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Luft-Wasser-Wärmepumpe geplant?

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Inhaltsverzeichnis

Bild: Tipps für Deine Heizung

Seit Anfang 2020 gelten neue Förderbedingungen für die Förderung von Heizungen und Gebäudehülle. Die Reform soll die Energiewende vorantreiben und zum Klimaschutz beitragen. Umfangreiche Veränderungen der Förderlandschaft machen allerdings ebenso umfangreiche Veränderungen auf unserer Seite nötig. Daher werden alle Abschnitte zu Förderung, Kosten und Wirtschaftlichkeit derzeit grundlegend überarbeitet und die angegebenen Zahlen sind nicht mehr aktuell. Bis die Überarbeitung abgeschlossen ist, gibt Dir unser Blogartikel zur Heizungsförderung ab 2020 einen ersten Überblick über das Thema.

Einleitung: Wärmepumpen im Neubau

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Neubau
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind sehr lohnend im Neubau | © paulbr75 / pixabay CC0

Seit 2016 gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV) in verschärfter Form. Dadurch ist es im Neubau mittlerweile fast nur noch möglich, die vorgeschriebenen Werte bei den Primärenergie-Anforderungen mithilfe einer Solarthermieanlage einzuhalten.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Wärmepumpen sind in der Regel in der Lage, die Vorgaben als alleinige Heizung zu erfüllen. So tragen sie dazu bei, dass ein Haus den Effizienzhaus-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erreicht und das Bauvorhaben in den Genuss entsprechender großzügiger Förderungen kommen kann.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Typen von Wärmepumpen, die sich alle das gleiche Prinzip zunutze machen: Sie entziehen der Umgebung ihre Wärmeenergie, um sie für uns nutzbar zu machen. Die verschiedenen Wärmepumpen unterscheiden sich darin, welche Wärmequelle sie nutzen und wie sie die gewonnene Wärme wieder abgeben. Da die Wärmequellen der verschiedenen Varianten unterschiedlich aufwendig zu erschließen sind, entstehen unterschiedliche Kosten.

Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Wärme der Erde selbst bzw. von unterirdischen Wasserreservoirs. Da hier größere Bauarbeiten wie etwa Bohrungen oder Erdarbeiten notwendig sind, sind sie in der Anschaffung teurer. Suchst Du eine simplere, kostengünstigere Lösung, kannst Du auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zurückgreifen.

Besonderheiten, Vorteile und Nachteile

Einen guten Mittelweg zwischen Kosten und Effizienz bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft über einen Wärmetauscher Wärme, hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau an und gibt sie dann an den Heizungskreislauf ab, beispielsweise an eine Fußbodenheizung. Wie die anderen Wärmepumpen auch, funktioniert sie also im Prinzip wie ein “umgekehrter Kühlschrank”.

Abgesehen vom für den Antrieb der Pumpe notwendigen Strom, wird keine weitere Energie benötigt. Allerdings lohnt sich der Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nur bei einigermaßen gut gedämmten Gebäuden. In der Anschaffung sind Luft-Wärmepumpen meist günstiger als andere Wärmepumpen, da sie relativ unkompliziert installiert werden können. In der Regel werden keine größeren baulichen Maßnahmen benötigt.

Man kann Luft-Wasser-Wärmepumpen prinzipiell sowohl innerhalb als auch außerhalb von Gebäuden aufstellen und sie eignen sich für Altbauten ebenso wie für Neubauten. Sie sind weniger effizient und im Betrieb teurer als eine Erd- oder Wasser-Wärmepumpe, da sie mehr Strom benötigen - was natürlich auch in Bezug auf die Umweltbilanz eine Rolle spielt. Zudem sind Luft-Wasser-Wärmepumpen stark von der Umgebungstemperatur abhängig: Je geringer die Außentemperatur, desto niedriger die Heizleistung.

Vorteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe Nachteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe
Kostengünstige Anschaffung gegenüber anderen Wärmepumpen, da einfache Erschließung der Wärmequelle (Luft) Höhere Betriebskosten als Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, da geringere Energieeffizienz
Verschiedene Fördermöglichkeiten (BAFA, KfW) Große Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur: An kalten Tagen kann elektrisches Nachheizen oder Ergänzung durch konventionelle Heizung nötig sein
Für die meisten Gebäude einsetzbar; nachträglicher Einbau möglich Vergleichsweise laut im Betrieb
Umweltschonend bei Verwendung von Ökostrom Schlechtere Ökobilanz bei Betrieb mit Strom aus fossilen Energieträgern
Kleine Aufstellfläche  
Bei entsprechender Ausstattung auch Warmwasserbereitung und Raumkühlung möglich  
Niedrige Wartungskosten (kein Schornsteinfeger)  

Bauliche Voraussetzungen am Haus

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe statt Ölheizung
Luft-Wasser-Wärmepumpe als Alternative auf dem Land | © Falkenpost / pixabay CC0

Generell kann man eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowohl im Innern des Hauses, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum, als auch im Außenbereich aufstellen.

Beide Optionen haben ihre spezifischen Vorteile: Innen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen sind leiser und von außen nicht sichtbar. Somit kann kein "optischer Schall" entstehen. Zudem geht im Außenbereich kein Platz verloren. Vorteil einer Außenaufstellung ist dem gegenüber, dass der Platzbedarf im Innern des Hauses nur minimal ist.

Obwohl der Aufstellungsort auf die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe keine Auswirkungen hat, findet man sie meistens im Außenbereich - hier sind allerdings einige Punkte zu beachten: Optik, Schallschutz, Fundament und Anschlüsse. Außerdem gibt es noch die sogenannte Split-Wärmepumpe. Bei diesen Geräten liegt ein Teil der Anlage außerhalb des Hauses, der andere Teil innerhalb. Split-Wärmepumpen haben einige Vorteile, so sind sie etwa relativ preisgünstig und platzsparend. Außerdem arbeiten sie besonders effizient und leise.

Wie kommt jetzt die Wärme in die Raumluft? Generell arbeiten Wärmepumpen am effizientesten, wenn sie ihre Wärme über einen großflächigen Verteiler abgeben können. Dazu werden beispielsweise Flachheizkörper genutzt. Auch eine Wandheizung oder Deckenheizung ist möglich, ebenso wie eine sehr beliebte Fußbodenheizung. Natürlich kann eine Wärmepumpe auch mit konventionellen Heizkörpern arbeiten, hierbei ist sie allerdings weniger effizient. Deshalb sollte nach Möglichkeit einer Flächenheizung der Vorzug gegeben werden.

Luft-Wasser-Wärmepumpe statt Ölheizung

Immer wieder liest man, die Luft-Wasser-Wärmepumpe sei eine gute Alternative zur Ölheizung. Für welche Bereiche ist dies besonders relevant? Generell ist eine Wärmepumpe eine gute Lösung für gedämmte Gebäude. Als Alternative zum “schmutzigen” Öl wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe vor allem für ländliche Regionen immer wichtiger, wo es ohne Gasleitungen außer der Ölheizung lange keine anderen Möglichkeiten gab, eine Zentralheizung zu betreiben. Eine Wärmepumpe ist hier eine gute Alternative, mit der man ebenso unabhängig heizen kann wie mit Öl.

Gleichzeitig ist sie viel umweltfreundlicher: Wärmepumpen benötigen zum Betrieb nur ein Minimum an Strom. Wenn dieser dann noch aus regenerativen Quellen stammt, also etwa von der eigenen Photovoltaikanlage, kann mit einer Wärmepumpe vollständig klimaneutral geheizt werden. Ein weiterer Vorteil der Luft-Wasser-Wärmepumpe gegenüber der Ölheizung ist, dass man, vom für den Betrieb notwendigen Strom einmal abgesehen, unabhängig von externen Energielieferungen ist. Das aufwendige Nachtanken von Heizöl gehört mit einer Wärmepumpe also der Vergangenheit an.

Was können andere Wärmepumpen besser?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist also relativ günstig in der Anschaffung und unkompliziert zu installieren, dafür aber teurer zu unterhalten und unter Umständen eine Geräuschbelästigung. In welchen Bereichen sind die anderen Arten von Wärmepumpen ihr überlegen?

Steht ein höheres Budget zur Verfügung und stimmen die Rahmenbedingungen, kann eine Sole-Wasser-Wärmepumpe oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Alternative sein. Beide arbeiten deutlich effizienter als Luft-Wärmepumpen und punkten dadurch mit sehr viel geringeren laufenden Stromkosten. Sie sind jedoch in der Anschaffung etwas teurer, da für die Erschließung ihrer Wärmequellen zusätzliche Bauarbeiten vonnöten sind.

Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Kosten
Welche Kosten verursacht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe? | © stevepb / pixabay CC0

Wie bei allen Heizungssystemen setzen sich die Kosten für eine Wärmepumpe aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen Anschaffung und Einbau und zum anderen die laufenden Kosten.

Wärmepumpen sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer, dafür sind sie aber günstiger zu unterhalten als beispielsweise Verbrennungs-heizungen. Zudem sind Wärmepumpen eine umweltfreundliche und nachhaltige Lösung - daher kann ihre Anschaffung auch gefördert werden, was die Gesamtkosten weiter senkt.

Anschaffung und Einbau

Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Die Wärmepumpe selbst und der Einbau sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, daneben können noch Kosten für Zubehör sowie für die Erschließung der Wärmequelle hinzukommen. Letzteres fällt bei Luft-Wärmepumpen allerdings weg, weshalb diese deutlich günstiger in der Anschaffung sind. Insgesamt musst Du bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Anschaffungskosten von etwa 15.000 € (mit Einbau) rechnen:

Komponente Kosten
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Innenaufstellung) 10.000 - 12.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Außenaufstellung) 10.000 - 13.000 €
Einbau 2.000 - 4.000 €
Gesamtkosten 12.000 - 17.000 €

Betrieb und Wartung

Wärmepumpen sind im Betrieb deutlich günstiger als Verbrennungsheizungen, da kein Brennstoff gekauft werden muss und der Schornsteinfeger ebenfalls wegfällt. Zum Betrieb benötigen sie allerdings Strom. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt so in einem Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 kWh mit jährlich rund 430 € Stromkosten zu Buche. Es gibt für den Betrieb von Wärmepumpen übrigens spezielle, besonders günstige Stromtarife - Preise vergleichen lohnt sich! Außerdem ist eine regelmäßige Wartung notwendig, wofür Du noch einmal circa 100 € einkalkulieren musst. Insgesamt belaufen sich die laufenden Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Jahr also auf ungefähr 530 €.

Wirtschaftlichkeit

Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe? Wann machen die geringeren laufenden Kosten die hohen Anschaffungskosten wett? Und wie sieht es im Vergleich zu den teureren Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen aus? Im Neubau ist zu beachten, dass laut Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) jegliche Heizung (auch) erneuerbare Energieträger nutzen muss.

Eine reine Gas- oder Ölheizung kommt also nicht in Frage, sondern kann nur eingebaut werden, wenn sie durch Solarthermie unterstützt wird. Hierdurch sind die Anschaffungskosten sogar höher als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Da diese zusätzlich noch niedrigere Betriebskosten hat, amortisiert sie sich auch entsprechend schneller:

Heizung im Neubau 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 23.100 € 25.600 € 31.800 € 35.700 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 20.500 € 27.200 € 31.400 €
Ölheizung mit Tank + Solar-Heizungsunterstützung 23.200 € 27.400 € 38.100 € 44.800 €
Gasheizung mit Anschluss + Solar-Heizungsunterstützung 21.600 € 25.800 € 36.400 € 42.900 €

Förderung und Zuschüsse

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Förderung
Durchblick im Förderungsdschungel? | © Geisteskerker / pixabay CC0

Wärmepumpen sind eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizungen, was ihnen neben einem guten Ruf auch eine Reihe von Fördermöglichkeiten einbringt.

Je nach Pumpenart und Gebäudetyp (Neubau oder Altbau) gibt es hier verschiedene Angebote vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die man teilweise auch kombinieren kann.

Generell ist zu beachten, dass die KfW meist Komplettsanierungen bzw. Neubauten nach dem Effizienzhaus-Standard unterstützt, während das BAFA vor allem Einzelmaßnahmen fördert. Wir geben Dir im Folgenden eine Übersicht über die gängigsten Fördermöglichkeiten. Möchtest Du darüber hinaus eine detaillierte Beratung zu den verschiedenen Optionen, kannst Du eine Anfrage stellen.

Förderung beantragen (Neubau)

Deinen Neubau wirst Du in der Regel über den KfW-Kredit 153 für energieeffizientes Bauen finanzieren. Diesen kannst du mit der Wärmepumpen-Förderung des BAFA kombinieren. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl ab 4,5 kannst du hier, je nach Leistung, einen Zuschuss von mindestens 1.300 € bekommen. Häufig wird die geforderte Mindest-JAZ allerdings in der Realität nicht erreicht, sodass man ohne den Zuschuss auskommen muss. Wenn gleichzeitig noch eine Solar- oder Biomasseanlage errichtet oder die Wärmepumpe an ein Wärmenetz angeschlossen wird, ist zusätzlich ein Kombinationsbonus von 500 € möglich.

Produkt Bedingungen Förderung
KfW-Kredit 153 Neubau KfW-Effizienzhaus bzw. entsprechende Eigentumswohnung Bis zu 100.000 € Kredit, 5.000 - 15.000 € Tilgungszuschuss (je nach Effizienzhaus-Standard)
BAFA-Innovationsförderung Luft-Wasser-Wärmepumpen mit hohen Jahresarbeitszahlen (ab 4,5) oder mit verbesserter Systemeffizienz Zuschuss: 1.300 - 4.000 €
BAFA-Kombinationsbonus Gleichzeitiger Einbau von Solarthermieanlage, Photovoltaik, Biomasseanlage oder Anschluss an ein Wärmenetz Jeweils 500 €

Die Beantragung läuft folgendermaßen ab: Erst musst Du den Antrag stellen (bei der KfW musst du hierfür einen Energieberater beauftragen), erst danach können die Bauarbeiten beginnen. Einen Kredit musst Du nach Bewilligung bei Deiner Hausbank beantragen. Die Auszahlung der diversen Zuschüsse erfolgt nach Abschluss der Bauarbeiten. Der Ablauf im Überblick:

  • Vor Antragstellung musst Du einen Energieberater beauftragen (nur bei Antrag auf KfW-Förderung).
  • Dieser stellt den Antrag bei der KfW; beim BAFA stellst du den Antrag gemeinsam mit dem Fachunternehmen.
  • Ehe der Bau starten kann, musst Du den Bewilligungsbescheid abwarten.
  • Für einen KfW-Kredit musst du einen Kreditvertrag bei der Hausbank abschließen.
  • Ist alles erledigt, können die Baumaßnahmen starten.
  • Nach Ende der Bauarbeiten muss noch eine Bestätigung über die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen eingereicht werden.
  • Nach deren Prüfung bekommst Du den Zuschuss ausgezahlt.

Förderung im Altbau

Im Altbau gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Förderung für den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zu erhalten. Die KfW fördert hier sowohl Komplettsanierungen als auch Einzelmaßnahmen, das BAFA nur Einzelmaßnahmen. KfW- und BAFA-Förderung sind im Altbau in den meisten Fällen NICHT kombinierbar. Im Normalfall wirst Du im Altbau zur BAFA-Förderung greifen. Die Antragstellung funktioniert im Altbau genauso wie im Neubau.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Basis- und Innovationsförderung Elektrisch betriebene Luft-Wasser-Wärmepumpen Zuschuss: 1.300 - 6.000 €
BAFA-Kombinationsbonus Gleichzeitiger Einbau von Solarthermieanlage, Photovoltaik, Biomasseanlage oder Anschluss an ein Wärmenetz Jeweils 500 €
KfW-Investitionszuschuss 430 Heizungs-/Lüftungspaket 15 % der förderfähigen Kosten, bis zu 7.500 €

Haltbarkeit und bekannte Probleme

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Probleme
Probleme mit Luft-Wasser-Wärmepumpen? | © TheDigitalArtist / pixabay CC0

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine umweltfreundliche und relativ einfach zu installierende Alternative zu konventionellen Heizungen. Aber kann es auch Probleme geben? Wie wirkt sich beispielsweise der Geräuschpegel in der Praxis aus? Und wie ist es um die Haltbarkeit der doch recht teuren Geräte bestellt?

Generell hat eine Wärmepumpe eine ähnliche Lebensdauer wie andere Heizungen auch. Bei regelmäßiger Wartung kann sie also gut 15 - 20 Jahre anstandslos ihren Dienst verrichten, bei guter Pflege durchaus auch länger. Wichtig ist, dass die Anlage regelmäßig gewartet wird - das heißt ungefähr einmal im Jahr.

Hier ist es empfehlenswert, einen Wartungsvertrag abzuschließen. Die Wartung erfolgt dann regelmäßig und zu konstanten Kosten (da Du eine Jahresgebühr bezahlst), ohne dass Du jedes Mal neu einen Techniker beauftragen müsstest. Die Jahrespauschale ist zwar tendenziell etwas höher als eine einzelne Wartung, dafür sind aber Dinge wie Anfahrt und Ersatzteile inklusive, für die Du sonst extra zahlen müsstest. Zudem ist der Wartungsvertrag bei manchen Herstellern die Voraussetzung für manche Garantieleistungen.

Bei der Wartung sollten in der Regel alle Einstellungen überprüft und beispielsweise die Tauscherflächen gereinigt werden. Die konkreten Vorgaben, was bei der Wartung zu erledigen ist, sind von Gerät zu Gerät unterschiedlich und können beim Hersteller Deiner Wärmepumpe erfragt werden. Oder Du überlässt die Wartung direkt einem Techniker vom Hersteller, dann bist Du auf der sicheren Seite. Außerdem sollte nicht nur die Wärmepumpe an sich, sondern das gesamte Heizsystem regelmäßig gewartet werden, also etwa Pumpen, Filter sowie Ausdehnungsgefäße.

Ein mögliches Problem: Unter bestimmten Umständen kann eine im Freien aufgestellte Luft-Wärmepumpe im Winter einfrieren. Um dies zu vermeiden, muss der Verdampfer regelmäßig abgetaut werden. Dafür ist eine (weitgehend) durchgängige Stromversorgung der Wärmepumpe notwendig. Außerdem müssen die Verbindungsleitungen ins Haus wärmegedämmt und frostsicher verlegt werden, damit das Heizwasser nicht einfriert.

Außerdem gut zu wissen: nimmt die Leistungsfähigkeit von Luft-Wärmepumpen bei niedrigen Außentemperaturen langsam ab. Ab -20 °C muss dann der integrierte elektrische Heizstab zugeschaltet werden, was den Stromverbrauch der Luft-Wasser-Wärmepumpe erhöht. In der Praxis erreichen wir solche Temperaturen in Deutschland allerdings nur äußerst selten, weshalb dieser Fakt kein Ausschlusskriterium darstellen sollte.

Lautstärke

Die in Erfahrungsberichten immer wieder bemängelte Lautstärke von Luft-Wärmepumpen stellt heutzutage kein großes Problem mehr dar, besonders wenn man bei der Planung einige Dinge berücksichtigt. Je nach Aufstellungsort geben Luft-Wasser-Wärmepumpen unterschiedliche Ventilator- und Strömungsgeräusche von sich.

Moderne Geräte sind aber deutlich leiser als ältere, in der Regel sollte es also zu keiner Lärmbelästigung kommen. In Deutschland gibt es gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte für Schallemissionen, die logischerweise auch Wärmepumpen nicht überschreiten dürfen:

Gebiet Grenzwert tagsüber Grenzwert nachts
Kerngebiete, Mischgebiete, Dorfgebiete 60 dB 45 dB
Allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete 55 dB 40 dB
Reine Wohngebiete 50 dB 35 dB
Kurgebiete, Krankenhäuser, Pflegeanstalten 45 dB 35 dB
Innerhalb von Gebäuden 35 dB 25 dB

In den meisten Fällen ist die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe also unproblematisch. In Ferien- und Erholungsgebieten und besonders im Ausland, beispielsweise in Österreich, können die Auflagen zum Lärmschutz weitaus härter sein. Hier können spezielle Lärmschutz-Maßnahmen nötig werden. Je nach Aufstellungsort bieten sich unterschiedliche Maßnahmen an, um die Lärmentwicklung möglichst gering zu halten:

Innenaufstellung Außenaufstellung
Luftwärmepumpe nicht installieren: Auf Fliesenböden, in leeren Räumen, auf Leichtbauböden, auf Trittschalldämmung Schallreflexion kann Lärm verursachen, daher: Vermeiden, dass die Luft zum Nachbargebäude oder auf eigene angrenzende Gebäudeteile ausgeblasen wird
Eine Kombination von Betonfundament mit unterlegter Gummimatte sorgt für Geräuschdämmung Stattdessen: Die Luft zur Straße oder zu einer schallschluckenden Wiesenfläche ausblasen
Weitere Störfaktoren: Zu kleine Luftkanäle, schlechte Luftführung, schlecht schallisolierte Zwischenräume zwischen Mauerwerk und Luftführungskanälen Der Luftstrom der Luft-Wärmepumpe darf nirgends behindert werden
Um solche Störfaktoren von vornherein auszuschließen: Gleich einen Fachmann beauftragen! Nicht in direkter Nähe zum Nachbarn, zu Schlafzimmer- oder Küchenfenstern aufstellen
  Eine Einfassung mit einem Lamellenzaun kann Schall schlucken
  Ein Fachmann achtet beim Anschluss der Luftwärmepumpe an Rohr- sowie Elektroleitungen auf eine schalltechnische Entkopplung zur Hausinstallation und vermeidet damit zusätzlichen Lärm

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Altbau Dämmung
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau? Dämmung nicht vergessen! | © AKuptsova / pixabay CC0

Es gibt also viele Argumente, die für die Anschaffung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau sprechen. Aber wie sieht die Lage im Altbau aus? Lohnt sich die Anschaffung auch hier, oder solltest Du besser auf andere Lösungen zurückgreifen?

Luft-Wärmepumpen werden in der Sanierung am häufigsten eingesetzt, da sie besonders einfach nachzurüsten sind. In erster Linie lohnt sich eine solche Investition, wenn das Haus insgesamt energetisch saniert wird oder wurde (Dämmung, Austausch von Fenstern und Türen etc.), da eine Wärmepumpe in einem nicht modernisierten Altbau kaum gegen den Wärmeverlust ankäme.

Ein Flächenheizsystem (wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung) ist zwar die optimale Lösung in Verbindung mit einer Wärmepumpe, wenn die alten Heizkörper groß genug sind, können sie aber weiter betrieben werden. Wenn der alte Heizkessel noch intakt und nicht veraltet ist, spricht auch nichts dagegen, diesen als Unterstützung für die neue Wärmepumpe zu behalten. Er kann dann etwa bei besonders niedrigen Außentemperaturen einspringen, wenn die Wärmepumpe allein weniger wirtschaftlich arbeiten würde.

Solltest Du eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kaufen?

Die Antwort auf diese Frage ist (mit gewissen Einschränkungen) ein klares “Ja”. Wenn es sich nicht gerade um ein altes, zugiges, ungedämmtes Haus handelt, ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine umweltfreundliche, sparsame Heizung sowohl für Einfamilienhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser (und übrigens - in Form von Großwärmepumpenanlagen - auch für Industrie und Gewerbe).

Für Ferienhäuser kann man allerdings nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn hier kann die Anschaffung teurer werden, da es keine Möglichkeit der Förderung durch die KfW gibt. Außerdem sollte es gerade in der kalten Jahreszeit möglichst nicht zu Lücken in der Stromversorgung kommen, da sonst das System einfrieren kann. Hier kann der Einsatz eines Frostschutzmittels notwendig werden.

Im Bereich der Einfamilienhäuser empfiehlt sich die Nutzung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für Passivhäuser und Neubauten generell; für modernisierte Altbauten gilt das gleiche. Mehrfamilienhäuser haben zwar einen höheren Energiebedarf, doch diesen kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe decken, wenn sie entsprechend dimensioniert ist. Luft-Wärmepumpen eignen sich auch hier sowohl für Neubauten als auch als Nachrüstung. Zudem ist eine bivalente Lösung möglich, das heißt die Wärmepumpe kann als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem hinzukommen.

Mögliche Erweiterungen

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Erweiterungen Solarenergie
Solarenergie als Ergänzung zur Luft-Wasser-Wärmepumpe | © RoyBuri / pixabay CC0

Natürlich kann man eine Wärmepumpe nicht nur “für sich” oder in Ergänzung zu einer bestehenden konventionellen Heizung betreiben, sondern es gibt eine ganze Reihe sinnvoller und nützlicher Erweiterungen.

Besonders empfehlenswert ist der Einsatz einer Photovoltaikanlage, wobei sich die Kombination mit einem Stromspeicher anbietet. Eine Photovoltaikanlage wird meist auf dem Dach montiert oder direkt ins Dach integriert. Sie gewinnt aus Sonnenenergie Gleichstrom, der (nachdem er durch einen Wechselrichter gelaufen ist) sofort zur Verfügung steht - und sehr gut den Strombedarf einer Wärmepumpe decken kann. Dies senkt nicht nur die laufenden Kosten, sondern macht die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch zu einer wirklich “grünen” Heizung.

Da allerdings nicht unbedingt immer dann die Sonne scheint, wenn gerade viel Strom benötigt wird, und umgekehrt manchmal mehr Strom produziert wird, als benötigt wird, kann man ergänzend einen Stromspeicher einsetzen. Dieser kann Überschüsse an Strom speichern, die dann später flexibel genutzt werden können. Allerdings sind Stromspeicher momentan noch vergleichsweise teuer; etwa ab dem Jahr 2020 dürften die Preise aber so weit gesunken sein, dass die Anschaffung rentabel wird.

Eine Solarthermieanlage (ebenfalls auf dem Dach oder im Dach integriert; ggf. auch an der Fassade) nutzt ebenfalls die Energie der Sonne - allerdings um Wasser zu erwärmen. Dieses kann dann entweder als Brauchwasser, zum Beispiel zum Duschen, oder auch zur Unterstützung der Heizung genutzt werden. Eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung muss allerdings größer sein als eine, die nur der Warmwasserbereitung dient.

Quelle: © bdhkoeln / youtube.com

Eine sehr gute Ergänzung zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ein wasserführender Kaminofen. Dieser ist mit Wassertaschen ausgerüstet, die im Betrieb erhitzt werden, und aus denen das Wasser direkt in den Heizkreislauf eingespeist werden kann. So kann die Wärmepumpe effektiv unterstützt werden, was gerade bei niedrigen Außentemperaturen notwendig werden kann. So spart der Kamin mit Wassertaschen Stromkosten ein, da die Wärmepumpe den Mangel nun nicht über elektrische Heizstäbe ausgleichen muss.

Alle diese Ergänzungsmöglichkeiten lassen sich potenziell nachrüsten, sind also auch im Altbau eine Option. Im Idealfall erarbeitest Du das Konzept aber bereits beim Hausbau, denn dann kannst Du alle relevanten Faktoren optimal berücksichtigen, also etwa: Wie groß und wie leistungsstark muss die Anlage bzw. die einzelnen Komponenten sein? Wann wird der meiste Strom verbraucht? Und in welche Richtung sollten z. B. die Sonnenkollektoren oder die Ausströmung der Wärmepumpe ausgerichtet sein? All diese Fragen lassen sich im Vorfeld viel einfacher berücksichtigen als bei einer nachträglichen Umrüstung.