Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
OK

Luft-Wasser-Wärmepumpe geplant?

kostenlose Angebote | regionale Betriebe | 100% unverbindlich

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Wärmepumpen im Neubau

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Neubau
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind sehr lohnend im Neubau | © paulbr75 / pixabay CC0

Seit 2016 gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV) in verschärfter Form. Dadurch ist es im Neubau mittlerweile fast nur noch möglich, die vorgeschriebenen Werte bei den Primärenergie-Anforderungen mithilfe einer Solarthermie-Anlage einzuhalten.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Wärmepumpen sind in der Regel in der Lage, die Vorgaben als alleinige Heizung zu erfüllen. Deshalb genießen sie eine staatliche Förderung. Diese wurde zu Jahresbeginn 2020 deutlich erhöht. Hauptverantwortlich für die Förderung von Heizungen und damit auch Wärmepumpen als Einzelmaßnahme ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Rahmen von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard fördert aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Anschaffung einer Wärmepumpe.

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Typen von Wärmepumpen, die sich alle das gleiche Prinzip zunutze machen: Sie entziehen der Umgebung ihre Wärmeenergie, um sie für uns nutzbar zu machen. Die verschiedenen Wärmepumpen unterscheiden sich darin, welche Wärmequelle sie nutzen und wie sie die gewonnene Wärme wieder abgeben. Da die Wärmequellen der verschiedenen Varianten unterschiedlich aufwendig zu erschließen sind, entstehen unterschiedliche Kosten.

Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Wärme der Erde selbst bzw. von unterirdischen Wasserreservoirs. Da hier größere Bauarbeiten wie etwa Bohrungen oder Erdarbeiten notwendig sind, sind sie in der Anschaffung teurer. Suchst Du eine simplere, kostengünstigere Lösung, kannst Du auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zurückgreifen.

Besonderheiten, Vorteile und Nachteile

Einen guten Mittelweg zwischen Kosten und Effizienz bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft über einen Wärmetauscher Wärme, hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau an und gibt sie dann an den Heizungskreislauf ab, beispielsweise an eine Fußbodenheizung. Wie die anderen Wärmepumpen auch, funktioniert sie also im Prinzip wie ein „umgekehrter Kühlschrank“.

Abgesehen vom für den Antrieb der Pumpe notwendigen Strom wird keine weitere Energie benötigt. Allerdings lohnt sich der Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nur bei einigermaßen gut gedämmten Gebäuden. In der Anschaffung sind Luft-Wärmepumpen meist günstiger als andere Wärmepumpen, da sie relativ unkompliziert installiert werden können. In der Regel werden keine größeren baulichen Maßnahmen benötigt.

Man kann Luft-Wasser-Wärmepumpen prinzipiell sowohl innerhalb als auch außerhalb von Gebäuden aufstellen und sie eignen sich für Altbauten ebenso wie für Neubauten. Sie sind weniger effizient und im Betrieb teurer als eine Erd- oder Wasser-Wärmepumpe, da sie mehr Strom benötigen - was natürlich auch in Bezug auf die Umweltbilanz eine Rolle spielt. Zudem sind Luft-Wasser-Wärmepumpen stark von der Umgebungstemperatur abhängig: Je geringer die Außentemperatur, desto niedriger die Heizleistung.

Vorteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe Nachteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe
Kostengünstige Anschaffung gegenüber anderen Wärmepumpen, da einfache Erschließung der Wärmequelle (Luft) Höhere Betriebskosten als Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, da geringere Energieeffizienz
Verschiedene Fördermöglichkeiten (BAFA, KfW) Große Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur: An kalten Tagen kann elektrisches Nachheizen oder Ergänzung durch konventionelle Heizung nötig sein
Für die meisten Gebäude einsetzbar; nachträglicher Einbau möglich Vergleichsweise laut im Betrieb
Umweltschonend bei Verwendung von Ökostrom Schlechtere Ökobilanz bei Betrieb mit Strom aus fossilen Energieträgern
Kleine Aufstellfläche  
Bei entsprechender Ausstattung auch Warmwasserbereitung und Raumkühlung möglich  
Niedrige Wartungskosten (kein Schornsteinfeger)  

Bauliche Voraussetzungen am Haus

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe statt Ölheizung
Luft-Wasser-Wärmepumpe als Alternative auf dem Land | © Falkenpost / pixabay CC0

Generell kann man eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowohl im Innern des Hauses, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum, als auch im Außenbereich aufstellen.

Beide Optionen haben ihre spezifischen Vorteile: Innen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen sind leiser und von außen nicht sichtbar. Somit kann kein „optischer Schall“ entstehen. Zudem geht im Außenbereich kein Platz verloren. Vorteil einer Außenaufstellung ist demgegenüber, dass der Platzbedarf im Innern des Hauses nur minimal ist.

Obwohl der Aufstellungsort auf die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe keine Auswirkungen hat, findet man sie meistens im Außenbereich - hier sind allerdings einige Punkte zu beachten: Optik, Schallschutz, Fundament und Anschlüsse. Außerdem gibt es noch die sogenannte Split-Wärmepumpe. Bei diesen Geräten liegt ein Teil der Anlage außerhalb des Hauses, der andere Teil innerhalb. Split-Wärmepumpen haben einige Vorteile, so sind sie etwa relativ preisgünstig und platzsparend. Außerdem arbeiten sie besonders effizient und leise.

Wie kommt jetzt die Wärme in die Raumluft? Generell arbeiten Wärmepumpen am effizientesten, wenn sie ihre Wärme über einen großflächigen Verteiler abgeben können. Dazu werden beispielsweise Flachheizkörper genutzt. Auch eine Wandheizung oder Deckenheizung ist möglich, ebenso wie eine sehr beliebte Fußbodenheizung. Natürlich kann eine Wärmepumpe auch mit konventionellen Heizkörpern arbeiten, hierbei ist sie allerdings weniger effizient. Deshalb sollte nach Möglichkeit einer Flächenheizung der Vorzug gegeben werden.

Luft-Wasser-Wärmepumpe statt Ölheizung

Immer wieder liest man, die Luft-Wasser-Wärmepumpe sei eine gute Alternative zur Ölheizung. Als Alternative zum „schmutzigen“ Öl wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe vor allem für ländliche Regionen immer wichtiger, wo es ohne Gasleitungen außer der Ölheizung lange keine anderen Möglichkeiten gab, eine Zentralheizung zu betreiben. Eine Wärmepumpe ist hier eine gute Alternative, mit der man ebenso unabhängig heizen kann wie mit Öl. Gleichzeitig ist sie viel umweltfreundlicher: Wärmepumpen benötigen zum Betrieb nur ein Minimum an Strom. Deshalb werden sie auch beim Austausch gegen eine alte Ölheizung besonders hoch gefördert.

Das BAFA gewährt hier eine sogenannte Austauschprämie in Höhe von 45 % der Anschaffungskosten als Förderung. Ein weiterer Vorteil der Luft-Wasser-Wärmepumpe gegenüber der Ölheizung ist, dass man, vom Betriebsstrom einmal abgesehen, unabhängig von externen Energielieferungen ist. Am günstigsten und umweltfreundlichsten ist es, wenn der Strom aus regenerativen Quellen wie einer Photovoltaik-Anlage stammt. So kann man kann mit einer Wärmepumpe vollständig klimaneutral heizen. Das aufwendige Nachtanken von Heizöl gehört mit einer Wärmepumpe also der Vergangenheit an.

Was können andere Wärmepumpen besser?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist also relativ günstig in der Anschaffung und unkompliziert zu installieren, dafür aber teurer zu unterhalten und unter Umständen eine Geräuschbelästigung. In welchen Bereichen sind die anderen Arten von Wärmepumpen ihr überlegen?

Steht ein höheres Budget zur Verfügung und stimmen die Rahmenbedingungen, kann eine Sole-Wasser-Wärmepumpe oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Alternative sein. Beide arbeiten deutlich effizienter als Luft-Wärmepumpen und punkten dadurch mit sehr viel geringeren laufenden Stromkosten. Sie sind jedoch in der Anschaffung etwas teurer, da für die Erschließung ihrer Wärmequellen zusätzliche Bauarbeiten vonnöten sind.

Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Kosten
Welche Kosten verursacht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe? | © stevepb / pixabay CC0

Wie bei allen Heizungssystemen setzen sich die Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen Anschaffung und Einbau und zum anderen die laufenden Kosten.

Wärmepumpen sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer, dafür sind sie aber günstiger zu unterhalten als beispielsweise Verbrennungsheizungen. Zudem sind Wärmepumpen eine umweltfreundliche und nachhaltige Lösung. Das belohnt der Staat mit einer hohen Förderung, was die Gesamtkosten weiter senkt.

Anschaffung und Einbau

Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Die Wärmepumpe selbst und der Einbau sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, daneben können noch Kosten für Zubehör sowie für die Erschließung der Wärmequelle hinzukommen. Letzteres fällt bei Luft-Wärmepumpen allerdings weg, weshalb diese deutlich günstiger in der Anschaffung sind. Insgesamt musst Du bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Anschaffungskosten von etwa 15.000 Euro (mit Einbau) rechnen:

Komponente Kosten
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Innenaufstellung) 10.000 - 12.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe (Außenaufstellung) 10.000 - 13.000 €
Einbau 2.000 - 4.000 €
Gesamtkosten 12.000 - 17.000 €

Betrieb und Wartung

Wärmepumpen sind im Betrieb deutlich günstiger als Verbrennungsheizungen, da kein Brennstoff gekauft werden muss und der Schornsteinfeger ebenfalls wegfällt. Zum Betrieb benötigen sie allerdings Strom. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt so in einem Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden mit jährlich rund 430 Euro Stromkosten zu Buche. Es gibt für den Betrieb von Wärmepumpen übrigens spezielle, besonders günstige Stromtarife - Preise vergleichen lohnt sich! Außerdem ist eine regelmäßige Wartung notwendig, wofür Du noch einmal circa 100 Euro einkalkulieren musst. Insgesamt belaufen sich die laufenden Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Jahr also auf ungefähr 530 Euro.

Wirtschaftlichkeit

Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe? Wann machen die geringeren laufenden Kosten die hohen Anschaffungskosten wett? Und wie sieht es im Vergleich zu den teureren Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen aus? Im Neubau ist zu beachten, dass laut Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) jegliche Heizung (auch) erneuerbare Energieträger nutzen muss.

Eine reine Gasheizung kommt also nicht infrage, sondern kann nur eingebaut werden, wenn sie als Hybrid durch thermische Nutzung erneuerbarer Energien (wie z. B. eine heizungsunterstützenden Solarthermie-Anlage) sowie durch eine Lüftungsanlage mit zusätzlicher Wärmerückgewinnung unterstützt wird. Dadurch sind die Anschaffungskosten deutlich höher als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Da diese auch noch niedrigere Betriebskosten hat, ist sie die günstigere Anschaffung:

Anlage 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.900 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 15.300 € 18.000 € 24.700 € 28.900 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 18.400 € 20.900 € 27.100 € 30.900 €
Öl-Brennwertheizung + Solathermie HU* + Lüftungsanlage mit WR** 28.800 € 31.900 € 39.600 € 44.400 €
Gas-Brennwertheizung + Solathermie HU* + Lüftungsanlage mit WR** 27.200 € 30.000 € 37.100 € 41.600 €

* Heizungunterstützung **Wärmerückgewinnung

Förderung und Zuschüsse

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Förderung
Durchblick im Förderungsdschungel? | © Geisteskerker / pixabay CC0

Wärmepumpen sind eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizungen, was ihnen neben einem guten Ruf auch hohe staatliche Fördermöglichkeiten einbringt.

Seit Beginn des Jahres 2020 ist hauptsächlich das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Einzelmaßnahmen im Bereich Heizung zuständig. Es fördert die Installation von Luft-Wasser-Wärmepumpen sowohl im Neubau als auch im Bestandsbau.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert Heizungen nur noch im Falle von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard. Außerdem gibt es die Möglichkeit, auf einen Kredit zurückzugreifen, um eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien zu finanzieren. Dabei sind die Förderungen von KfW und BAFA teilweise kombinierbar, teilweise nicht. Wir geben Dir im Folgenden eine Übersicht über die bestehenden Fördermöglichkeiten. Möchtest Du darüber hinaus eine detaillierte Beratung zu den verschiedenen Optionen, kannst Du eine Anfrage stellen.

Förderung beantragen (Neubau)

Der Antrag auf Förderung im Neubau kann online beim BAFA gestellt werden. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wird mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, sofern die technischen Mindestanforderungen erfüllt werden. So müssen Wärmepumpen im Neubau eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 4,5 erreichen. Das schaffen Luft-Wasser-Wärmepumpen allerdings nur selten. Als weitere Förderung steht der KfW-Kredit 153 für Neubauten zur Verfügung.

Hier kannst Du neben einem Kredit von 120.000 Euro auch einen Tilgungszuschuss von 25 Prozent der Kreditsumme, also maximal 30.000 Euro erhalten. Um den Kredit in Anspruch nehmen zu können, muss der Neubau den Effizienzhaus-Standard 55 erreichen. Außerdem ist ein Energieberater in das Vorhaben mit einzubeziehen. Dieser lässt sich über den Zuschuss KfW 431 zu 50 Prozent, maximal aber 4.000 Euro ebenfalls fördern. Außerdem lässt sich im Neubau der KfW Kredit 153 mit der BAFA-Förderung kombinieren.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Förderung "Heizen mit erneuerbaren Energien" Luft-Wasser-Wärmepumpe mit hohen JAZ ab 4,5 oder mit verbesserter Systemeffizienz 35 % der förderfähigen Kosten
KfW-Kredit 153 Neubau oder Kauf eines KfW-Effizienzhaus bzw. einer entsprechenden Eigentumswohnung; es muss mindestens Effizienzhaus-Standard KfW 55 erreicht werden Kredit bis höchstens 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 25 % der Kreditsumme, maximal 30.000 €
KfW-Zuschuss 431 Beauftragung eines Energieberaters 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

Den Antrag beim BAFA kannst Du selbst online stellen. Dazu muss Dir der Kostenvoranschlag für die förderfähigen Leistungen vorliegen, da dieser Grundlage für die Berechnung der Förderung ist. Wichtig auch: Zu den förderfähigen Leistungen zählt nicht nur die Anschaffung selbst, sondern auch die Kosten für die Installation und eventuell anfallende Umfeldmaßnahmen. Entscheidend ist, dass der Antrag auf Förderung vor der schriftlichen Auftragsvergabe gestellt wird, da Dir die Kosten sonst nicht erstattet werden.

Bei der KfW läuft die Beantragung folgendermaßen ab: Erst musst Du den Antrag stellen, danach können die Bauarbeiten beginnen. Vor der Antragstellung selber musst Du zudem einen Energieberater verpflichten. Ohne ihn ist eine Förderung nicht möglich. Den KfW-Kredit musst Du nach Bewilligung bei Deiner Hausbank beantragen. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt beim BAFA nach Abschluss der Bauarbeiten. Bei der KfW wird der Tilgungszuschuss mit dem Kredit verrechnet. Der Ablauf im Überblick:

  • Bei der KfW musst Du einen Energieberater beauftragen.
  • Dieser stellt den Antrag bei der KfW, beim BAFA kannst Du, ein Bevollmächtigter oder das Fachunternehmen für Dich den Antrag stellen.
  • Ehe der Bau starten kann, musst Du den Bewilligungsbescheid abwarten.
  • Für einen KfW-Kredit musst du einen Kreditvertrag bei der Hausbank abschließen.
  • Ist alles erledigt, können die Baumaßnahmen starten.
  • Nach Ende der Bauarbeiten muss noch eine Bestätigung über die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen eingereicht werden.
  • Nach deren Prüfung bekommst Du den Zuschuss ausgezahlt bzw. er wird mit Deinem Kredit verrechnet (KfW 153).

Förderung im Altbau

Wenn Du Dich dazu entschließt, in Deinem Altbau auf das Heizen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zu setzen, werden die förderfähigen Kosten vom BAFA mit 35 Prozent bezuschusst. Noch mehr Förderung gibt es im Rahmen der sogenannten Austauschprämie für Ölheizungen: Beim Umstieg von einer Ölheizung auf eine Hybrid-Heizung, die aus Gas-Brennwertheizung und Wärmepumpe besteht, erhöht sich die Förderung auf 40 Prozent. Wenn man von einer Ölheizung nur auf den Betrieb mit einer Wärmepumpe umstellt, erhält man sogar 45 Prozent der förderfähigen Kosten.

Um die Förderung zu erhalten, müssen allerdings die Fördervoraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählt z. B. ein hydraulischer Abgleich. Zudem ist eine Anpassung der Heizkurve erforderlich und die Jahresarbeitszahl (JAZ) muss mindestens 3,5 betragen. Dabei spiegelt die JAZ die Effizienz der (Luft-Wasser-)Wärmepumpe wider. Außerdem muss die bestehende Heizungsanlage zum Zeitpunkt der Antragstellung mehr als zwei Jahre im Betrieb sein.

Die KfW fördert Heizungen nur noch indirekt im Rahmen der Effizienzhaus-Sanierung über den Zuschuss KfW 430 und den Kredit KfW 151 inklusive Tilgungszuschuss. Hier sind Zuschüsse über jeweils maximal 48.000 Euro möglich. Außerdem kann man über das Programm KfW 151 einen Kredit von 120.000 Euro erhalten. Falls Dir die nötigen Mittel fehlen, um auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien umzustellen, gibt es noch den KfW-Kredit 167 über 50.000 Euro. Dieser ist im Gegensatz zu den Programmen KfW 430 und KfW 151 auch mit der Förderung des BAFA kombinierbar, enthält aber keinen Tilgungszuschuss.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Förderung "Heizen mit erneuerbaren Energien" Hydraulischer Abgleich im Gebäudebestand, JAZ ab 3,5 35 % der förderfähigen Kosten
Austauschprämie Ölheizung (BAFA) Einsatz einer Hybridheizung aus Erneuerbaren Energien + Erdgas oder komplett aus erneuerbaren Energien 40 % der förderfähigen Kosten (Gas-Hybridheizung), sonst 45 % (Wärmepumpe, Biomasseheizung, Hybridheizung aus beiden)
KfW-Kredit 151 Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Kredit bis höchstens 120.000 €, Tilgungszuschuss bis zu 40 % der Kreditsumme, maximal 48.000 €
KfW-Zuschuss 430 Sanierung zum KfW-Effizienzhaus Zuschuss bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten von höchstens 120.000 €, maximal 48.000 €
KfW-Kredit 167 Umstellung der Heizungsanlage auf Erneuerbare Energien Kreditsumme maximal 50.000 €
KfW-Zuschuss 431 Beauftragung eines Energieberaters 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

Haltbarkeit und bekannte Probleme

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Probleme
Probleme mit Luft-Wasser-Wärmepumpen? | © TheDigitalArtist / pixabay CC0

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine umweltfreundliche und relativ einfach zu installierende Alternative zu konventionellen Heizungen. Aber kann es auch Probleme geben? Wie wirkt sich beispielsweise der Geräuschpegel in der Praxis aus? Und wie ist es um die Haltbarkeit der doch recht teuren Geräte bestellt?

Generell hat eine Wärmepumpe eine ähnliche Lebensdauer wie andere Heizungen auch. Bei regelmäßiger Wartung kann sie also gut 15 bis 20 Jahre anstandslos ihren Dienst verrichten, bei guter Pflege durchaus auch länger. Wichtig ist, dass die Anlage regelmäßig gewartet wird - das heißt ungefähr einmal im Jahr.

Hier ist es empfehlenswert, einen Wartungsvertrag abzuschließen. Die Wartung erfolgt dann regelmäßig und zu konstanten Kosten (da Du eine Jahresgebühr bezahlst), ohne dass Du jedes Mal neu einen Techniker beauftragen müsstest. Die Jahrespauschale ist zwar tendenziell etwas höher als eine einzelne Wartung, dafür sind aber Dinge wie Anfahrt und Ersatzteile inklusive, für die Du sonst extra zahlen müsstest. Zudem ist der Wartungsvertrag bei einigen Herstellern die Voraussetzung für manche Garantieleistungen.

Bei der Wartung sollten in der Regel alle Einstellungen überprüft und beispielsweise die Tauscherflächen gereinigt werden. Die konkreten Vorgaben, was bei der Wartung zu erledigen ist, sind von Gerät zu Gerät unterschiedlich und können beim Hersteller Deiner Wärmepumpe erfragt werden. Oder Du überlässt die Wartung direkt einem Techniker vom Hersteller, dann bist Du auf der sicheren Seite. Außerdem sollte nicht nur die Wärmepumpe an sich, sondern das gesamte Heizsystem regelmäßig gewartet werden, also etwa Pumpen, Filter sowie Ausdehnungsgefäße.

Ein mögliches Problem: Unter bestimmten Umständen kann eine im Freien aufgestellte Luft-Wärmepumpe im Winter einfrieren. Um dies zu vermeiden, muss der Verdampfer regelmäßig abgetaut werden. Dafür ist eine (weitgehend) durchgängige Stromversorgung der Wärmepumpe notwendig. Außerdem müssen die Verbindungsleitungen ins Haus wärmegedämmt und frostsicher verlegt werden, damit das Heizwasser nicht einfriert.

Außerdem gut zu wissen: nimmt die Leistungsfähigkeit von Luft-Wärmepumpen bei niedrigen Außentemperaturen langsam ab. Ab -20 Grad Celsius muss dann der integrierte elektrische Heizstab zugeschaltet werden, was den Stromverbrauch der Luft-Wasser-Wärmepumpe erhöht. In der Praxis erreichen wir solche Temperaturen in Deutschland allerdings nur äußerst selten, weshalb dieser Fakt kein Ausschlusskriterium darstellen sollte.

Lautstärke

Die in Erfahrungsberichten immer wieder bemängelte Lautstärke von Luft-Wärmepumpen stellt heutzutage kein großes Problem mehr dar, besonders wenn man bei der Planung einige Dinge berücksichtigt. Je nach Aufstellungsort geben Luft-Wasser-Wärmepumpen unterschiedliche Ventilator- und Strömungsgeräusche von sich.

Moderne Geräte sind aber deutlich leiser als ältere, in der Regel sollte es also zu keiner Lärmbelästigung kommen.In Deutschland gibt es gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte (gemessen in Dezibel) für Schallemissionen, die logischerweise auch Wärmepumpen nicht überschreiten dürfen:

Gebiet Grenzwert tagsüber Grenzwert nachts
Kerngebiete, Mischgebiete, Dorfgebiete 60 dB 45 dB
Allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete 55 dB 40 dB
Reine Wohngebiete 50 dB 35 dB
Kurgebiete, Krankenhäuser, Pflegeanstalten 45 dB 35 dB
Innerhalb von Gebäuden 35 dB 25 dB

In den meisten Fällen ist die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe also unproblematisch. In Ferien- und Erholungsgebieten und besonders im Ausland, beispielsweise in Österreich, können die Auflagen zum Lärmschutz weitaus härter sein. Hier können spezielle Lärmschutz-Maßnahmen nötig werden. Je nach Aufstellungsort bieten sich unterschiedliche Maßnahmen an, um die Lärmentwicklung möglichst gering zu halten:

Innenaufstellung Außenaufstellung
Luftwärmepumpe nicht installieren: Auf Fliesenböden, in leeren Räumen, auf Leichtbauböden, auf Trittschalldämmung Schallreflexion kann Lärm verursachen, daher: Vermeiden, dass die Luft zum Nachbargebäude oder auf eigene angrenzende Gebäudeteile ausgeblasen wird
Eine Kombination von Betonfundament mit unterlegter Gummimatte sorgt für Geräuschdämmung Stattdessen: Die Luft zur Straße oder zu einer schallschluckenden Wiesenfläche ausblasen
Weitere Störfaktoren: Zu kleine Luftkanäle, schlechte Luftführung, schlecht schallisolierte Zwischenräume zwischen Mauerwerk und Luftführungskanälen Der Luftstrom der Luft-Wärmepumpe darf nirgends behindert werden
Um solche Störfaktoren von vornherein auszuschließen: Gleich einen Fachmann beauftragen! Nicht in direkter Nähe zum Nachbarn, zu Schlafzimmer- oder Küchenfenstern aufstellen
  Eine Einfassung mit einem Lamellenzaun kann Schall schlucken
  Ein Fachmann achtet beim Anschluss der Luftwärmepumpe an Rohr- sowie Elektroleitungen auf eine schalltechnische Entkopplung zur Hausinstallation und vermeidet damit zusätzlichen Lärm

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Altbau Dämmung
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau? Dämmung nicht vergessen! | © AKuptsova / pixabay CC0

Es gibt also viele Argumente, die für die Anschaffung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau sprechen. Aber wie sieht die Lage im Altbau aus? Lohnt sich die Anschaffung auch hier oder solltest Du besser auf andere Lösungen zurückgreifen?

Luft-Wärmepumpen werden in der Sanierung am häufigsten eingesetzt, da sie besonders einfach nachzurüsten sind. In erster Linie lohnt sich eine solche Investition, wenn das Haus insgesamt energetisch saniert wird oder wurde (Dämmung, Austausch von Fenstern und Türen etc.), da eine Wärmepumpe in einem nicht modernisierten Altbau kaum gegen den Wärmeverlust ankäme.

Ein Flächenheizsystem (wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung) ist zwar die optimale Lösung in Verbindung mit einer Wärmepumpe, wenn die alten Heizkörper groß genug sind, können sie aber weiter betrieben werden. Wenn der alte Heizkessel noch intakt und nicht veraltet ist, spricht auch nichts dagegen, diesen als Unterstützung für die neue Wärmepumpe zu behalten. Er kann dann etwa bei besonders niedrigen Außentemperaturen einspringen, wenn die Wärmepumpe allein weniger wirtschaftlich arbeiten würde.

Solltest Du eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kaufen?

Die Antwort auf diese Frage ist (mit gewissen Einschränkungen) ein klares „Ja“. Wenn es sich nicht gerade um ein altes, zugiges, ungedämmtes Haus handelt, ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine umweltfreundliche, sparsame Heizung sowohl für Einfamilienhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser (und übrigens - in Form von Großwärmepumpenanlagen - auch für Industrie und Gewerbe).

Für Ferienhäuser kann man allerdings nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn hier kann die Anschaffung teurer werden, da es keine Möglichkeit der Förderung durch die KfW gibt. Außerdem sollte es gerade in der kalten Jahreszeit möglichst nicht zu Lücken in der Stromversorgung kommen, da ansonsten das System einfrieren kann. Hier kann der Einsatz eines Frostschutzmittels notwendig werden.

Im Bereich der Einfamilienhäuser empfiehlt sich die Nutzung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für Passivhäuser und Neubauten generell; für modernisierte Altbauten gilt das gleiche. Mehrfamilienhäuser haben zwar einen höheren Energiebedarf, doch diesen kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe decken, wenn sie entsprechend dimensioniert ist. Luft-Wärmepumpen eignen sich auch hier sowohl für Neubauten als auch als Nachrüstung. Zudem ist eine bivalente Lösung möglich, das heißt die Wärmepumpe kann als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem hinzukommen.

Mögliche Erweiterungen

Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe Erweiterungen Solarenergie
Solarenergie als Ergänzung zur Luft-Wasser-Wärmepumpe | © RoyBuri / pixabay CC0

Natürlich kann man eine Wärmepumpe nicht nur “für sich” oder in Ergänzung zu einer bestehenden konventionellen Heizung betreiben, sondern es gibt eine ganze Reihe sinnvoller und nützlicher Erweiterungen.

Besonders empfehlenswert ist der Einsatz einer Photovoltaikanlage, wobei sich die Kombination mit einem Stromspeicher anbietet. Eine Photovoltaikanlage wird meist auf dem Dach montiert oder direkt ins Dach integriert. Sie gewinnt aus Sonnenenergie Gleichstrom, der (nachdem er durch einen Wechselrichter gelaufen ist) sofort zur Verfügung steht - und sehr gut den Strombedarf einer Wärmepumpe decken kann. Dies senkt nicht nur die laufenden Kosten, sondern macht die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch zu einer wirklich “grünen” Heizung.

Da allerdings nicht unbedingt immer dann die Sonne scheint, wenn gerade viel Strom benötigt wird, und umgekehrt manchmal mehr Strom produziert wird, als benötigt wird, kann man ergänzend einen Stromspeicher einsetzen. Dieser kann Überschüsse an Strom speichern, die dann später flexibel genutzt werden können. Allerdings sind Stromspeicher momentan noch vergleichsweise teuer; etwa ab dem Jahr 2020 dürften die Preise aber so weit gesunken sein, dass die Anschaffung rentabel wird.

Eine Solarthermieanlage (ebenfalls auf dem Dach oder im Dach integriert; ggf. auch an der Fassade) nutzt ebenfalls die Energie der Sonne - allerdings um Wasser zu erwärmen. Dieses kann dann entweder als Brauchwasser, zum Beispiel zum Duschen, oder auch zur Unterstützung der Heizung genutzt werden. Eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung muss allerdings größer sein als eine, die nur der Warmwasserbereitung dient.

Quelle: © bdhkoeln / youtube.com

Eine sehr gute Ergänzung zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ein wasserführender Kaminofen. Dieser ist mit Wassertaschen ausgerüstet, die im Betrieb erhitzt werden, und aus denen das Wasser direkt in den Heizkreislauf eingespeist werden kann. So kann die Wärmepumpe effektiv unterstützt werden, was gerade bei niedrigen Außentemperaturen notwendig werden kann. So spart der Kamin mit Wassertaschen Stromkosten ein, da die Wärmepumpe den Mangel nun nicht über elektrische Heizstäbe ausgleichen muss.

Alle diese Ergänzungsmöglichkeiten lassen sich potenziell nachrüsten, sind also auch im Altbau eine Option. Im Idealfall erarbeitest Du das Konzept aber bereits beim Hausbau, denn dann kannst Du alle relevanten Faktoren optimal berücksichtigen, also etwa: Wie groß und wie leistungsstark muss die Anlage bzw. die einzelnen Komponenten sein? Wann wird der meiste Strom verbraucht? Und in welche Richtung sollten z. B. die Sonnenkollektoren oder die Ausströmung der Wärmepumpe ausgerichtet sein? All diese Fragen lassen sich im Vorfeld viel einfacher berücksichtigen als bei einer nachträglichen Umrüstung.

Das könnte Dich auch interessieren

Bild: Teaser Gebäudehülle

Wie viel Heizkostenersparnis macht Dämmung aus?

Bild: Solaranlage Teaser

Kombinationsmöglichkeiten mit Solaranlagen

Bild: Wärmepumpen staatliche Förderung

Alle Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen