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Wasser-Wärmepumpe geplant?

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Wärmepumpen im Neubau

Bild: Wasser-Wasser-Wärmepumpe Neubau
Heizen mit Wasser-Wärmepumpe im Neubau | © Viktor_Birkus / pixabay CC0

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt seit 2016 in verschärfter Form den maximalen Primärenergiebedarf von Neubauten vor. Mittlerweile kann man die vorgeschriebenen Werte fast nur noch mithilfe einer Solarthermie-Anlage einhalten. Eine Ausnahme gibt es jedoch:

Eine Wärmepumpe ist in der Regel in der Lage, die Vorgaben als alleinige Heizung zu erfüllen. Auf diese Weise hilfst Du dabei, die Umwelt zu entlasten und die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Deshalb stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Anschaffung einer Wärmepumpe eine hohe Förderung zur Verfügung. Sollte Dein Neubau zudem einen gewissen Mindest-Effizienzhaus-Standard erreichen, kannst Du auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) üppige Fördergelder erhalten.

Alle Arten von Wärmepumpen machen sich das gleiche Grundprinzip zunutze: Sie entziehen der Umgebung die natürliche Wärmeenergie, um sie für uns nutzbar zu machen. Die Unterschiede liegen darin, welche Wärmequelle jeweils genutzt wird und wie die gewonnene Wärme wieder abgegeben wird. Die verschiedenen Varianten sind nicht alle gleich aufwendig, daher entstehen jeweils unterschiedliche Anschaffungs- und Betriebskosten.

Suchst Du eine eher simple Lösung, kannst Du auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zurückgreifen. Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen bzw. Grundwasserwärmepumpen nutzen die Wärme der Erde selbst bzw. von unterirdischen Wasserreservoirs. Da hier größere Bauarbeiten wie beispielsweise Bohrungen oder Erdarbeiten notwendig sind, sind sie in der Anschaffung teurer, auch wenn die Kosten durch staatliche Fördermaßnahmen erheblich abgefedert werden.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe ist vergleichsweise die günstigere Alternative, kann aber nicht überall eingesetzt werden, wenn etwa die Bodenbeschaffenheit nicht angemessen, die Umgebung zu stark bebaut oder das eigene Grundstück zu klein ist. In solchen Fällen bietet sich der Einsatz einer Wasser-Wärmepumpe an - zumal diese auch noch die niedrigsten Betriebskosten aller Wärmepumpen hat. Voraussetzung ist, dass genügend Grundwasser vorhanden ist - in ausreichender Temperatur und Qualität sowie in nicht zu großer Tiefe.

Besonderheiten, Vorteile und Nachteile

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit Grundwasser (daher nennt man sie auch Grundwasserwärmepumpe), das aus dem Förderbrunnen bzw. Saugbrunnen nach oben gepumpt wird. Diesem Wasser entzieht sie einen Teil seiner natürlichen Wärme - beim Grundwasser beträgt die Temperatur ganzjährig etwa 7 bis 12 Grad Celsius - und beheizt damit nach dem Prinzip des „umgekehrten Kühlschranks“ das Haus.

Das Grundprinzip ist hier also das gleiche, wie bei den anderen Wärmepumpen. Der Unterschied liegt in der Art der Wärmequelle. Die Grundwasserwärmepumpe hat eine Reihe von Vorteilen, aber auch Nachteile. Zu ihren größten Vorteilen zählen die besonders hohe Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit, der geringe Platzbedarf und die Möglichkeit, zusätzlich zur Kühlung verwendet zu werden.

Nachteilig ist unter anderem der hohe Aufwand beim Erschließen der Wärmequelle, was nicht nur hohe Kosten verursacht, sondern zudem mit Papierkram verbunden ist, da eine Genehmigungspflicht besteht. Außerdem hat eine Wasser-Wärmepumpe einige Anforderungen an die Qualität des Wassers. Vorteile und Nachteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Überblick:

Vorteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe Nachteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Geringer Platzbedarf Relativ hohe Kosten durch aufwendige Erschließung der Wärmequelle
Sehr energieeffizient und umweltfreundlich Viel Planung und Papierkram nötig, da Projekt genehmigt werden muss - Fachunternehmen beauftragen!
Wassertemperatur das Jahr über konstant; daher können Anforderungen der Anlage sehr genau berechnet werden Keine Genehmigung in Wasser- und Heilquellenschutzgebieten
Zur Heizung, Kühlung und für Brauchwasser verwendbar Warmwassererzeugung kann weiteres Heizsystem benötigen
Gut als alleinige Heizung nutzbar (monovalenter Betrieb) Zuständige Verwaltungsbehörde muss über Veränderungen oder Stilllegung informiert werden
Annähernd emissionsfrei (bei Verwendung von Ökostrom) Schlechtere Ökobilanz bei Betrieb mit Strom aus fossilen Energieträgern
Geringe Stromkosten; Sondertarife für Wärmepumpen möglich Energieeffizienz kann sich verschlechtern, wenn das Wasser aus zu großer Tiefe heraufgepumpt werden muss
Niedrige Wartungskosten (kein Schornsteinfeger)  
Verschiedene Fördermöglichkeiten (BAFA, KfW)  

Bauliche Besonderheiten am Haus

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe bauliche Besonderheiten
Wasser-Wärmepumpe und Heizkörper - passt das zusammen? | © ri / pixabay CC0

Grundsätzlich kann man eine Wärmepumpe sowohl innerhalb des Hauses als auch im Freien aufstellen. Für die Außenaufstellung werden allerdings in erster Linie Luft-Wärmepumpen angeboten.

Erd- sowie Wasser-Wärmepumpen hingegen stellt man meistens in unbewohnten Innenräumen auf, also etwa im Keller, in der Garage, im Abstell- oder Hauswirtschaftsraum.

Sie brauchen nicht mehr Platz als ein herkömmlicher Heizkessel. Wichtig ist ein möglichst geringer Abstand zwischen Wärmequelle und Wärmepumpe, damit möglichst wenig Wärmeverluste entstehen. Wie kommt nun die Wärme aus der Pumpe in den Raum? Prinzipiell heizen Wärmepumpen am effizientesten, wenn sie ihre Wärme über einen großflächigen Verteiler abgeben können.

Dazu kannst Du zum Beispiel Flächenheizkörper benutzen. Weitere Möglichkeiten ist eine Wandheizung oder Deckenheizung. Eine besonders beliebte und weit verbreitete Umsetzungsform der Heizung mit Wärmepumpe ist die Fußbodenheizung. Notfalls kann eine Wärmepumpe auch mit (ausreichend großen) konventionellen Heizkörpern arbeiten, sie ist hier allerdings weniger effizient. Deshalb sollte, wo möglich, lieber eine Flächenheizung eingesetzt werden.

Genehmigungen und Anträge

Ebenso wie die Erdwärmepumpe muss die Wasser-Wärmepumpe von der örtlichen Unteren Wasserbehörde bewilligt werden. Maßgeblich sind für die Bohrgenehmigung die Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sowie die wasserrechtlichen Regelungen bzw. Wassergesetze der Länder. Ehe gebohrt werden kann, musst Du eine wasserrechtliche Bewilligung einholen - eine einfache Anzeige der Bohrung reicht nicht!

Für die Bewilligung musst Du eine Vorlaufzeit von etwa zwei Monaten einplanen. Je nach Lage des Grundstücks kann zudem eine wasserrechtliche Genehmigung nötig sein, zum Beispiel in der Nähe von Wasserschutzgebieten. Innerhalb eines solchen stehen die Chancen, eine Genehmigung zu bekommen, eher schlecht. Daher solltest Du die Wasserschutzstufe bereits im Vorfeld abklären; diese kann man bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde erfragen.

Was können andere Wärmepumpen besser?

Die Grundwasser-Wärmepumpe ist aufgrund ihrer Wärmequelle die effizienteste aller Wärmepumpen - aber auch die teuerste in der Anschaffung, da die Erschließung der Wärmequelle sehr aufwendig ist. Wie schlägt sie sich im Vergleich zu Luft- und Erdwärmepumpen? Die ähnlich effiziente Erdwärmepumpe ist in der Anschaffung etwas günstiger, da die Erdarbeiten weniger kostenintensiv sind. Außerdem punktet die Erdwärmepumpe durch die extreme Langlebigkeit von Erdsonden und Wärmekollektoren.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist keine Konkurrenz für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe - jedenfalls wenn man nur die Energieeffizienz betrachtet. Sie ist allerdings weit weniger aufwendig zu installieren, wodurch sie in der Anschaffung günstiger ist. Außerdem lassen sich Luft-Wärmepumpen gut in Ergänzung zu einer bestehenden konventionellen Heizung betreiben. Durch die unkomplizierte Nachrüstbarkeit sind sie also speziell im Altbau durchaus nützlich. Ein besonderer Fall ist das Passivhaus: Hier ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine gute Lösung, da ohnehin eine Lüftungsanlage benötigt wird.

Aufbau und Brunnen der Wasser-Wärmepumpe

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe Brunnen
Was für Brunnen braucht eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe? | © Efraimstochter / pixabay CC0

Wasser-Wärmepumpen nutzen, wie andere Wärmepumpen auch, zur Wärmegewinnung das Prinzip des „umgekehrten Kühlschranks“: Grundwasser wird nach oben gepumpt und dessen Wärme auf ein Kältemittel übertragen, das dadurch verdampft.

Der Dampf wird weiter verdichtet, wodurch die Temperatur weiter ansteigt, gibt die Wärme an den Heizkreislauf des Hauses ab, verflüssigt sich schließlich wieder - und kann dann erneut Wärme aufnehmen.

Das abgekühlte Wasser wird am Ende wieder dem Grundwasser zugeführt. Damit die Wasser-Wasser-Wärmepumpe auf diese Weise arbeiten kann, müssen auf dem Grundstück zwei Brunnen - üblicherweise in 10 bis 15 Meter Tiefe - gebohrt werden: Aus dem Förderbrunnen (auch Zapfbrunnen genannt) wird das Grundwasser nach oben transportiert (in der Regel mit einer Tauchpumpe). Über den Schluckbrunnen wird das abgekühlte Wasser wieder in die gleiche Grundwasserschicht zurückgeführt, aus der es vorher entnommen wurde.

Die Rückführung kann alternativ auch über einen Sickerschacht erfolgen, hierfür ist aber eine spezielle Genehmigungsprüfung nötig. Bei der Planung der Brunnen gibt es einige Faktoren zu beachten: Eine grundsätzliche Voraussetzung ist, dass das Grundwasser nicht stehend sein darf, da es sonst durch die Wärmepumpe auskühlt und an Energie verliert. Die Fließgeschwindigkeit sollte 0,8 Meter pro Sekunde oder weniger betragen.

Wenn möglich sollte nicht tiefer als 15 Meter gebohrt werden, da sonst ein zu hoher Energieaufwand für das Pumpen entsteht. Außerdem muss zwischen beiden Brunnen ein Abstand von mindestens 15 Metern liegen. Hierbei ist zu beachten, dass der Förderbrunnen in Fließrichtung vor dem Schluckbrunnen liegen muss, da sonst das abgekühlte Wasser erneut hochgepumpt wird.

Quelle: © GRS | Deutschland / youtube.com

Kosten einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Kosten einer Grundwasser-Wärmepumpe setzen sich, wie bei allen anderen Heizungen auch, aus mehreren Komponenten zusammen: Anschaffung und Einbau müssen ebenso berücksichtigt werden wie die laufenden Kosten für Strom und Wartung. Letztere sind bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe besonders niedrig, da sie die effizienteste aller Wärmepumpen - sowie aller Heizungen überhaupt - ist.

Anschaffung und Einbau

Die Wasser-Wärmepumpe ist in der Anschaffung die teuerste Variante, da die Erschließung ihrer Wärmequelle besonders aufwendig ist - immerhin müssen hier gleich zwei Brunnen gebaut werden. Daneben benötigt man natürlich noch das Gerät selbst, es muss eingebaut werden; Zubehör und Strom verursachen weitere Kosten. Ein Rechenbeispiel, das der groben Orientierung dienen kann:

Kostenfaktor Kosten
Erschließung der Wärmequelle 4.500 - 5.500 € pro 15 m Tiefe
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Ca. 8.000 €
Einbau Ca. 3.000 €
Zubehör Bis zu 3.000 €
Strom Ca. 300 € / Jahr
Gesamtkosten Ab ca. 25.000 € (im Einzelfall unterschiedlich)

Bei der Grundwasserwärmepumpe bestimmen also mehrere Faktoren die Gesamtkosten, die sich in der Regel auf rund 25.000 Euro summieren. Es ist allerdings möglich, hier eine Förderung von fast 9.000 Euro zu erhalten und damit Deine Kosten deutlich zu reduzieren. Das entspricht den 35 Prozent, mit denen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Deine förderfähigen Kosten bezuschusst.

Betrieb und Wartung

Bild: Wasser-Wasser-Wärmepumpe Kosten Betrieb Wartung
Die Grundwasser-Wärmepumpe hat die geringsten Stromkosten | © geralt / pixabay CC0

Wärmepumpen sind im Betrieb wesentlich günstiger als konventionelle Heizungen, denn es muss für sie kein Brennstoff gekauft werden und auch der Schornsteinfeger fällt weg.

Zum Betrieb brauchen sie allerdings Strom, wobei die in der Anschaffung teureren Erd- und Wasser-Wärmepumpen deutlich effizienter arbeiten, als die günstigeren Luft-Wärmepumpen. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe schlägt so mit jährlich etwa 300 Euro Stromkosten zu Buche (in einem Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden).

Übrigens gibt es für den Betrieb von Wärmepumpen spezielle, besonders günstige Stromtarife - Preise vergleichen lohnt sich! Hinzu kommen noch einmal circa 100 Euro für die notwendige jährliche Wartung. Insgesamt verursacht eine Grundwasser-Wärmepumpe im Jahr also ungefähr 400 Euro an laufenden Kosten. Damit ist sie die Wärmepumpe mit den niedrigsten Betriebskosten überhaupt.

Wirtschaftlichkeit

Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit meiner Wasser-Wasser-Wärmepumpe? Wann machen die verglichen mit konventionellen Heizungen geringeren laufenden Kosten die hohen Anschaffungskosten wett? Und wie schneidet sie im Vergleich zu den in der Anschaffung preisgünstigeren Sole-Wasser- und Luft-Wärmepumpen ab?

Im Neubau muss jede Heizung (auch) erneuerbare Energieträger nutzen, so schreibt es das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vor. Reine Gas- und Ölheizungen sind hier also keine Option. Sie können nur verwendet werden, wenn sie durch eine heizungsunterstützende Solarthermie-Anlage und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützt werden.

Zudem wird die Anschaffung einer Hybridheizung auf Basis von Öl oder Gas immer unsinniger, da diese im Neubau gar nicht mehr gefördert werden. Allgemein sind konventionelle Heizungen in der Anschaffung also nicht wesentlich günstiger, sondern sogar teurer als Wärmepumpen. Da diese zusätzlich noch deutlich niedrigere Betriebskosten haben, amortisieren sie sich entsprechend schneller:

Heizung 5 Jahre 10 Jahre 20Jahre 25 Jahre
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 18.400 € 20.900 € 27.100 € 30.900 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 15.300 € 18.000 € 24.700 € 29.000 €
Öl-Brennwertheizung + Solarthermie HU* + Lüftungsanlage WR** 28.800 € 31.900 € 39.600 € 44.400 €
Gas-Brennwertheizung + Solarthermie HU* + Lüftungsanlage WR** 27.200 € 30.000 € 37.100 € 41.600 €

*Heizungsunterstützung **Wärmerückgewinnung

Förderung und Zuschüsse für eine Wasser-Wärmepumpe

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe Förderung
Grundwasser-Wärmepumpe unbedingt fördern lassen! | © Aymanjed / pixabay CC0

Da Wärmepumpen eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizungen sind, genießen sie neben einem guten Ruf auch hohe staatliche Förderung. Bis auf die Luft-Luft-Wärmepumpe fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anschaffung effizienter Wärmepumpen als Einzelmaßnahme.

Im Bereich der Effizienzhaus-Sanierung fördert außerdem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Einbau von Wärmepumpen. Das gilt sowohl für den Neubau als auch für Altbauten. Zudem gibt es auch teilweise die Möglichkeit, Förderungen des BAFA und der KfW zu kombinieren. Im Altbau hast Du alternativ dazu außerdem die Möglichkeit, die Investitionskosten Deiner Wasser-Wasser-Wärmepumpe durch Steuerersparnisse über 3 Jahre verteilt erheblich zu senken. Es folgt eine Übersicht über die gängigsten Fördermöglichkeiten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bei weiterem Beratungsbedarf kannst Du eine Anfrage stellen.

Förderung beantragen (Neubau)

Einen Antrag auf Förderung für die Installation einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe in Deinem Neubau kannst Du beim BAFA online über das elektronische Antragsformular stellen. Gefördert wird dabei seit Jahresbeginn 2020 anteilig nach Prozenten. Sofern sie die Mindestvoraussetzungen erfüllt, erhältst Du für Deine Wärmepumpe 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss. Dazu muss sie eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,5 erreichen. Diese beschreibt die Effizienz Deiner Wärmepumpe.

Zusätzlich hast Du noch die Möglichkeit, Deine neue Wärmepumpe von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern zu lassen. Dafür steht der Neubaukredit KfW 153 zur Verfügung. Um diesen zu erhalten, muss zwingend ein Energieberater verpflichtet werden und der Neubau muss mindestens Effizienzhaus-Standard 55 erreichen. Für den Energieberater kannst Du ebenfalls eine Förderung beantragen. Diese beträgt 50 Prozent der Investitionskosten, maximal aber 4.000 Euro. Das Programm KfW 153 und die Förderung des BAFA sind kombinierbar. Das ist auch zu empfehlen, da man so die maximale Förderung erhält.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Förderung "Heizen mit erneuerbaren Energien" Luft-Wasser-Wärmepumpe mit hohen JAZ ab 4,5 oder mit verbesserter Systemeffizienz 35 % der förderfähigen Kosten
KfW-Kredit 153 Neubau oder Kauf eines KfW-Effizienzhaus bzw. einer entsprechenden Eigentumswohnung; es muss mindestens Effizienzhaus-Standard KfW 55 erreicht werden Kredit bis höchstens 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 25 % der Kreditsumme, maximal 30.000 €
KfW-Zuschuss 431 Beauftragung eines Energieberaters 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

Die Beantragung an sich ist nicht kompliziert. Sobald Du einen Kostenvoranschlag für die Maßnahme besitzt, kannst Du, ein Fachunternehmer oder ein anderer Bevollmächtigter den Antrag online beim BAFA einreichen. Wichtig ist dabei, dass der Antrag vor der schriftlichen Auftragsvergabe gestellt wird, da die Kosten ansonsten nicht erstattet werden. Planungsleistungen dürfen hingegen schon zuvor erbracht werden. Nach der Bestätigung der Inbetriebnahme der Wärmepumpe durch den Fachunternehmer überweist das BAFA die Förderung auf Dein Konto.

Bei der KfW muss der Antrag zusammen mit einem Energieberater gestellt werden. Ohne Energieberater erhältst Du bei der KfW keine Förderung. Nach der Bewilligung musst Du den Kredit bei einem Kreditinstitut Deiner Wahl beantragen. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Tilgungszuschuss auf Deinem Konto gutgeschrieben und mit Deinem Kredit verrechnet. Eine Auszahlung zur freien Verfügbarkeit findet nicht statt. Zusammengefasst läuft der Prozess sowohl im Neubau als auch im Bestandsbau folgendermaßen ab:

  • Maßnahme auf Förderfähigkeit prüfen
  • Kostenvoranschlag einholen (BAFA)
  • Online den Antrag auf Förderung stellen (bei der KfW zusammen mit dem Energieberater, beim BAFA Du selber, ein Bevollmächtigter oder der Fachbetrieb)
  • Bestätigung des Antrags/Bewilligung
  • Umsetzung der Maßnahme
  • Arbeitsnachweise online einreichen
  • Auszahlung / Gutschrift der Fördermittel

Förderung im Altbau

Wenn die alte Heizungsanlage zum Zeitpunkt der Antragstellung länger als zwei Jahre betrieben wurde, wird die Neuanschaffung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Altbau vom BAFA mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Im Rahmen der Austauschprämie für alte Ölheizungen ist sogar eine noch höhere Förderung möglich: 40 Prozent der förderfähigen Kosten kannst Du erhalten, wenn Du sie durch eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas-Brennwertheizung ersetzt.

Wenn Du zukünftig ausschließlich mit einer Wärmepumpe heizt, erhältst Du sogar 45 Prozent. Die Fördervoraussetzungen für eine BAFA-Förderung sind im Bestandsbau nicht ganz so hoch wie im Neubau. Dennoch benötigst Du zum Beispiel einen hydraulischen Abgleich und die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wasser-Wasser-Wärmepumpe muss mindestens 3,8 betragen. Die JAZ spiegelt die Effizienz der Wärmepumpe wider. Außerdem musst Du wegen der Brunnenbohrung eine Versicherung abschließen, die mögliche Folgeschäden abdeckt.

Alternativ fördert die KfW Wasser-Wasser-Wärmepumpen im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierungen durch den Kredit KfW 151 und den Zuschuss KfW 430 indirekt mit. Hier sind neben dem Kredit von 120.000 Euro (KfW 151) Zuschüsse bis zu 48.000 Euro als Förderung möglich. Voraussetzung ist die Verpflichtung eines Energieberaters, dessen Tätigkeit aber über das Programm KfW 431 mit maximal 4.000 Euro gefördert werden kann. Die Programme KfW 430 und KfW 151 sind nicht untereinander und nicht mit der Förderung des BAFA kombinierbar.

Falls Du neben der BAFA-Förderung weitere finanzielle Unterstützung benötigst, gibt es den Ergänzungskredit KfW 167. Hier steht Dir ein Kredit von 50.000 Euro für die Anschaffung einer Wärmepumpe zur Verfügung. Dieser ist auch mit der Förderung des BAFA kombinierbar, solange die Förderung die Gesamtkosten der Maßnahme nicht übersteigt. Solange Du keine Komplettsanierung planst, solltest Du auf die BAFA Förderung zurückgreifen.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Förderung "Heizen mit erneuerbaren Energien" Hydraulischer Abgleich im Gebäudebestand, JAZ ab 3,8 35 % der förderfähigen Kosten
Austauschprämie Ölheizung (BAFA) Einsatz einer Hybridheizung aus erneuerbaren Energien + Erdgas oder komplett aus erneuerbaren Energien 40 % der förderfähigen Kosten (Gas-Hybridheizung), sonst 45 % (Wärmepumpe, Biomasseheiezung, Hybridheizung aus beiden)
KfW-Kredit 151 Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Kredit bis höchstens 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 40 % der Kreditsumme, maximal 48.000 €
KfW-Zuschuss 430 Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Zuschuss bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten von höchstens 120.000 €, maximal 48.000 €
KfW-Kredit 167 Umstellung der Heizungsanlage auf erneuerbare Energien Kreditsumme maximal 50.000 €
KfW-Zuschuss 431 Beauftragung eines Energieberaters 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

Steuern sparen mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Neben der Erhöhung der Förderung für regenerative Heizungen wurden auch der sogenannte Steuerbonus deutlich erhöht und das Portfolio der förderfähigen Maßnahmen erheblich ausgeweitet. Seit dem 01.01.2020 lassen sich prinzipiell fast alle bei der KfW förderfähigen Maßnahmen auch durch Steuerersparnisse fördern. So kannst Du 20 Prozent der bei 200.000 gedeckelten förderfähigen Kosten, also maximal 40.000 Euro, an Steuern sparen.

Um diese Steuerersparnisse zu ermöglichen, muss Dein Haus allerdings einige Voraussetzungen erfüllen: Es muss sich um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handeln, das auch von Dir bewohnt wird. Außerdem muss das Gebäude älter als 10 Jahre sein. Besonders geeignet ist die steuerliche Förderung, wenn man es versäumt hat, eine Förderung des BAFA oder der KfW rechtzeitig zu beantragen. Eine Kombination mit der Förderung von KfW oder BAFA ist nicht möglich.

Haltbarkeit und bekannte Probleme

Bild: Wasser-Wasser-Wärmepumpe Haltbarkeit Probleme Wartung
Wichtig: Wärmepumpe regelmäßig warten lassen | © radekkulupa / pixabay CC0

Eine Wasser-Wärmepumpe ist eine sehr umweltfreundliche, effiziente, aber aufwendig und kostenintensiv anzuschaffende Heizung. Lohnt sich die Anschaffung also überhaupt? Wie ist es um die Haltbarkeit der teuren Anlagen bestellt? Und kann es mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe generell zu Problemen kommen?

Für Wasser-Wärmepumpen gilt das gleiche wie für andere Wärmepumpen und konventionelle Heizungen: Eine regelmäßige Wartung vorausgesetzt, können sie gut 15 bis 20 Jahre anstandslos ihre Arbeit machen; bei guter Pflege sind durchaus auch 25 Jahre und mehr möglich. Wichtig ist eine regelmäßige - das heißt ungefähr einmal im Jahr - Wartung der Anlage, um die Haltbarkeit zu gewährleisten.

Es bietet sich an, hierfür einen Wartungsvertrag abzuschließen: Hierbei bezahlst Du für die regelmäßige Wartung eine Jahresgebühr und musst Dich weiter um nichts kümmern. So kannst Du auch die Kosten viel besser planen, als wenn Du für jede Wartung individuell einen Handwerker beauftragen würdest. Zudem gehört das Risiko, die Kontrolle zu vergessen, mit einem Wartungsvertrag der Vergangenheit an. Die jährliche Pauschale kann zwar etwas höher ausfallen als bei einer einzelnen Wartung, dafür sind Ersatzteile, Anfahrt etc. inklusive. Zudem kann es sein, dass manche Hersteller den Wartungsvertrag zur Voraussetzung für Garantieleistungen machen.

Bei der Wartung einer Wärmepumpe sind einige Dinge zu erledigen: Man muss alle Einstellungen überprüfen und schmutzanfällige Bauteile wie beispielsweise die Tauscherflächen reinigen; außerdem ist es nötig, Kreislauf, Kältemittel, mechanische Bauteile, Druck und Temperatur zu überprüfen. Die nötigen Wartungsmaßnahmen können allerdings je nach Gerät variieren. Beim Hersteller Deiner Wärmepumpe erfährst Du, was genau getan werden muss. Alternativ kannst Du die Wartung natürlich auch direkt von einem Techniker des Herstellers durchführen lassen.

Zusätzlich ist eine regelmäßige Wartung nicht nur der Wärmepumpe an sich, sondern des gesamten Heizsystems sinnvoll; sprich Pumpen, Filter, Ausdehnungsgefäße etc. Am besten wartet man eine Wärmepumpe übrigens im Sommer, denn wenn es draußen warm ist, kann die Anlage ohne Probleme für kurze Zeit ausgeschaltet werden.

Grundwasserwärmepumpen sind einer speziellen Gefahr ausgesetzt: Ist die Wasserqualität nicht ausreichend - das Grundwasser sollte nicht mehr als 0,2 Milligramm (mg) Eisen sowie 0,1 mg Mangan pro Liter enthalten -, kann es zu Verockerung oder Verschlammung kommen. Das heißt, es bilden sich Ablagerungen in den Brunnen und im Wärmetauscher, die letztlich die Effizienz mindern. Außerdem kann es passieren, dass der Schluckbrunnen überläuft, da er mit zunehmender Verockerung das Wasser immer schlechter aufnehmen kann.

Um derlei Probleme zu verhindern, kann man dem Wasser die schädlichen Metalle entziehen; außerdem kann ein externer Wärmetauscher eingesetzt werden (der dann allerdings regelmäßig gereinigt werden muss). Dieser senkt die Effizienz der Anlage und verursacht Extrakosten. Am besten stellst Du also bereits im Vorfeld sicher, dass die Wasserqualität ausreichend ist, indem Du eine Grundwasser-Analyse durchführen lässt.

Antrag wird eventuell nicht genehmigt

Eine grundsätzliche Gefahr bei der Installation von Wasser-Wasser-Wärmepumpen lauert bereits in bzw. vor der Planungsphase: die Verweigerung der Genehmigung durch die zuständige Untere Wasserbehörde. In diesem Fall kannst Du nur auf eine andere Bauweise ausweichen, etwa auf die in der Regel unproblematische Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die Verweigerung der Genehmigung für eine Grundwasserwärmepumpe kann verschiedene Gründe haben, beispielsweise:

  • Das Grundwasser stammt aus einem Wasserschutzgebiet oder einem Heilquellenschutzgebiet.
  • Die Genehmigung kann aus technischen Gründen nicht erteilt werden, da es sich um sogenanntes „gespanntes Grundwasser“ (Grundwasser unter Druck) handelt.
  • Es soll Grundwasser genutzt, aber nicht in die Grundwasserschicht zurückgeleitet werden.
  • Es ist nicht genug Grundwasser vorhanden (kann mit dreitägigem Dauerpumpversuch überprüft werden).

Lautstärke einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Gelegentlich hört oder liest man, dass Wärmepumpen im Betrieb störende Geräusche verursachen. Dies betrifft jedoch in erster Linie Luft-Wärmepumpen, denn diese müssen Luft ansaugen, um ihr die Wärmeenergie zu entziehen. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen geben - sofern sie intakt und fachgerecht installiert sind - in der Regel keine störenden Geräusche von sich.

Selbst moderne Luft-Wärmepumpen sind außerdem heutzutage nicht mehr problematisch, denn deren Lautstärke liegt meist zwischen 45 und 50 Dezibel. Auch mit einer Luft-Wärmepumpe ist es heute also nicht mehr schwierig, die gesetzlichen Grenzwerte zur Lärmemission einzuhalten. Beachten musst Du allerdings, dass es in Ferien- sowie Erholungsgebieten und im Ausland (zum Beispiel in Österreich) deutlich härtere Lärmschutz-Auflagen geben kann. Dadurch können spezielle Lärmschutz-Maßnahmen nötig werden.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Altbau nutzen

Bild: Wasser-Wasser-Wärmepumpe Altbau
Wasser-Wärmepumpe im Altbau nutzen - ist das sinnvoll? | © Montvalent / pixabay CC0

Wenn die Bedingungen stimmen, sind Wasser-Wärmepumpen äußerst effiziente Wärmespender (und bei Bedarf zudem Kühlgeräte). Daher ist ihr Einbau im Neubau auf jeden Fall einen Gedanken wert. Wie aber sieht es im Altbau aus? Kann man eine Grundwasserwärmepumpe auch hier sinnvoll einsetzen?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten - ob es sich lohnt, in eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu investieren, kommt auf den Einzelfall und die jeweiligen Umstände an. Generell ist gegen die Nutzung einer Wärmepumpe im Altbau nichts einzuwenden, das Gebäude muss jedoch einen niedrigen Energiebedarf haben, sonst ist eine Wärmepumpe keine sinnvolle Option. Im Rahmen einer Komplettsanierung oder wenn das Haus bereits über eine entsprechende Dämmung sowie moderne Türen und Fenster verfügt, kann sich die Nachrüstung einer Wasser-Wärmepumpe durchaus lohnen.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor sind allerdings die Heizkörper: Konventionelle Heizkörper benötigen häufig höhere Vorlauftemperaturen, als eine Wärmepumpe effizient liefern kann. Es kann daher nötig werden, auf Flächenheizkörper oder direkt auf eine Wand-, Decken-, oder Fußbodenheizung umzurüsten. Ein Energieberater kann klären, ob die alten Heizkörper ausreichend sind.

Zudem darf man die Erdarbeiten nicht vergessen, die aufwendig und teuer sind. Außerdem ziehen sie den Garten in Mitleidenschaft. Es bietet sich daher an, die Nachrüstung einer Wasser-Wärmepumpe mit einer Neugestaltung des Gartens zu verbinden. Zusätzlich sind auch im Altbau die Genehmigungspflicht sowie die Anforderungen an die Wasserqualität zu bedenken.

Aus energetischer Sicht ist die Wasser-Wasser-Wärmepumpe die ideale Lösung. Da sie in der Anschaffung vergleichsweise teuer und aufwendig ist, lohnt sie sich aber insbesondere für große Projekte mit Wärmeleistungen über 20 Kilowatt. Wenn die Bedingungen stimmen, kann die Grundwasserwärmepumpe ihre Stärken voll ausspielen:

Sie ist die effizienteste aller Heizungen, viel umweltfreundlicher als konventionelle Lösungen und punktet mit den niedrigsten Betriebskosten. Auch die regelmäßige Überprüfung durch den Schornsteinfeger fällt weg, wodurch die laufenden Kosten weiter sinken. Ersetzt Du zusätzlich die alten Heizkörper durch ein Flächenheizsystem, sorgt das zudem für mehr Platz in den Wohnräumen.

Solltest Du eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe kaufen?

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe kaufen Alternativen
Sollte ich eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe-kaufen? | © qimono / pixabay CC0

Wenn die Bedingungen stimmen - Haus mit niedrigem Energiebedarf, Grundwasser in ausreichender Menge und Qualität vorhanden, keine rechtlichen Hindernisse - kann man die Anschaffung einer Wasser-Wärmepumpe grundsätzlich durchaus empfehlen. Aber wäre vielleicht ein anderer Typ Wärmepumpe eine noch bessere Wahl als die teure Grundwasserwärmepumpe?

Erdwärmepumpen sind ähnlich effizient wie Wasser-Wärmepumpen, im Neubau aber deutlich günstiger in der Anschaffung. Außerdem kann man sie auch einsetzen, wenn das vorhandene Grundwasser nicht den Anforderungen für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe entspricht. Allerdings ist es nicht immer möglich, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu installieren, etwa wenn zu wenig Platz zur Verfügung steht oder eine Genehmigung der Bohrung nicht möglich ist.

Eine in der Anschaffung kostengünstigere, weniger aufwendige Lösung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Auch mit dieser lässt sich ein entsprechendes Haus relativ umweltfreundlich und preiswert beheizen, allerdings benötigt sie mehr Strom als Erd- und Grundwasserwärmepumpen. Dafür ist ihre Installation praktisch überall möglich, da ihre Energiequelle nicht erst aufwendig erschlossen werden muss. Außerdem gibt es noch einen Sonderfall: das Passivhaus. Da dieses ohnehin eine Lüftungsanlage benötigt, ist hier eine Luft-Luft-Wärmepumpe die optimale Lösung.

Tipps zum Genehmigungsverfahren

Das bei der Installation einer Wasser-Wärmepumpe notwendige Genehmigungsverfahren kann leicht 4 bis 8 Wochen in Anspruch nehmen - und dann ist nicht einmal garantiert, dass Du die Genehmigung wirklich bekommst. Was kannst Du im Vorfeld machen, um Zeit und Kosten zu sparen?

Um herauszufinden, ob überhaupt genug Grundwasser vorhanden ist, ob die Fließgeschwindigkeit passt und ob die Qualität ausreichend ist, wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ein dreitägiger Pumpversuch durchgeführt. Da dieser leicht 3.000 bis 4.000 Euro kosten kann, lohnt es sich, zunächst einmal in der Nachbarschaft herumzufragen, ob bereits jemand eine Wasser-Wärmepumpe in Betrieb hat, oder ob vielleicht schon Genehmigungen verweigert wurden.

Zudem solltest Du vor der Antragstellung unbedingt bei der Unteren Wasserbehörde die örtliche Wasserschutzstufe erfragen, denn innerhalb eines Wasserschutzgebiets kann man sich den Antrag von vornherein sparen - hier ist eine Genehmigung prinzipiell ausgeschlossen. Außerdem lohnt es sich, bei der zuständigen Behörde nachzufragen, ob die wasserrechtliche Bewilligung zeitlich unbegrenzt erteilt wird - so baust Du späteren bösen Überraschungen vor.

Mögliche Erweiterungen

Bild: Wasser-Wärmepumpe Erweiterungen
Immer eine gute Erweiterung für eine Wasser-Wärmepumpe: Solarenergie | © skeeze / pixabay CC0

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist in der Lage, ein Haus als alleinige Heizung mit Wärme zu versorgen. Im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts kann man sie außerdem mit einer ganzen Reihe sinnvoller und nützlicher Ergänzungsmöglichkeiten, wie etwa einer Photovoltaik-Anlage (ggf. mit Stromspeicher), Solarthermie oder einem wasserführenden Kamin, erweitern.

Der Einsatz einer Photovoltaik-Anlage empfiehlt sich besonders; Du kannst hier außerdem die Kombination mit einem Stromspeicher in Erwägung ziehen. Photovoltaik-Anlagen werden in der Regel auf dem Dach montiert oder auch direkt in dieses integriert. Sie gewinnen aus der Energie der Sonne Gleichstrom, der sofort zur Verfügung steht (vorher muss er allerdings durch einen Wechselrichter laufen). Mit Solarenergie kannst Du beispielsweise sehr gut den Strombedarf einer Wärmepumpe decken, was nicht nur die laufenden Kosten senkt - es macht aus der Wasser-Wasser-Wärmepumpe zudem eine wirklich „grüne“ Heizung.

Allerdings scheint natürlich nicht unbedingt immer dann die Sonne, wenn viel Strom benötigt wird und manchmal wird umgekehrt mehr Strom produziert, als man gerade braucht. Für solche Fälle kannst Du ergänzend einen Stromspeicher einsetzen. Der speichert überschüssigen Strom, den Du dann später flexibel nutzen kannst. Stromspeicher sind allerdings im Moment noch relativ teuer; in naher Zukunft dürften die Preise aber so weit gesunken sein, dass die Anschaffung rentabel wird.

Eine andere Möglichkeit, die Sonnenenergie zu nutzen, ist eine Solarthermie-Anlage. Auch diese kann auf dem oder ins Dach montiert werden; eine Montage an der Fassade ist ebenfalls möglich. Die Solarthermie-Anlage erwärmt Wasser, das dann entweder als Brauchwasser, zum Beispiel zum Duschen, oder zusätzlich zur Unterstützung der Heizung genutzt werden kann. Eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung muss hierbei nicht so groß sein wie eine, die der Heizungsunterstützung dient.

Zudem kann man eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit einem wasserführenden Kaminofen ergänzen. Dessen Wassertaschen werden im Betrieb erhitzt; das Wasser kann direkt in den Heizkreislauf eingespeist werden und so die Wärmepumpe effektiv unterstützen.

Alle diese Ergänzungsmöglichkeiten kann man prinzipiell nachrüsten, sie sind also auch im Altbau einsetzbar. Im Idealfall wird jedoch bereits beim Hausbau ein ganzheitliches Konzept erarbeitet, das alle relevanten Faktoren optimal berücksichtigt. Also beispielsweise: Notwendige Größe und Leistungsstärke der Anlage bzw. der einzelnen Komponenten; Zeiten des höchsten Strombedarfs; sinnvolle Ausrichtung der Sonnenkollektoren. Derlei Fragen kann man im Vorfeld viel einfacher berücksichtigen als bei einer späteren Umrüstung.

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