärmepumpe einzig für den Zweck der Kühlung kann aus wirtschaftlicher Sicht nicht gerechtfertigt werden. Die günstigsten Modelle bekommst Du bereits für um die 15.000 €. Da Wärmepumpen aber nicht nur als Klimaanlage, sondern auch als Heizung funktionieren, können sie sich deutlich schneller refinanzieren als eine Klimaanlage. Zudem arbeiten sie bedeutend effizienter.

Lüftungsanlagen bewegen sich kostentechnisch in ähnlichen Regionen wie Klimaanlagen. Für eine dezentrale Lüftung müssen rund 2.500 € eingeplant werden, eine zentrale Lüftung kostet je nach Größe des Hauses 8.000 € aufwärts.

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten von Klimaanlagen kann man pauschalisieren: Je teurer die Anschaffung des Geräts ist, desto niedriger die laufenden Kosten sind. Mit durchschnittlich 0,24 € Betriebskosten pro Stunde sind die Monoblock-Klimaanlagen das klare Schlusslicht.

Split- und Multisplit-Anlagen kosten rund 0,17 € pro Stunde Betriebsdauer, wobei die Betriebskosten bei einer Multisplit-Anlage tendenziell eher unter denen einer einfachen Split-Anlage liegen. Nur rund die Hälfte kostet eine Wärmepumpe im Betrieb. Für nur etwa 0,09 € pro Stunde kühlt sie Räume mit Abstand am günstigsten.

Ganz allgemein sind Lüftungsanlagen um einiges günstiger im Betrieb als Klimaanlagen. Da sie im Gegensatz zu letzteren für gewöhnlich dauerhaft laufen, lassen sich die Gesamtkosten viel einfacher kalkulieren. Eine einzelne dezentrale Lüftungsanlage verursacht jährlich Stromkosten von ungefähr 10 €. Eine zentrale Lüftung, die das gesamte Haus bedient, wird mit um die 150 € in der Nebenkostenabrechnung auftauchen.

Kaufberatung: Wann lohnt sich welche Anlage?

Bild: Kaufberatung Klimaanlage Lüftung
In Klima und Lüftung investieren - lohnt sich das? | © Tumisu / pixabay CC0

Ob man eine Klimaanlage oder Lüftungsanlage im Haus sinnvoll nutzen kann (oder sogar muss) oder nicht, hängt in großem Umfang von der Bauweise des Gebäudes ab.

Wovon Du ausgehen musst, ist, dass sich wahrscheinlich weder das eine noch das andere jemals amortisieren wird. Beide Geräte dienen primär einer Erhöhung des Komforts. Lüftungsanlagen - speziell jene mit Wärmerückgewinnung - können allerdings langfristig für sinkende Heizkosten sorgen.

Zudem sind Lüftungsanlagen ein Muss bei luftdichten Neubauten, denn eine Fensterlüftung ist bei diesen nicht ausreichend. Bei Passivhäusern und ähnlichen Gebäuden gehört eine Lüftungsanlage also fest zum Baukonzept. In diesem Fall muss über eine mögliche Anschaffung gar nicht diskutiert werden. Lebt man in einem solchen Haus oder plant, eines zu bauen, dann lohnt sich auch die Anschaffung einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Diese erhöht weiterhin die energetische Effizienz des Hauses und ist auf lange Sicht günstiger als konventionelle Heizungen.

Alternativ kannst Du natürlich auch eine andere Wärmepumpe mit der Lüftungsanlage kombinieren. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass eine Lüftungsanlage das Haus um einiges effizienter und verlässlicher lüftet, als ein Mensch das für gewöhnlich tut. Die verringerte Schimmelpilz-Wahrscheinlichkeit sowie die gesenkten Schadstoffwerte in der Luft können die Investition durchaus lohnend gestalten. Gerade Allergiker sollten über die Anschaffung einer Lüftungsanlage nachdenken, da diese die Pollenbelastung in der Raumluft stark reduzieren kann.

Quelle: © Sven Jachmann / youtube.com

Ökologischer Nutzen

Klimaanlagen gelten als Energiefresser und als umweltschädlich. Natürlich verbrauchen sie eine gewisse Menge Strom und erwirtschaften selbst keinen. Dennoch kann man auch aus ökologischer Sicht für eine Klimaanlage argumentieren. Moderne Geräte verbrauchen relativ wenig Energie, außerdem können sie durch ihren Nutzen indirekt Energie sparen.

Die meisten Menschen heizen effizient, aber lassen viel Heizenergie beim Lüften entweichen. Wenn dieser Energieverlust höher ist als die Kosten der Anlage und diese den Verlust somit mehr als ausgleichen kann, dann spart selbst eine "energiefressende" Klimaanlage Energie. Das tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern spart zudem Geld.

Und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die die Energie des Abluftstroms nutzt, um die Frischluft vorzuwärmen, kann dadurch langfristig ebenfalls die Heizkosten senken. Im Idealfall nutzt Du eine Kombination aus Lüftungsanlage und Wärmepumpe mit Kühlfunktion. So kannst Du die Vorteile der Lüftungsanlage genießen und Dein Haus kühlen, ohne den hohen Stromverbrauch einer Klimaanlage in Kauf nehmen zu müssen.

Vorteile Nachteile
Einsparen von Heizenergie, dadurch Verringerung von Emissionen und Heizkosten möglich Teilweise hohe Anschaffungskosten
Effiziente Belüftung Teilweise aufwendige Montage
Angenehmes Raumklima Erhöhter Stromverbrauch
Reinigung der Luft (Abgase, Schimmel, Hausstaub, Pollen...)  
Lärmschutz (Fenster können geschlossen bleiben)