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Neue Wärmepumpe gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Bild: Tipps für Deine Heizung

Seit Anfang 2020 gelten neue Förderbedingungen für die Förderung von Heizungen und Gebäudehülle. Die Reform soll die Energiewende vorantreiben und zum Klimaschutz beitragen. Umfangreiche Veränderungen der Förderlandschaft machen allerdings ebenso umfangreiche Veränderungen auf unserer Seite nötig. Daher werden alle Abschnitte zu Förderung, Kosten und Wirtschaftlichkeit derzeit grundlegend überarbeitet und die angegebenen Zahlen sind nicht mehr aktuell. Bis die Überarbeitung abgeschlossen ist, gibt Dir unser Blogartikel zur Heizungsförderung ab 2020 einen ersten Überblick über das Thema.

Die Wärmepumpe - Funktionsweise und Typen

Bild: Wärmepumpe mit Familie
Familienfreundliche Wärmepumpen | © globalenergysystems / pixabay CC0

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, die sich danach unterscheiden, welche Wärmequelle sie nutzen und auf welchem Wege sie die gewonnene Wärme weitergeben. Die Kosten hängen hierbei in erster Linie davon ab, wie aufwendig die Wärmequelle zu erschließen ist, wobei gilt:

Je aufwendiger die Erschließung der Wärmequelle, desto höher die Anschaffungskosten - aber auch desto niedriger die laufenden Kosten. Das Grundprinzip ist bei allen Wärmepumpen das gleiche: Nach dem Prinzip des “umgekehrten Kühlschranks” entziehen sie ihrer jeweiligen Wärmequelle die gespeicherte Wärmeenergie, heben diese auf ein höheres Niveau und geben sie ans Heizsystem des Gebäudes ab.

Funktionsweise, Bauarten und Wärmequellen

Man unterscheidet grob zwischen vier verschiedenen Arten von Wärmepumpen, wobei drei unterschiedliche Wärmequellen genutzt werden: Luft, Erdwärme und Grundwasser. Die der jeweiligen Quelle entzogene und verstärkte Wärmeenergie wird anschließend genutzt, um das Gebäude mit Wärme zu versorgen. Dies kann entweder über ein durch Wasser gespeistes zentrales Heizsystem mit Heizkörpern oder einer Flächenheizung geschehen, oder über eine Lüftungsanlage. Außerdem kann auch Brauchwasser erwärmt werden.

Wärmepumpe Wärmequelle Wärmemedium
Luft-Luft-WP Außenluft/Abluft Luft über Lüftungsanlage
Luft-Wasser-WP Außenluft Wasser über Heizkörper oder Fußbodenheizung
Sole-Wasser-WP Erdreich Wasser über Heizkörper oder Fußbodenheizung
Wasser-Wasser-WP Grundwasser Wasser über Heizkörper oder Fußbodenheizung

Kosten für Anschaffung und Einbau

Bild: Wärmepumpe Kosten Preis
Kosten einer Wärmepumpe | © Olichel / pixabay CC0

Wie sehen die konkreten Kosten für eine Wärmepumpe aus? Die Anschaffungskosten setzen sich jeweils aus verschiedenen Komponenten zusammen, wobei sich die einzelnen Bauarten teils stark voneinander unterscheiden.

Neben den Geräten an sich fallen besonders die Erschließung der Wärmequelle sowie die Installation des Heizungssystems ins Gewicht. Im Neubau ist man hier generell im Vorteil, da leicht mehrere Arbeitsschritte kombiniert werden können, wenn zum Beispiel notwendige Baugeräte wie Bagger ohnehin schon vor Ort sind - das senkt den Aufwand und den Preis.

Bauartbedingte Kosten

Je nach Bauart unterscheiden sich Wärmepumpen mehr oder weniger stark im Preis, da jeweils spezifische Kosten entstehen: Während die Luft-Luft-Wärmepumpe ein Lüftungssystem benötigt, musst Du für Erd- und Wasser-Wärmepumpen verschiedene Bauarbeiten einplanen. Für Erdsonden und Brunnen sind Bohrungen nötig, Erdwärmekollektoren und Erdwärmekörbe können nicht ohne großflächige Erdarbeiten installiert werden.

Wärmepumpe Kosten-Faktor Preis
Luft-Luft-Wärmepumpe Grundgerät Ca. 7.000 - 8.000 €
Lüftungsanlage Ca. 3.000 €
Installation mit Zubehör Ca. 3.000 €
Gesamtkosten Ca. 15.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe Grundgerät (Innenaufstellung) 10.000 - 12.000 €
Grundgerät (Außenaufstellung) 10.000 - 13.000 €
Installation 2.000 - 4.000 €
Gesamtkosten Ca. 15.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe Erschließung der Wärmequelle Erdwärmesonde (Bohrung): 6.000 - 12.000 €
  Erdwärmekollektoren: ca. 50 % günstiger
Grundgerät 9.000 - 15.000 €
Hightechsysteme mit höherem Wirkungsgrad:
bis zu 20.000 €
Zubehör 500 - 1.000 €
Stromzähler 500 - 1.500 €
Installation Ca. 2.000 - 3.000 €
Gesamtkosten Ca. 20.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Erschließung der Wärmequelle 4.500 - 5.500 € pro 15 m Tiefe
Grundgerät Ca. 8.000 €
Zubehör Bis zu 3.000 €
Installation Ca. 3.000 €
Gesamtkosten Ab ca. 25.000 €

Periphere Kosten

Bild: Wärmepumpe alte Heizkörper
Alte Heizkörper haben häufig ausgedient | © MichaelGaida / pixabay CC0

Sofern Du Dich nicht für eine Luft-Luft-Wärmepumpe entscheidest, musst Du zusätzlich noch Kosten für das Heizungssystem einkalkulieren - allerdings fallen die natürlich ohnehin an, egal für welchen Typ von Heizung Du Dich entscheidest.

Wärmepumpen sollten, um wirklich effizient zu arbeiten, ihre Wärme im Idealfall über einen möglichst großflächigen Verteiler abgeben. Diese können nämlich bereits mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten als konventionelle Heizkörper (weniger als 35 °C). Im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe werden daher in der Regel Flachheizkörper oder ein Flächenheizsystem benutzt, also eine Wand- oder Deckenheizung - oder die beliebte Fußbodenheizung.

Flachheizkörper können mit wesentlich weniger Wasser betrieben werden als die alten Rippenheizungen. Dadurch reagieren sie sensibler auf Temperaturänderungswünsche und können insgesamt mit niedrigeren Temperaturen arbeiten. Je nach benötigter Heizleistung variiert die Größe, die ein Flachheizkörper haben muss, und somit auch die anfallenden Kosten. Die kleinsten Heizkörper fangen bereits bei um die 50 € an, die größten können weit über 1.000 € kosten. Im Schnitt kannst Du von einem Preis von etwa 100 - 400 € pro Heizkörper ausgehen.

Flächenheizungen gibt es als Lösung für die Wand, die Decke oder den Fußboden. Die durchschnittlichen Preise unterscheiden sich im Neubau nicht wesentlich von denen für ein System mit Heizkörpern. Je nach Typ ist mit Kosten von 20 - 75 € pro m² Heizfläche zu rechnen, wobei Fußbodenheizungen im Schnitt etwas günstiger sind als Wand- oder Deckenheizungen. Beim Einbau einer Fußbodenheizung muss man zudem unterscheiden, ob sie als Nasssystem (eingebettet in den frischen Estrich) oder als Trockensystem (zwischen trockenem Estrich und Bodenbelag) verlegt wird. Die verschiedenen Flächenheizungen (inklusive Montage) im Preisvergleich:

Heizsystem Preis pro m² Heizfläche
Fußbodenheizung (Nasssystem) 20 - 40 €
Fußbodenheizung (Trockensystem) 30 - 60 €
Wandheizung 40 - 75 €
Deckenheizung 40 - 50 €

Laufende Kosten - Heizkosten und Wartung

Bild: Laufende Kosten Wärmepumpe
Die laufenden Kosten sind bei Wärmepumpen recht niedrig | © Bru-nO / pixabay CC0

Wärmepumpen zeichnen sich dadurch aus, dass sie gegenüber Verbrennungsheizungen niedrigere laufende Kosten haben. Wie bei allen Heizungen setzen sich die Betriebskosten von Wärmepumpen aus den reinen Energiekosten (in diesem Fall der für den Betrieb benötigte Strom) sowie den Kosten für Wartung und Instandhaltung zusammen.

Was kostet der Strom für welche Wärmepumpe konkret? Wie teuer ist die Wartung und lohnt es sich, einen Wartungsvertrag abzuschließen? Finde es heraus!

Wärmepumpenstrom

Der Durchbruch der Wärmepumpen-Technologie sorgte dafür, dass die Energieanbieter zeitweise dazu verpflichtet wurden, besonders günstige Tarife für den Betrieb von Wärmepumpen anzubieten (den sogenannten Wärmepumpenstrom). Diese Pflicht besteht heute zwar nicht mehr, aber viele der Tarife sind geblieben - Preise vergleichen lohnt sich also!

Die Stromkosten der verschiedenen Bauarten hängen mit der Temperaturstabilität der jeweiligen Wärmequelle zusammen: Je effizienter eine Wärmepumpe arbeitet, desto weniger Strom verbraucht sie und desto niedriger sind dementsprechend die Kosten. Daher sind Luft-Wärmepumpen im Betrieb am teuersten, Wasser-Wärmepumpen am günstigsten. Die folgende Tabelle zeigt die Stromkosten der verschiedenen Wärmepumpen in einem Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 kWh im Preisvergleich:

Heizung Jährliche Stromkosten
Luft-Luft-Wärmepumpe 500 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 430 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 300 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 340 €

Wartung und Reparaturen

Im Vergleich zu konventionellen Heizungen sind Wärmepumpen relativ wartungsarm und auch die regelmäßige Überprüfung durch den Schornsteinfeger ist hier nicht notwendig. Ganz ohne eine regelmäßige Wartung kommt aber selbst eine Wärmepumpe nicht aus. Dabei sollten zum Beispiel alle Einstellungen überprüft und schmutzanfällige Teile wie die Tauscherflächen gereinigt werden. Auch auf Kreislauf, Kältemittel, mechanische Bauteile, Druck und Temperatur sollte ein Blick geworfen werden. Für die Wartung einer Wärmepumpe müssen jährliche Kosten von ca. 100 € eingeplant werden.

Welche Maßnahmen konkret notwendig sind, unterscheidet sich je nach Gerät. Genaue Anweisungen bekommst Du beim Hersteller Deiner Wärmepumpe. Du kannst es dir natürlich auch leicht machen und direkt einen Techniker vom Hersteller mit der Wartung beauftragen. Wenn eine Wärmepumpe regelmäßig - das heißt etwa einmal im Jahr - fachgerecht gewartet wird, kann sie gut und gerne 15 - 20, manchmal auch 25 Jahre und mehr anstandslos ihren Dienst verrichten.

Um sicherzustellen, dass Du den Termin nicht vergisst, bietet es sich an, einen Wartungsvertrag abzuschließen. Hierbei zahlst Du eine jährliche Pauschale, dafür erfolgt die Wartung regelmäßig. So bleiben die Kosten konstant und überschaubar, außerdem sparst Du Dir die Suche nach einem passenden Fachmann. Tendenziell sind Wartungsverträge zwar etwas teurer als einzelne Wartungen, dafür sind hier aber auch viele Posten (z. B. Anfahrt und Ersatzteile) inklusive. Bei manch einem Hersteller ist es außerdem Voraussetzung für bestimmte Garantieleistungen, dass man einen Wartungsvertrag abschließt.

Förderung und Zuschüsse für Wärmepumpen

Bild: Wärmepumpe Förderung Zuschüsse
Förderung und Zuschüsse für Wärmepumpen lohnen sich! | © rawpixel / pixabay CC0

Da Wärmepumpen eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizungen sind, will der deutsche Staat den Umstieg mit einer Reihe von Fördermöglichkeiten attraktiver machen.

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es jeweils verschiedene Angebote, je nachdem, ob es sich um einen Neubau oder eine Sanierung handelt. Zum Teil sind die verschiedenen Förderungen auch kombinierbar.

Die KfW fördert in erster Linie Neubauten bzw. Komplettsanierungen, die zum Effizienzhaus-Standard führen, während das BAFA vor allem Einzelmaßnahmen unterstützt. Es gibt eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen. Wir haben für Dich hier die gängigsten Optionen zusammengestellt. Eine detailliertere Aufschlüsselung findest Du auf unserer Übersichtsseite zur Wärmepumpen-Förderung.

Die verfügbare Förderung für eine Wärmepumpe hängt davon ab, ob sie in einem Neubau oder einem Altbau verbaut werden soll. Im Neubau nutzt man im Normalfall den Kredit 153 für energieeffizientes Bauen. Den kann man mit der BAFA-Förderung für Wärmepumpen kombinieren. Im Altbau hingegen musst Du Dich zwischen KfW- und BAFA-Förderung entscheiden.

Wenn Du eine hybride Lösung, also die Kombination von konventioneller Heizung und Wärmepumpe, einsetzen möchtest, empfiehlt sich der KfW-Zuschuss 430. Der Standardfall im Altbau ist aber die BAFA-Förderung. Zusätzlich bietet die KfW noch diverse Kredite für Sanierungen an; die Lage ist hier allerdings etwas unübersichtlich. Suchst Du eine ausführliche Beratung, um die optimale Lösung für Dich herauszufinden? Dann kannst du bei uns eine Anfrage stellen.

Gebäudetyp Förderung KfW Förderung BAFA KfW & BAFA kombinierbar?
Neubau Kredit 153 Innovationsförderung, Bonusförderung Ja
Altbau Zuschuss 430 Basisförderung, Innovationsförderung, Bonusförderung Nein

Die Beantragung läuft immer gleich ab, egal ob Neubau oder Altbau: Zuerst muss der Antrag gestellt werden (bei der KfW muss hierfür ein Energieberater hinzugezogen werden), im Anschluss kannst du mit den Bauarbeiten beginnen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Kredite müssen nach Bewilligung bei einem Finanzierungspartner (in der Regel ist das die Hausbank) beantragt werden. Zuschüsse werden dann nach Abschluss der Bauarbeiten ausgezahlt. Zusammengefasst sieht der Ablauf folgendermaßen aus:

  • Erst den Energieberater beauftragen (nur KfW)
  • Dann den Antrag stellen
  • Im Anschluss den Bewilligungsbescheid abwarten
  • Bei Bedarf einen Kreditvertrag bei der Hausbank abschließen (nur bei KfW-Kredit)
  • Jetzt die Baumaßnahmen durchführen
  • Nach Abschluss die Bestätigung über ordnungsgemäß durchgeführte Maßnahmen einreichen
  • Zuguterletzt den Zuschuss kassieren

Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe

Bild: Wärmepumpen Wirtschaftlichkeit Vergleich
Wärmepumpen amortisieren sich nach einigen Jahren | © rawpixel / pixabay CC0

Die verschiedenen Wärmepumpen unterscheiden sich bei den Anschaffungskosten, bei den laufenden Kosten und auch bei der Förderung.

Die in der Anschaffung teureren Wasser- sowie Erdwärmepumpen punkten durch niedrigere Betriebskosten und eine höhere Förderung, während Luftwärmepumpen zwar teurer im Betrieb, dafür aber etwas günstiger in der Anschaffung sind.

Nach wie vielen Jahren hat sich welche Wärmepumpe amortisiert? Und wie schlagen sich die Wärmepumpen verglichen mit konventionellen Heizungen? Hier eine Übersicht über die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Heizungen im Vergleich:

Anlage 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 23.100 € 25.600 € 31.800 € 35.700 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 20.500 € 27.200 € 31.400 €
Luft-Luft-Wärmepumpe 18.200 € 21.900 € 31.200 € 37.000 €
Ölheizung mit Tank + Solar-Heizungsunterstützung 23.200 € 27.400 € 38.100 € 44.800 €
Gasheizung mit Anschluss + Solar-Heizungsunterstützung 21.600 € 25.800 € 36.400 € 42.900 €
Grafik: Neubau Heizung Preisvergleich
Die Wärmepumpe lohnt sich bereits von Anfang an | © deine-heizung.de

Welche ist die günstigste Wärmepumpe?

Bild: Günstigste Wärmepumpe Erdwärme
Geothermie ist eine effiziente Wärmequelle | © chenyenting1218 / pixabay CC0

Welche Art von Wärmepumpe ist die günstigste für ein Bauprojekt, wenn man alle Kostenfaktoren und Fördermöglichkeiten berücksichtigt? Grundsätzlich hängt das natürlich von den konkreten Bedingungen ab, so sind beispielsweise nicht alle Typen von Wärmepumpen an jedem Standort einsetzbar, oder nur mit erhöhtem Aufwand realisierbar.

Im Neubau dürfte in den meisten Fällen die Erdwärmepumpe die Lösung der Wahl sein, da sie sehr effizient arbeitet, vergleichsweise günstig zu installieren ist und zudem großzügig gefördert wird.

Eine interessante Alternative für Gebäude mit einem hohen Wärmebedarf (wie etwa öffentliche Gebäude, Gewerbebauten oder Wohnsiedlungen) kann die Abwasser-Wärmepumpe sein, eine Sonderform der Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Für Privathaushalte sind die wohl sinnvollsten Alternativen generell aber die Sole-Wasser- und die Luft-Wasser-Wärmepumpe - je nach Präferenz: Auf der Suche nach einer unkomplizierten Lösung, die in der Anschaffung nicht so teuer ist, wird man sich in der Regel für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entscheiden.

Steht etwas mehr Kapital zur Verfügung und ist der höhere Aufwand bei der Erschließung der Wärmequelle kein Hindernis, wird die Wahl wahrscheinlich eher auf die langfristig preisgünstigere Sole-Wasser-Wärmepumpe fallen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Zur Beheizung eines Passivhauses ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe eine optimale Lösung, da hier ohnehin eine Lüftungsanlage benötigt wird.

Bedingungen Geeignete Wärmepumpe
Neubau (langfristige Planung) Sole-Wasser-Wärmepumpe
Neubau (unkomplizierte Lösung) Luft-Wasser-Wärmepumpe
Altbau (gedämmt) Luft-Wasser-Wärmepumpe
Passivhaus Luft-Luft-Wärmepumpe

Optionale Kosten

Bild: Wärmepumpe als Klimaanlage
Effiziente Kühlung dank Wärmepumpe? | © PublicDomainArchive / pixabay CC0

Zusätzlich zu den auf jeden Fall anfallenden Kosten - für die Wärmepumpe an sich, ihre Installation, Erschließung der Wärmequelle, Betrieb und Wartung - können bei Sonderwünschen weitere Kosten entstehen.

Hierzu zählen etwa die Nutzung der Wärmepumpe als Klimaanlage, eine smarte Steuerung oder die Ergänzung durch eine Photovoltaikanlage. Und auch die Aufstellung einer Luft-Wärmepumpe im Innern des Hauses kann die Kosten nach oben treiben.

Ergänzungen / optionale Kostenfaktoren Geeignete Wärmepumpen
Aktive Kühlung Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe
Passive Kühlung Sole-Wasser-Wärmepumpe, Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Innenaufstellung Luft-Luft-Wärmepumpe, Luft-Wasser-Wärmepumpe
Smarte Steuerung Alle Wärmepumpen
Photovoltaikanlage Alle Wärmepumpen


Wärmepumpe als Klimaanlage

Mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Haus nicht nur effizient und umweltfreundlich beheizen, sondern, die entsprechende Technik vorausgesetzt, auch kühlen. Hierbei unterscheidet man aktives und passives Kühlen. Aktive Kühlung ist mit Luft-Wasser- sowie Sole-Wasser-Wärmepumpen möglich. Hierbei wird der Wärmepumpenkreislauf umgekehrt. Der Raumluft wird so aktiv Wärme entzogen.

Zur passiven Kühlung lassen sich nur Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen einsetzen. Die Wärme aus dem Haus wird bei dieser Lösung über den Wärmetauscher ans Erdreich bzw. ans Grundwasser abgegeben, indem mittels eines zusätzlichen Ventils die Wärmepumpe “umgangen” wird. Bei der aktiven Kühlung fallen tendenziell höhere Kosten für Anschaffung und Betrieb an. Dafür ermöglicht sie aber auch eine stärkere Kühlung sowie individuelle Regelbarkeit.

Die passive Kühlung (“natural cooling” genannt) hingegen ist zwar weniger stark, dafür jedoch simpler umzusetzen und dadurch günstiger in der Anschaffung. Außerdem entstehen keine zusätzlichen Betriebskosten, da der Kompressor nicht verwendet wird. Kühlung mittels Wärmepumpe ist eine sehr kostengünstige (pro Sommer kostet sie lediglich rund 20 €) und umweltfreundliche Lösung.

Quelle: © Haus & Co. / youtube.com

Innenaufstellung

Es kann Gründe geben, eine Luft-Wärmepumpe nicht im Außenbereich, sondern innen im Haus aufzustellen, beispielsweise im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Auf diese Weise vermeidet man eine Geräuschbelästigung der Nachbarschaft und stört auch nicht die Optik des Gartens.

Eine Luft-Wärmepumpe in Innenaufstellung benötigt Luftkanäle, um die Außenluft zur Pumpe und wieder nach draußen zu führen. Es sind also Durchbrüche durch die Hauswand nötig, außerdem muss das Fundament eben sein. Zudem können Lärmschutzmaßnahmen die Kosten erhöhen, wenn etwa die Installation einer Schallschutztür oder von Schwingungsdämpfern nötig wird.

Smarte Steuerung

Bild: Wärmepumpe optionale Kosten
Auch für Wärmepumpen eine gute Ergänzung: Smarte Steuerung der Heizung | © hutti / pixabay CC0

Smarte Lösungen halten in immer mehr Bereichen Einzug. Die smarte Heizungssteuerung, auch “Smart Heating” genannt, ist Teil des Smart Home und erlaubt eine automatisierte (mittels Sensoren) und/oder per App oder Computer “ferngesteuerte” Regelung der Heizung.

Moderne Wärmepumpen sind in der Regel internetfähig. Sie sind daher problemlos als Smart-Home-Heizung nutzbar. Die Verbindung mit dem heimischen Netzwerk erfolgt über WLAN oder Kabel und ermöglicht nicht nur eine Steuerung innerhalb dieses Netzwerks, sondern darüber hinaus von unterwegs aus, im Regelfall mittels einer App.

Und auch ein Fernzugriff für den Techniker ist möglich, der so etwa kleinere Probleme beheben kann, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Wärmepumpen kann man zudem über diese Technik auch als Endverbraucher bequem überwachen oder Einstellungen vornehmen. Sogar die grafische Darstellung des Energieverbrauchs ist möglich. Und: Die Kosten für den Einstieg ins Smart Home sind überschaubar. Eine Grundausstattung ist bereits ab rund 200 € zu haben.

Photovoltaikanlage

Eine gute Ergänzung zur Wärmepumpe ist eine Photovoltaikanlage. Diese kann aus der Sonnenenergie den Strom gewinnen, der für den Betrieb einer Wärmepumpe nötig ist (und natürlich auch das restliche Haus mit Strom versorgen), und somit einen klimaneutralen Betrieb der Wärmepumpe ermöglichen. Der Preis für eine solche Anlage setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen (Solarmodule, Wechselrichter, Montage; wenn gewünscht Stromspeicher) und richtet sich nach Größe, Leistungsbedarf sowie Technik der Anlage.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus musst Du im Neubau rund 8.000 € einkalkulieren. Möchtest Du den erzeugten Strom jederzeit flexibel nutzen, wird außerdem ein Stromspeicher benötigt. Hier ist aktuell noch mit Kosten von um die 14.000 € zu rechnen, die Preise dürften in den nächsten Jahren aber auf ein günstigeres Niveau sinken. Je nach Ausstattung betragen die Kosten für eine durchschnittliche Photovoltaikanlage derzeit also etwa 8.000 - 22.000 €.