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Sole-Wasser-Wärmepumpe geplant?

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Inhaltsverzeichnis

Bild: Tipps für Deine Heizung

Seit Anfang 2020 gelten neue Förderbedingungen für die Förderung von Heizungen und Gebäudehülle. Die Reform soll die Energiewende vorantreiben und zum Klimaschutz beitragen. Umfangreiche Veränderungen der Förderlandschaft machen allerdings ebenso umfangreiche Veränderungen auf unserer Seite nötig. Daher werden alle Abschnitte zu Förderung, Kosten und Wirtschaftlichkeit derzeit grundlegend überarbeitet und die angegebenen Zahlen sind nicht mehr aktuell. Bis die Überarbeitung abgeschlossen ist, gibt Dir unser Blogartikel zur Heizungsförderung ab 2020 einen ersten Überblick über das Thema.

Einleitung: Erdwärme im Neubau

Bild: Sole-Wasser-Wärmepumpe Neubau
Erdwärme im Neubau | © midascode / pixabay CC0

Der maximale Primärenergiebedarf von Neubauten wird von der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben.

Seit deren Verschärfung im Jahr 2016 kann man die vorgeschriebenen Werte fast nur noch mithilfe einer Solarthermieanlage einhalten - mit einer Ausnahme: Wärmepumpen sind normalerweise in der Lage, die Vorgaben als alleinige Heizung zu erfüllen.

Auf diese Weise helfen sie dabei, dass das Haus den Effizienzhaus-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erreicht - das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch die Voraussetzung für eine Reihe von Fördermöglichkeiten. Das Funktionsprinzip ist bei allen Arten von Wärmepumpen gleich: Der Umgebung wird die natürliche Wärmeenergie entzogen und für uns nutzbar gemacht.

Es gibt hierbei vier verschiedene Typen, die sich darin unterscheiden, welche Wärmequelle sie nutzen und auf welchem Weg die gewonnene Wärme transportiert wird. Da die verschiedenen Varianten unterschiedlich aufwendig zu installieren sind, entstehen jeweils verschiedene Anschaffungskosten. Eine eher simple Lösung wäre eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Aufwendiger - aber auch effizienter und dadurch günstiger im Betrieb - sind Sole-Wasser-Wärmepumpen bzw. Erdwärmepumpen sowie Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die die Wärme der Erde bzw. des Grundwassers nutzen.

Sie sind in der Anschaffung teurer, da größere Bauarbeiten wie beispielsweise Bohrungen oder Erdarbeiten notwendig sind. Die Erdwärmepumpe ist hierbei die günstigere Alternative, sie lohnt sich daher eigentlich grundsätzlich immer, wenn der Einsatz möglich ist - wenn also keine gesetzlichen Vorgaben oder die bauliche Situation die Nutzung von Erdwärme verhindern, weil etwa der Untergrund nicht geeignet oder zu wenig Platz vorhanden ist.

Besonderheiten, Vorteile und Nachteile

Bild: Erdwärmepumpe Geothermie
Sole-Wasser-Wärmepumpe in groß: Ein Erdwärme-Kraftwerk in Island | © falco / pixabay CC0

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Energie der im Erdreich gespeicherten Wärme. Man nennt sie daher auch Erdwärmepumpe. Wie die anderen Wärmepumpen, funktioniert sie nach dem Prinzip des “umgekehrten Kühlschranks”:

Die Erdwärme wird durch eine Flüssigkeit - die sogenannte Sole, also mit Frostschutzmittel versehenes Wasser - auf ein Kältemittel übertragen. Dieses verdampft dadurch, gibt die Wärme an den Heizkreislauf des Hauses ab, verflüssigt sich dadurch wieder und kann dann erneut Wärme aufnehmen.

Die oberflächennahe Geothermie ist eine sehr effiziente Energiequelle, weil die Temperatur hierzulande das ganze Jahr hindurch gleichbleibend etwa 8 - 10 °C beträgt. Somit ist der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur der Heizung auch im Winter vergleichsweise gering; so kann die Sole-Wasser-Wärmepumpe ganzjährig effizient heizen.

Die nötige Wärmeenergie gewinnt sie entweder nah unter der Oberfläche, mittels Flächenkollektoren, oder es werden Erdsonden eingesetzt, die bis zu 100 m tief in der Erde liegen. Außerdem gibt es als Alternativen noch Erdwärmekörbe und Grabenkollektoren. Die Erdwärmepumpe hat viele Vorteile: So nutzt sie eine unerschöpfliche, kostenlose Wärmequelle, heizt (bei Verwendung von Strom aus regenerativen Quellen) weitgehend klimaneutral, ist fast überall verfügbar und für die meisten Gebäude geeignet.

Quelle: © Erdwärmegemeinschaft Bayern / youtube.com

Außerdem haben Wärmepumpen sehr niedrige Betriebskosten. Allerdings gibt es auch Nachteile: Die Anschaffungskosten sind höher, es sind beispielsweise aufwendige Bauarbeiten nötig, man braucht Genehmigungen und das Haus muss gut gedämmt sein - wie bei allen Wärmepumpen. Alle Vorteile und Nachteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe hier noch einmal im Überblick:

Vorteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe Nachteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe
Kostenlose Wärmequelle mit nahezu unerschöpflicher Energie Relativ aufwendige und teure Errichtung der Anlage; beim Bau nötiges Bohrgerät braucht zusätzlichen Platz
Erdwärme nahezu überall verfügbar und für die meisten Gebäude geeignet Gute Wärmedämmung notwendig
Geringe Stromkosten; Sondertarife für Wärmepumpen möglich Begrenzte Vorlauftemperatur, daher Betrieb mit alten Heizkörpern nur bedingt möglich; besser: Flächenheizung
Niedrige Wartungskosten (kein Schornsteinfeger) Risiko von Umweltbeeinträchtigungen durch Erschließung des Untergrunds
Annähernd emissionsfrei (bei Verwendung von Ökostrom) Schlechtere Ökobilanz bei Betrieb mit Strom aus fossilen Energieträgern
Auch zur Warmwasserbereitung und Kühlung nutzbar Warmwassererzeugung kann weiteres Heizsystem benötigen
Flächenkollektoren können in Eigenleistung eingebaut werden Umfangreiche Planungsarbeiten nötig: Fachunternehmen beauftragen!
Hohe Betriebssicherheit, lange Lebensdauer  
Gut als alleinige Heizung nutzbar (monovalenter Betrieb)  
Verschiedene Fördermöglichkeiten (BAFA, KfW)  

Bauliche Besonderheiten am Haus

Prinzipiell können Wärmepumpen sowohl innerhalb des Hauses als auch im Freien aufgestellt werden. Für die Außenaufstellung werden allerdings in erster Linie Luft-Wärmepumpen angeboten. Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen werden meist in unbewohnten Innenräumen installiert, also etwa in Kellerräumen, Garagen, Abstell- oder Hauswirtschaftsräumen. Sie benötigen nicht mehr Platz als ein konventioneller Heizkessel.

Wichtig ist, den Abstand zwischen Wärmequelle und Wärmepumpe möglichst gering zu halten, um Wärmeverluste zu minimieren. Für die Erdwärmepumpe bedeutet dies konkret, dass sie in einem Raum in der Nähe der Erdsonden bzw. -kollektoren liegen sollte. Bleibt die Frage, auf welchem Weg die Wärme aus der Wärmepumpe nun am besten die Raumluft erwärmt. Am effizientesten heizen Wärmepumpen, wenn sie ihre Wärme über einen großflächigen Verteiler abgeben können.

Dazu können beispielsweise Flächenheizkörper verwendet werden. Alternativ kann man eine Wandheizung oder Deckenheizung installieren. Besonders beliebt und weit verbreitet ist die Kombination von Wärmepumpe mit Fußbodenheizung. Im Notfall kann eine Wärmepumpe auch mit (ausreichend großen) konventionellen Heizkörpern betrieben werden, sie arbeitet dann aber weniger effizient. Daher sollte, wenn möglich, immer lieber eine Flächenheizung installiert werden.

Genehmigungen und Anträge

Bild: Erdwärmepumpe Genehmigungen Anträge
Manche Sole-Wasser-Wärmepumpen müssen beantragt werden | © myrfa / pixabay CC0

Wenn die Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einer Erdsonde betrieben werden soll, wenn also eine Bohrung durchgeführt werden muss, ist es notwendig, die Genehmigung der zuständigen Unteren Wasserbehörde einzuholen.

Für Bohrungen, die tiefer als 100 m gehen, ist zusätzlich eine Genehmigung der Bergbehörde vonnöten. Grundsätzlich verboten sind Bohrungen in Wasserschutzgebieten. Wichtig: Der Antrag muss frühzeitig gestellt werden, denn die Genehmigung kann bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen.

Erdwärmepumpen benötigen eine Genehmigung gemäß dem Wasserhaushalts- und dem Bundesbergbaugesetz. Für die Genehmigung nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist die Untere Wasserbehörde zuständig. Sinn der Sache ist, potenzielle Gefahren auszuschließen, wie etwa Beschädigungen durch Bohrarbeiten, Bodenveränderungen oder Grundwasserverunreinigung. Abgesehen von der Unteren Wasserbehörde müsste in der Theorie auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie zustimmen und die Genehmigung nach dem Bundesbergbaugesetz erteilen.

Dies deshalb, weil Erdwärme laut Gesetz ein sogenannter bergfreier Bodenschatz ist. Da aber das Berggesetz die Gewinnung von Erdwärme über einen sogenannten Mittler (eine Wärmepumpe ist ein solcher Mittler) erlaubt, ist hier (abgesehen von Bohrungen in mehr als 100 m Tiefe) normalerweise keine Genehmigung nötig. Es ist jedoch erforderlich, die Bohrungen der zuständigen Bergbehörde mitzuteilen. Dies erledigt normalerweise das beauftragte Bohrunternehmen.

Im Detail unterscheidet sich das Verfahren je nach Bundesland. Die einzelnen Länder haben jeweils eigene Leitfäden herausgebracht, die das Procedere detailliert erläutern und teilweise auch Formulare beinhalten. Die Leitfäden der meisten Bundesländer stehen auf der Webseite des Bundesverbands Wärmepumpe e. V. zur Verfügung. Generell kannst Du die nötigen Anträge selbst stellen; häufig ist es aber sinnvoller und zeitsparender, diese von einem Fachmann erstellen zu lassen.

Was können andere Wärmepumpen besser?

Sole-Wasser-Wärmepumpen sind relativ aufwendig zu installieren, überzeugen dafür durch eine hohe Energieeffizienz. Aber wie schlagen sie sich im Vergleich zu den anderen Typen? Luft-Wasser-Wärmepumpen sind, jedenfalls aus dem Blickwinkel der Energieeffizienz, keine Konkurrenz für Erdwärmepumpen.

Sie sind allerdings weit weniger aufwendig zu installieren, insbesondere im Altbau, da hier die nötigen Erdarbeiten noch einmal teurer wären. Außerdem kann man Luft-Wärmepumpen auch gut in Ergänzung zu einer bestehenden konventionellen Heizung betreiben. Gerade im Altbau sind sie also durchaus nützlich, da sie sich unkompliziert nachrüsten lassen. Als Sonderfall ist zudem das Passivhaus zu nennen: Da dieses ohnehin eine Lüftungsanlage benötigt, ist hier eine Luft-Luft-Wärmepumpe die optimale Heizung.

Das Alleinstellungsmerkmal der Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist ihre Energiequelle: Da das Grundwasser das ganze Jahr hindurch temperaturstabil - und vor allem wärmer als Luft und Erdreich - ist, benötigt sie weniger Energie im Betrieb. Daher ist die Wasser-Wasser-Wärmepumpe die Wärmepumpe mit der höchsten Energieeffizienz und somit mit den niedrigsten laufenden Kosten von allen.

Bauarten der Erdwärmepumpe

Bild: Erdwärmepumpe Bauarten Erdarbeiten
Erdarbeiten für eine Erdwärmepumpe | © Didgeman / pixabay CC0

Die Erdwärmepumpe gibt es in verschiedenen Bauarten. Das Grundprinzip bleibt hierbei immer gleich, die Unterschiede liegen sozusagen “in der Tiefe”, nämlich in der Art der Wärmegewinnung.

Hierfür können Erdsonden, Erdwärmekollektoren, Erdwärmekörbe oder Ringgrabenkollektoren eingesetzt werden, die sich in Aufbau, Effizienz und Installationsaufwand voneinander unterscheiden. Sonden sind die effizienteste Lösung, aber auch am aufwendigsten, am teuersten sowie genehmigungspflichtig.

Bauart Besonderheiten
Erdsonde Tiefenbohrung genehmigungspflichtig; nicht überall möglich
Besonders effizient, aber auch teuer
Erdwärmekollektoren Braucht viel Platz auf dem Grundstück, aber keine Genehmigung
Weniger teuer, aber auch weniger effizient
Erdwärmekörbe Zwischenlösung in einer mittleren Tiefe
Auch für kleinere Grundstücke geeignet
Ringgrabenkollektor Gut an Größe und Form des Grundstücks anpassbar
Sehr günstige Lösung dank möglicher Eigenleistung

Erdsonde

In der Erdsonde zirkuliert in einem Kunststoffrohr die sogenannte Sole. Das ist eine frostsichere Flüssigkeit, die die Energie aus dem Erdreich aufnimmt und sie zur Wärmepumpe transportiert. Die entzogene Wärme fließt aus der Umgebung nach. Die Erdsonde ist besonders effektiv - gerade im Winter -, weil die Temperatur ab etwa 10 m Tiefe das ganze Jahr hindurch nahezu konstant bei rund 10 °C liegt.

Wie lang die Sonde sein muss, hängt von zwei Faktoren ab: Dem Wärmebedarf des Gebäudes und der Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds. Für ein neues Einfamilienhaus musst Du mit einer Länge von rund 100 m kalkulieren; die genaue nötige Länge ermittelt der Fachbetrieb individuell. Ein weiterer Vorteil der Erdsonde, neben der ganzjährigen Effizienz: Man kann sie im Sommer zusätzlich sehr gut zur passiven Kühlung verwenden.

Außerdem benötigen Erdsonden nur sehr wenig Platz und eignen sich daher auch für kleine Grundstücke. Allerdings belastet die Bohrung das Grundstück. Leider lassen sich im Vorfeld außerdem keine verlässlichen Angaben zur tatsächlichen Entnahmeleistung machen - die steht erst nach der Bohrung endgültig fest.

Bodennahe Kollektoren

Bodennahe Erdwärmekollektoren liegen dicht unter der Erdoberfläche und arbeiten mit einem waagerechten, in Schlangen verlegten Rohrsystem. Sie nutzen die Wärme, die das Erdreich durch Sonneneinstrahlung und Regenwasser aufnimmt. Wichtig ist, dass sie unterhalb der Frostgrenze, also in einer Tiefe von etwa 1,5 m liegen.

Außerdem darf die Fläche über ihnen weder versiegelt noch asphaltiert, geschweige denn bebaut werden - sonst könnte sich der Boden nicht erneut erwärmen. Auch tiefwurzelnde Pflanzen sollten in ihrer Nähe vermieden werden, da diese das Rohrsystem beschädigen könnten. Welche Fläche benötigt wird, hängt - neben der Regenwasserdurchlässigkeit des Bodens - vor allem von der zu beheizenden Fläche ab. Meist ist ungefähr das 1,5- bis 2-fache der Heizfläche nötig.

Bodennahe Kollektoren sind (im Gegensatz zu Erdsonden) nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig. Sie sind daher eine gute, unkomplizierte und preisgünstige Alternative, wenn Sonden keine Option darstellen - zumindest wenn das Grundstück ausreichend geeignete Fläche zur Verfügung stellt.

Erdwärmekörbe

Eine Alternative zu bodennahen Kollektoren sind Erdwärmekörbe. Es handelt sich hierbei um Kollektoren, die nicht flach verlegt werden, sondern zylindrisch aufgewickelt sind. Sie messen etwa 2 - 3 m im Durchmesser und 1 - 2 m in der Höhe und werden in 1 - 4 m Tiefe verlegt. Erdwärmekörbe ähneln von der Optik her einer Feder - oder eben einem Korb. Durch die besondere Form nehmen sie deutlich weniger Platz ein als Flachkollektoren, so eignen sie sich auch für kleinere Grundstücke.

Wie viele Erdwärmekörbe benötigt werden, um ein Haus zu beheizen, hängt - neben der Fläche des Hauses - von der Größe der Körbe sowie von der Bodenbeschaffenheit ab. Den genauen Bedarf ermittelt der Fachbetrieb individuell. Vom geringeren Platzbedarf abgesehen, gelten für Erdwärmekörbe die gleichen Hinweise wie für Erdwärmekollektoren: die Fläche nicht versiegeln, keine tiefwurzelnden Pflanzen und vor allem nicht bebauen!

Grabenkollektor

Eine weitere Alternative zum Flächenkollektor ist der Ringgrabenkollektor. Wie der Name schon sagt, wird dieser nicht auf einer größeren Fläche, sondern innerhalb eines Grabens verlegt, der im Idealfall einmal ums Haus herum führt. So benötigt er deutlich weniger Platz als die anderen Kollektortypen. Hierbei werden Sole führende Rohre in einem Graben verlegt; meist in Schlaufen und waagerecht, mit ungefähr 2 m Breite und 1,5 m Tiefe. Es gibt aber auch Lösungen ohne Schlaufen (die dann natürlich einen deutlich längeren Graben benötigen) oder mit senkrechter Verlegung (dann muss der Graben tiefer, dafür jedoch nicht mehr so breit sein).

Außerdem lassen sich die drei Varianten auch kombinieren und so an praktisch jedes Grundstück optimal anpassen. Der Grabenkollektor ist eine preiswerte Alternative zu Flächenkollektoren und Erdwärmekörben, da weniger Aushub nötig ist. Zudem ist es möglich, ihn in Eigenleistung zu planen und umzusetzen (obwohl es selbstredend sicherer ist, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen). Auf diese Weise ermöglicht der Ringgrabenkollektor die Erschließung der Wärmequelle Geothermie für bereits 2.000 - 3.000 €.

Kosten einer Sole-Wasser-Wärmepumpe

Bild: Erdwärmepumpe Kosten
Kosten für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe | © MabelAmber / pixabay CC0

Die Kosten für eine Erdwärmepumpe lassen sich nicht pauschal angeben, sondern hängen von verschiedenen Faktoren ab: Erfolgt die Wärmegewinnung mittels Erdsonde, Flachkollektor oder Erdwärmekörben?

Ist spezielles Zubehör gewünscht, zum Beispiel ein Lüftungsmodul, mit dem man die Wärmepumpe auch als Klimaanlage verwenden kann? Und nicht zuletzt: Soll die Sole-Wasser-Wärmepumpe in einem Neubau oder einem Altbau installiert werden?

Anschaffung und Einbau

Im Neubau ist die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe günstiger als im Altbau, da die nötigen Erdarbeiten hier einfacher durchzuführen und dadurch billiger sind. Im Detail setzen sich die Kosten etwa folgendermaßen zusammen, wobei die angegeben Werte nur der groben Orientierung dienen sollen - im konkreten Fall können sie abweichen.

Zu den Kosten für Grundgerät, Zubehör etc. kann ein weiterer Faktor hinzukommen: Um herauszufinden, ob eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für Dein Grundstück überhaupt in Frage kommt bzw. mit welcher Leistung zu rechnen ist, empfiehlt sich im Vorfeld eine Beratung durch ein Spezialunternehmen. Dieses kann die Bodenbeschaffenheit testen und bei Bedarf eine Probebohrung vornehmen. Für ein solches Unterfangen musst Du mit Kosten von 1.000 - 2.000 € rechnen.

Alles in allem liegen die Kosten für Anschaffung und Einbau einer Erdwärmepumpe im Neubau bei rund 20.000 €. Außerdem ist eine Förderung möglich, wodurch sich die Anschaffungskosten um bis zu 4.500 € reduzieren.

Kostenfaktor Kosten
Wärmequelle/Kollektor Erdwärmesonde (Bohrung): 6.000 - 12.000 €
  Erdwärmekollektoren: ca. 50 % günstiger
Erdwärmepumpe 9.000 - 15.000 €
Hightechsysteme mit höherem Wirkungsgrad:
bis zu 20.000 €
Einbau Ca. 2.000 - 3.000 €
Zubehör 500 - 1.000 €
Strom Ca. 340 € / Jahr
Stromzähler Einmalig 500 - 1.500 €
Gesamtkosten Ungefähr 15.000 - 30.000 €

Wartung und laufende Kosten

Bild: Erdwärmepumpe Kosten Wartung Betrieb
Die regelmäßige Wartung der Erdwärmepumpe ist wichtig | © stevepb / pixabay CC0

Wärmepumpen brauchen weder Brennstoff, noch muss ein Schornsteinfeger sie überprüfen. Sie sind im Betrieb daher wesentlich günstiger als konventionelle Heizungen.

Allerdings benötigen sie Strom, um ihre Arbeit zu verrichten, wobei die in der Anschaffung teureren Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen deutlich effizienter arbeiten. Daher verursachen sie geringere Betriebskosten als die günstigeren Luft-Wärmepumpen.

So schlägt die Erdwärmepumpe mit jährlich etwa 340 € Stromkosten zu Buche, wenn man einen Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 kWh zugrunde legt. Übrigens gibt es für Wärmepumpen spezielle, besonders günstige Stromtarife. Hier lohnt sich ein Preisvergleich! Dazu kommen noch einmal rund 100 € für die notwendige jährliche Wartung. Insgesamt musst Du bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe im Jahr also circa 440 € an laufenden Kosten einkalkulieren. Damit ist sie die Wärmepumpe mit den zweitniedrigsten Betriebskosten nach der Wasser-Wasser-Wärmepumpe.

Wirtschaftlichkeit

Wie ist es um die Wirtschaftlichkeit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe bestellt? Wann machen die geringeren laufenden Kosten die Anschaffungskosten wett? Und wie schlägt sie sich im Vergleich mit Wasser-Wasser- und Luft-Wärmepumpen oder konventionellen Heizungen? Heutzutage ist eine reine Gas- oder Ölheizung im Neubau keine Option mehr, sondern kann nur verwendet werden, wenn sie durch Solarthermie unterstützt wird.

Das liegt daran, dass das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vorschreibt, dass jede Heizung im Neubau (auch) erneuerbare Energieträger nutzen muss. Hierdurch sind konventionelle Heizungen in der Anschaffung teilweise sogar teurer als Wärmepumpen - die zusätzlich noch deutlich niedrigere Betriebskosten haben und sich dadurch entsprechend schneller amortisieren:

Anlage 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Sole-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 20.500 € 27.200 € 31.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 23.100 € 25.600 € 31.800 € 35.700 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Ölheizung mit Tank + Solar-Heizungsunterstützung 23.200 € 27.400 € 38.100 € 44.800 €
Gasheizung mit Anschluss + Solar-Heizungsunterstützung 21.600 € 25.800 € 36.400 € 42.900 €

Förderung und Zuschüsse für Erdwärmepumpen

Bild: Sole-Wasser-Wärmepumpe Förderung
Für Erdwärmepumpen gibt es lohnende Zuschüsse | © AlexanderStein / pixabay CC0

Wärmepumpen genießen nicht nur einen guten Ruf als umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizungen, sondern auch eine Reihe von Fördermöglichkeiten. Es gibt verschiedene Angebote von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), je nachdem, ob es sich um Neubau oder Sanierung handelt.

Teilweise sind die verschiedenen Förderungen auch kombinierbar. Das BAFA fördert hier in erster Linie Einzelmaßnahmen, während die KfW meist Neubauten bzw. Komplettsanierungen, die zum Effizienzhaus-Standard führen, unterstützt. Hier bekommst Du eine Übersicht über die gängigsten Fördermöglichkeiten für eine Erdwärmepumpe. Hast du weiteren Beratungsbedarf, kannst Du eine Anfrage stellen.

Förderung beantragen (Neubau)

Neubauten finanziert man normalerweise über den KfW-Kredit 153 für energieeffizientes Bauen. Dieser ist mit der Wärmepumpen-Förderung des BAFA kombinierbar. Für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl ab 4,5 steht hier, je nach Leistung, ein Zuschuss von mindestens 4.000 € zur Verfügung. Wird gleichzeitig noch eine Solar- oder Biomasseanlage errichtet oder die Wärmepumpe an ein Wärmenetz angeschlossen, kann man zudem einen Kombinationsbonus von jeweils 500 € bekommen.

Produkt Bedingungen Förderung
KfW-Kredit 153 Neubau KfW-Effizienzhaus bzw. entsprechende Eigentumswohnung Bis zu 100.000 € Kredit, 5.000 - 15.000 € Tilgungszuschuss (je nach Effizienzhaus-Standard)
BAFA-Innovationsförderung Sole-Wasser-Wärmepumpen mit hohen Jahresarbeitszahlen (ab 4,5) oder mit verbesserter Systemeffizienz Zuschuss: 4.000 - 10.000 €
BAFA-Kombinationsbonus Gleichzeitiger Einbau von Solarthermieanlage, Photovoltaik, Biomasseanlage oder Anschluss an ein Wärmenetz Jeweils 500 €

Die Beantragung ist nicht kompliziert: Erst wird der Antrag gestellt (bei der KfW muss das ein Energieberater übernehmen), im Anschluss kann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Kredite müssen nach Bewilligung bei einem Finanzierungspartner beantragt werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Zuschüsse ausgezahlt. Zusammengefasst läuft der Prozess folgendermaßen ab:

  • Zuerst muss (für eine KfW-Förderung) ein Energieberater beauftragt werden.
  • Den Antrag stellt bei der KfW der Energieberater; beim BAFA Du selbst zusammen mit einem Fachunternehmen.
  • Dann muss der Bewilligungsbescheid abgewartet werden.
  • Ein Kreditvertrag wird bei der Hausbank abgeschlossen, wenn ein KfW-Kredit beantragt wurde.
  • Erst danach werden die Baumaßnahmen durchgeführt.
  • Am Ende muss eine Bestätigung über die ordnungsgemäß durchgeführten Maßnahmen eingereicht werden.
  • Wenn diese eingegangen ist, wird der Zuschuss ausgezahlt.

Förderung im Altbau

Im Altbau gibt es eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die KfW fördert sowohl Komplettsanierungen als auch Einzelmaßnahmen, das BAFA nur Einzelmaßnahmen. Wichtig: KfW- und BAFA-Förderung kann man im Altbau nur im Ausnahmefall kombinieren. Normalerweise nutzt man hier daher die BAFA-Förderung; eine Übersicht über die Bandbreite der Möglichkeiten findest du hier. Die Antragstellung läuft im Altbau und im Neubau gleich ab.

Produkt Bedingungen Förderung
BAFA-Basis- und Innovationsförderung Elektrisch betriebene Sole-Wasser-Wärmepumpen Zuschuss: 4.000 - 15.000 €
BAFA-Kombinationsbonus Gleichzeitiger Einbau von Solarthermieanlage, Photovoltaik, Biomasseanlage oder Anschluss an ein Wärmenetz Jeweils 500 €
KfW-Investitionszuschuss 430 Heizungs-/Lüftungspaket 15 % der förderfähigen Kosten, bis zu 7.500 €

Haltbarkeit und bekannte Probleme

Bild: Sole-Wasser-Wärmepumpe Haltbarkeit Lebensdauer Probleme
Kann eine Erdwärmepumpe Probleme verursachen? | © qimono / pixabay CC0

Mit einer Erdwärmepumpe gehen nicht unerhebliche Anschaffungskosten einher. Es stellt sich daher die Frage, ob bei dieser Technik auch Probleme bekannt sind. Und natürlich: Wie lange wird meine neue umweltfreundliche Heizung halten?

Bei der Lebensdauer muss man eine wichtige Unterscheidung treffen: Generell sind Sonden und Kollektoren länger haltbar als die Wärmepumpen selbst. Für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gilt, was auch für andere Wärmepumpen sowie konventionelle Heizungen gilt:

Bei regelmäßiger Wartung kann man eine durchschnittliche Lebensdauer von 15 - 20 Jahren veranschlagen; bei guter Pflege sind auch 25 Jahre und mehr drin. Bei Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren kann man sogar von einer praktisch unbegrenzten Lebensdauer ausgehen, solange keine Beschädigungen von außen eintreten. So ist eine Erdwärmepumpe eine wirkliche Investition in die Zukunft.

Wichtig für die Haltbarkeit ist eine regelmäßige Wartung der Anlage - also mindestens einmal im Jahr. Hier bietet sich der Abschluss eines Wartungsvertrags an, das heißt Du bezahlst eine Jahresgebühr, dafür erfolgt die Wartung regelmäßig. Die Pauschale kann zwar etwas höher ausfallen, dafür sind aber z. B. Ersatzteile und die Anfahrt inklusive. So sind die Kosten viel besser planbar als würdest Du jedes Mal individuell einen Handwerker beauftragen; außerdem läufst Du nicht Gefahr, die Kontrolle zu vergessen. Hinzu kommt, dass ein Wartungsvertrag bei manchen Herstellern Voraussetzung für bestimmte Garantieleistungen sein kann.

Checkliste für die Wartung: Überprüfung aller Einstellungen und Reinigung von schmutzanfälligen Bauteilen (z. B. Tauscherflächen) Kontrolle von Druck und Temperatur, mechanischen Bauteilen, Kreislauf und Kältemittel. Was genau hier zu erledigen ist, erfährst Du vom Hersteller Deiner Wärmepumpe, denn je nach Gerät können die notwendigen Wartungsmaßnahmen variieren.

Möchtest Du ganz sicher gehen, solltest Du die Wartung einem Techniker des Herstellers überlassen. Außerdem ist es sinnvoll, nicht nur die Wärmepumpe an sich, sondern das gesamte Heizsystem regelmäßig zu warten, also etwa Ausdehnungsgefäße, Filter und Pumpen. Der beste Zeitpunkt für die Wartung ist übrigens der Sommer, denn in dieser Zeit kann die Wärmepumpe problemlos für kurze Zeit ausgeschaltet werden.

Um Probleme zu vermeiden, musst Du außerdem auf die richtige Dimensionierung der Anlage achten: Größe und Wärmebedarf des Hauses müssen zusammenpassen, sonst können Mehrkosten für zusätzliches (beispielsweise elektrisches) Heizen entstehen. Die Sonden bzw. Kollektoren müssen zudem an die Bedürfnisse angepasst sein, denn wenn sie zu klein sind, könnten sie einfrieren oder auch undicht werden.

Lautstärke einer Sole-Wasser-Wärmepumpe

Ein immer wieder diskutiertes Thema ist die Lautstärke von Wärmepumpen im Betrieb. In der Hauptsache betrifft dies aber Luft-Wärmepumpen, die Luft ansaugen müssen, um ihr die Wärmeenergie zu entziehen. Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen hingegen geben im Normalfall keine störenden Geräusche von sich - sofern sie intakt und fachgerecht installiert sind. Und selbst mit modernen Luft-Wärmepumpen ist es heute nicht mehr schwierig, die gesetzlichen Grenzwerte zur Lärmemmission einzuhalten: Ihre Lautstärke liegt meist zwischen 45 und 50 Dezibel, was in der Praxis kein Problem darstellt.

Einen Faktor musst du jedoch beachten: Insbesondere im Ausland (etwa in Österreich), aber auch in Ferien- und Erholungsgebieten in Deutschland, können die Auflagen zum Lärmschutz sehr viel härter sein. Hier können spezielle Lärmschutz-Maßnahmen notwendig werden.

Sole-Wasser-Wärmepumpe im Altbau nutzen

Bild: Sole-Wasser-Wärmepumpe Altbau
Eine Erdwärmepumpe kann sich auch im Altbau lohnen | © lecreusois / pixabay CC0

Im Neubau ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe also eine sehr umweltfreundliche, langlebige Möglichkeit, das Haus zu beheizen - und dank großzügiger Förderung nicht einmal übermäßig teuer in der Anschaffung. Aber wie ist die Lage im Altbau? Lohnt es sich, ein bestehendes Gebäude mit einer Erdwärmepumpe nachzurüsten?

Wie so häufig ist die Antwort auf diese Frage: Es kommt darauf an. Generell ist die Nachrüstung von Wärmepumpen im Altbau möglich, sie ist allerdings an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft - und somit an teils nicht unerhebliche Kosten. Für alle Wärmepumpen gilt: Wirklich effizient arbeiten sie nur in Häusern mit einem geringen Wärmebedarf.

Damit dies auf einen Altbau zutrifft, sind oftmals massive Sanierungsmaßnahmen (professionelle Wärmedämmung, Türen und Fenster etc.) notwendig. Außerdem benötigen konventionelle Heizkörper häufig höhere Vorlauftemperaturen, als eine Wärmepumpe effizient liefern kann. Hier kann dann zusätzlich die Umrüstung auf Flächenheizkörper oder direkt eine Wand-, Decken-, oder Fußbodenheizung notwendig werden. Im Detail kann ein Energieberater klären, ob die alten Heizkörper ausreichend sind.

Speziell bei Erdwärmepumpen kommt ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor hinzu: Die nötigen Erdarbeiten. Diese sind bei Nachrüstungen generell aufwendiger und deutlich teurer als im Neubau, außerdem können speziell Bohrungen gerade in beengten Gebieten mit einem großen Aufwand verbunden sein. Alternativ kannst Du Erdwärmekollektoren oder -körbe einsetzen, allerdings sind auch diese nicht unproblematisch, da sie einen höheren Platzbedarf haben und weniger effizient arbeiten als Sonden.

Aber natürlich hat die Nachrüstung einer Sole-Wasser-Wärmepumpe auch Vorteile: Im Vergleich zu einer konventionellen Heizung ist sie viel umweltfreundlicher und die Betriebskosten sind geringer. Außerdem fällt die Überprüfung durch den Schornsteinfeger weg, was die Kosten weiter senkt. Und schließlich steht im Haus mehr Platz zur Verfügung, wenn die alten Heizkörper durch ein Flächenheizsystem ersetzt werden.

Solltest Du eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kaufen?

Grundsätzlich lässt sich diese Frage mit einem “Ja” beantworten - wenn die Bedingungen stimmen. Generell kann man mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe eine Vielzahl von unterschiedlichen Gebäuden beheizen. Sie eignet sich prinzipiell sowohl für neue wie bestehende Ein- als auch Mehrfamilienhäuser - und, bei entsprechender Dimensionierung, sogar für industrielle Zwecke.

Das mit der Erdwärmepumpe zu beheizende Haus muss allerdings, wie bei allen Wärmepumpen, einen niedrigen Wärmebedarf haben, da sie sonst nicht effizient arbeiten kann. Außerdem ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nicht an jedem Standort einsetzbar: Während Bodenkollektoren viel Platz auf dem Grundstück brauchen, sind für die Sondenbohrung Genehmigungen notwendig; außerdem ist sie in Wasserschutzgebieten grundsätzlich nicht gestattet. Zu diesen allgemeinen Faktoren können im Einzelfall noch kommunale Auflagen hinzukommen.

Ein weiterer Faktor sind die Kosten. Während diese im Neubau dank der weniger aufwendigen und somit günstigeren Erdarbeiten vergleichbar sind mit denen anderer Heizungen, ist die Nachrüstung einer Erdwärmepumpe deutlich teurer. Sollte der Einsatz einer Sole-Wasser-Wärmepumpe an baulichen Vorgaben scheitern, kannst Du darüber nachdenken, auf einen anderen Pumpentyp auszuweichen.

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe kann eine effiziente Alternative sein, wenn die Beschaffenheit des Untergrunds nicht für die Gewinnung von Geothermie geeignet ist. Suchst Du eine unkomplizierte und in der Anschaffung daher günstigere Lösung, kannst Du auch auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ausweichen. Diese ist zwar etwas teurer im Betrieb, lässt sich aber praktisch überall installieren. Möchtest Du ein Passivhaus beheizen, ist zudem die Luft-Luft-Wärmepumpe eine geeignete Alternative.

Mögliche Erweiterungen

Bild: Erdwärmepumpe Erweiterungen Photovoltaik Solarthermie wasserführender Kaminofen
Eine nützliche Ergänzung für die Erdwärmepumpe: Solarenergie | © Antranias / pixabay CC0

Mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe lässt sich ein Haus ohne weitere Wärmequellen beheizen. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht sinnvoll erweitern und unterstützen könnte!

Es gibt einige gute Ergänzungsmöglichkeiten, die Du im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts einsetzen kannst, wie beispielsweise eine Photovoltaikanlage (ggf. mit Stromspeicher), Solarthermie oder einen wasserführenden Kamin.

Sehr sinnvoll ist es, eine Wärmepumpe durch eine Photovoltaikanlage zu ergänzen; hier ist auch die Kombination mit einem Stromspeicher möglich. Normalerweise werden Photovoltaianlagen auf dem Dach montiert; bei Neubauten kann man sie auch direkt in dieses integrieren. Der aus der Sonnenenergie gewonnene Gleichstrom steht dann sofort zur Verfügung (jedenfalls sobald er durch einen Wechselrichter gelaufen ist). So lässt sich zum Beispiel sehr gut der Strombedarf einer Wärmepumpe decken. Das senkt nicht nur die laufenden Kosten - die Erdwärmepumpe wird in Kombination mit Solarstrom zu einer wirklich “grünen” Heizung.

Natürlich scheint die Sonne nicht unbedingt immer dann, wenn man gerade viel Strom benötigt, und auf der anderen Seite wird manchmal mehr Strom produziert, als notwendig wäre. Um dies auszugleichen, kann ergänzend ein Stromspeicher eingebaut werden. Der von diesem gespeicherte überschüssige Strom kann dann später flexibel genutzt werden. Leider sind Stromspeicher momentan noch recht teuer; aber ab dem Jahr 2020 etwa dürften die Preise so weit gesunken sein, dass eine Anschaffung rentabel wird.

Außerdem kannst Du die Sonnenenergie nutzen, indem Du eine Solarthermieanlage einsetzt. Auch diese kann auf dem oder ins Dach montiert installiert oder an der Fassade angebracht werden. Solarthermieanlagen verwendet man, um Wasser zu erwärmen. Dies kann dann entweder als Brauchwasser, zum Beispiel zum Duschen, oder zusätzlich zur Unterstützung der Heizung verwendet werden. Eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung kann kleiner dimensioniert sein als eine, die der Heizungsunterstützung dient.

Außerdem bietet sich die Kombination einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einem wasserführenden Kaminofen an. Dieser besitzt Wassertaschen, die im Betrieb erhitzt werden und das heiße Wasser direkt in den Heizkreislauf einspeisen können - eine effektive Unterstützung für die Wärmepumpe.

Theoretisch lassen sich all diese Ergänzungsmöglichkeiten nachrüsten. Du kannst sie also auch im Altbau einsetzen. Idealerweise erarbeitest Du aber schon beim Hausbau ein ganzheitliches Konzept. Auf diese Weise können alle relevanten Faktoren optimal berücksichtigt werden, wie etwa: Welche Größe und Leistungsstärke müssen die Anlage bzw. die einzelnen Komponenten haben? Zu welchen Zeiten besteht der höchste Strombedarf? Welche Ausrichtung der Sonnenkollektoren ist die sinnvollste? Solche Fragen lassen sich im Vorfeld viel einfacher berücksichtigen als bei einer späteren Umrüstung.