Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
OK

Neue Wärmepumpe gesucht?

kostenlose Angebote | regionale Betriebe | 100% unverbindlich

Inhaltsverzeichnis

Fakten zur Wärmepumpe

Die Technologie, die hinter der Wärmepumpe steht, ist eigentlich schon recht alt. Bereits in den Anfängen des 19. Jahrhunderts forschten die ersten Wissenschaftler an sogenannten Kompressionskältemaschinen. Zunächst lag das Interesse bei der Erfindung des Kühlschranks und weniger bei einer alternativen Heizmethode.

Während der Kühlschrank, wie wir ihn heute kennen, kurze Zeit später markttauglich war, fand die Technologie zur Wärmegewinnung zunächst wenig Interesse. Zu günstig und allseits verfügbar waren Brennstoffe wie Kohle sowie später Erdöl. Erst durch die Versorgungsengpässe des ersten Weltkriegs und die Kostenexplosionen durch die Weltwirtschaftskrise wurde gezielt an der Markttauglichkeit effizienter Wärmepumpen geforscht.

Wirklich Fuß fasste die Technologie aber erst nach dem zweiten Weltkrieg. Im Verlauf der darauffolgenden Jahrzehnte entwickelte sich die Wärmepumpe zu der Heizung, die wir heute kennen. Mit inzwischen sehr effizienter Technik stellen die Wärmepumpen günstige und umweltschonende Heizenergie zur Verfügung. Durch staatliche Förderung sowie sinkende Herstellungspreise werden die Wärmepumpen immer präsenter auf dem Heizungsmarkt.

Grundsätzliches Funktionsprinzip

Die Schlüsselkomponente, die eine Wärmepumpe so effizient macht, ist die Tatsache, dass sie den Großteil ihrer Heizenergie aus der Umgebung bezieht. Dies funktioniert mit Hilfe eines Wärmetauschers. Wenn auch die zugrunde liegende Physik etwas komplizierter ist, so bedeutet dies grundlegend, dass Wärme zwischen zwei voneinander unabhängigen Kreisläufen ausgetauscht wird.

Das heißt, dass beide unterschiedliche Temperaturen haben und der eine Kreislauf erwärmt wird, während der andere im gleichen Maße abgekühlt wird. Durch je nach Art der Wärmepumpe unterschiedliche Kompressionsvorgänge wird die so gewonnene Wärme auf ein höheres Temperaturniveau angehoben, dadurch nutzbar gemacht und in ein Heizungssystem eingespeist.

Arten und Einsatzbereiche

Bild: Wärmepumpe Arten Einsatzbereiche
Wärmepumpe im großen Stil: Geothermie-Kraftwerk in Island | © WikiImages / pixabay CC0

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten von Wärmepumpen. Dabei werden die verschiedenen Gruppen anhand ihrer primären Energiequelle und des Heizmediums unterschieden. Bei der Benennung wird dabei im Normalfall zuerst die Quelle und dann das genutzte Trägermedium genannt.

Die wohl häufigst genutzte Wärmepumpe in Deutschland ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese nutzt die Energie der Umgebungsluft, um Wasser zu erwärmen. Dieses wird dann wiederum in das Wärmeverteilsystem (Heizkörper, Fußbodenheizung, Wandheizung) geleitet. Obwohl die Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht die effizienteste der Wärmepumpen ist, ist ihr großer Vorteil, dass sie überall nutzbar und dadurch immer eine sinnvolle Option ist.

Etwas direkter funktioniert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bei dieser Art wird Grundwasser aus dem Boden gepumpt und die Energie über einen Wärmetauscher auf das Heizungswasser übertragen. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe entzieht die Energie direkt aus dem Erdreich. Dieses Prinzip wird auch als Geothermie bezeichnet. Eine Sole-Kühlflüssigkeit wird durch ein Rohrsystem geleitet und überträgt die Wärme aus dem Boden auf das Heizsystem.

Sowohl die Wasser-Wasser- als auch die Sole-Wasser-Wärmepumpe erfordern komplexe Bohrungs- und Erdarbeiten. Zudem stellen sie einen Eingriff in öffentliches Gut dar und erfordern entsprechende Genehmigungen. Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist die einzige ihrer Art, die auf Wasser als Wärmeträgermedium verzichtet. Stattdessen funktioniert sie in Kombination mit einem Lüftungssystem und entzieht die benötigte Wärme der warmen Abluft des Hauses. Auf diese Art recycelt sie andernfalls verschwendete Wärmeenergie. Durch ihre Funktionsweise ist die Luft-Luft-Wärmepumpe aber auf das Vorhandensein eines solchen Lüftungssystems angewiesen und funktioniert nur bis zu einer begrenzten Heizleistung.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe kommt daher vor allem in Passivhäusern zum Einsatz. Alle anderen Arten von Wärmepumpen eignen sich potenziell für eine Vielzahl von Einsatzbereichen. Die einzige Grundbedingung ist, dass das zu beheizende Gebäude einen niedrigen Wärmebedarf hat, also gut gedämmt ist. Je nach Bauart bzw. Energiequelle können außerdem spezielle Anforderungen an das Gebäude hinzukommen. Generell können Wärmepumpen sowohl in Einfamilienhäusern als auch in Mehrfamilienhäusern effizient arbeiten. Bei einer ausreichenden Leistungsfähigkeit der Anlage ist auch der Einsatz in öffentlichen Gebäuden, Industrie und Gewerbe möglich.

Wärmepumpe Wärmequelle Erläuterung
Sole-Wasser Erdwärme / Geothermie Sonden oder Kollektoren nehmen die Erdwärme mittels eines Kältemittels auf
Wasser-Wasser Grundwasser / Standgewässer Offenes System, das Grundwasser fördert, ihm seine Wärme entzieht und es wieder in den Boden pumpt
Luft-Wasser Umgebungsluft Kältemittel nimmt Wärme aus der Umgebungsluft auf
Luft-Luft Abluft In der Lüftungsanlage eingebaut, entzieht sie der Abluft ihre Restwärme 
Eisspeicher Solarenergie Unterirdische Wasserspeicher werden mittels Solarthermie erwärmt
Abwasser Abwasser Abwasserkanälen wird über ein Kältemittel Abwärme entzogen
Grafik: Wärmepumpe Funktion
Unterschiedliche Wärmequellen für Wärmepumpen erklärt | © deine-heizung.de

Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe

Die Anschaffung einer Wärmepumpe ist eine lohnende Investition. Das liegt einerseits daran, dass Wärmepumpen mit sehr niedrigen Heiz- und somit Betriebskosten glänzen. Zum anderen stehen hohe staatliche Förderungen zur Verfügung. Sowohl in Neubauten als auch in Bestandsbauten wird die Anschaffung einer Wärmepumpe vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und im Rahmen von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

In Neubauten sind Wärmepumpen die wirtschaftlichste Variante einer Heizung, die es im Moment gibt. Das gilt vor allem auch im direkten Vergleich mit Öl- oder Gasheizungen, die früher erste Wahl waren und im Neubau nur noch zusammen mit einer Solarthermie-Anlage und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden dürfen. Öl-Brennwertheizungen werden seit der Umstellung der Förderung gar nicht mehr gefördert. Zudem ist ihr Einbau ab 2026 bis auf Ausnahmefälle auch verboten.

Heizung im Neubau 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpe 17.800 € 21.100 € 29.300 € 34.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 18.400 € 20.900 € 27.100 € 31.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 15.300 € 18.000 € 24.700 € 29.000 €
Öl-Brennwertheizung mit Tank + Solarthermie HU* + Lüftung mit WR** 28.900 € 32.000 € 39.600 € 44.400 €
Gas-Brennwertheizung mit Anschluss + Solarthermie HU* + Lüftung mit WR** 27.200 € 30.000 € 37.100 € 41.600 €

*Heizungunterstützung **Wärmerückgewinnung

Anschaffung

Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe liegen gewöhnlich zwischen 15.000 und 25.000 Euro. In diesen Kosten eingeschlossen sind die nicht unerheblichen Kosten für etwaige Bohrungen und Sonden im Zuge der Anschaffung von Wasser-Wasser-Wärmepumpen sowie Sole-Wasser-Wärmepumpe. Von den Anschaffungskosten können Sie dank der vom Staat zur Verfügung gestellten Förderung aber einen Großteil abziehen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Installation von effizienten Wärmepumpenanlagen als Einzelmaßnahme sowohl im Gebäudebestand als auch im Neubau mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Im Altbau besteht zudem noch die Möglichkeit, von einer Austauschprämie für eine Ölheizung zu profitieren. Bei einem Umstieg auf eine Hybridheizung aus Erdgas und einer Wärmepumpe erhältst Du 40 Prozent, wenn Du komplett mit Erneuerbaren Energien heizt sogar 45 Prozent der Anschaffungskosten als Förderung.

Neben dem BAFA gibt es auch vonseiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Option, Deine Wärmepumpe im Neubau anteilig fördern zu lassen. Das ist sowohl über das Neubau-Programm KfW 153 als auch über die Sanierungsprogramme KfW 430 und KfW 151 im Rahmen der Effizienzhaus-Sanierung möglich. Die Programme beziehen sich jedoch auf die gesamten Kosten der Sanierung bzw. das Kreditvolumen und nicht nur auf Deine neue Wärmepumpe. Die KfW-Förderung lohnt sich allerdings eigentlich nur im Neubau, da hier das Programm 153 mit der Förderung des BAFA kombiniert und somit eine insgesamt höhere Förderung erzielt werden kann.

Wärmepumpe Anschaffungskosten BAFA-Förderung Anschaffungskosten abzüglich Förderung
Luft-Luft-Wärmepumpe 15.000 € - -
Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.000 € Mindestens 35 % der förderfähigen Kosten (Neubau) 9.750 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 20.000 € Mindestens 35 % der förderfähigen Kosten (Neubau) 13.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 25.000 € Mindestens 35 % der förderfähigen Kosten (Neubau) 16.250 €

Einbau

Die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe im Neubau unterscheiden sich nicht großartig von den Einbaukosten anderer Heizungen. Im Altbau können sich je nach Modell noch unterschiedliche Zusatzkosten durch Umbauten ergeben. Je nach Modell kann mit Einbaukosten von etwa 2.000 bis 4.000 Euro rechnen.

Wartung

Die Wartung einer Wärmepumpe ist deutlich günstiger als die Wartung einer herkömmlichen Verbrennungs-Heizung. Das ist vor allem dem Fakt geschuldet, dass eine Wärmepumpe keine Abgase erzeugt und entsprechend auch kein Schornstein notwendig ist, der teuer gereinigt werden muss. Darüber hinaus sind die Wärmepumpen selbst relativ wartungsarm. Trotzdem ist es empfehlenswert, die Wärmepumpe regelmäßig von einem Fachbetrieb warten zu lassen. Die Kosten für diese Wartung sind überschaubar und über die Lebensdauer der Wärmepumpe deutlich günstiger als ein einmaliger Totalausfall durch einen Defekt. Jährlich fallen hier Kosten von rund 100 Euro an.

Viele Betriebe bieten Wartungsverträge an, sodass man sich nach dem Abschluss um nichts mehr kümmern muss. Detaillierte Informationen zu Wartungsverträgen bekommst Du beim Hersteller Deiner Wärmepumpe. Meist sind Wartungsverträge etwas teurer als eine einzelne Wartung. Dafür sind hier aber auch viele Leistungen (Anfahrt, Ersatzteile etc.) inklusive. Außerdem machen manche Hersteller den Abschluss eines Wartungsvertrags zur Voraussetzung für bestimmte Garantieleistungen.

Heizkosten

Wie bei den meisten finanziellen Entscheidungen müssen sämtliche anfallenden Kosten einkalkuliert werden. Besonders wichtig ist dies im Bereich der Wärmepumpen. Die Anschaffungskosten dieser Heizungen sind zum Teil deutlich höher als beispielsweise die einer Gasheizung. Damit sich die Anschaffung einer Wärmepumpe nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell lohnt, müssen die Heizkosten ebenfalls bedacht werden.

Zwar wird jede Wärmepumpe mit Strom betrieben, der alles andere als günstig ist, die Funktionsweise der Wärmepumpe kann diesen Fakt aber negieren. Je nachdem, welche Arbeitszahl eine Wärmepumpe hat, kann sie eine bestimmte Menge Energie aus der Umgebung nutzbar machen. Eine Arbeitszahl von 4 bedeutet, dass die Wärmepumpe mit einer Kilowattstunde (kWh) elektrischer Energie 4 kWh thermischer Energie aus der Umgebung ziehen kann.

Damit sinken entsprechend die Heizkosten um den gleichen Faktor. In Kombination mit einem speziellen, günstigen Wärmepumpen-Stromtarif können so die effektiven Heizkosten auf unter 6 Cent gedrückt werden. Damit schlägt die Wärmepumpe die Heizkosten aller anderen Heizungen. Die folgende Tabelle zeigt die Stromkosten der verschiedenen Wärmepumpen-Bauarten in einem Neubau mit einem Wärmebedarf von 7.200 kWh.

Wärmepumpe Jährliche Stromkosten
Luft-Luft-Wärmepumpe 504 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 430 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 335 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 302 €

Kaufberatung: Lohnt sich das?

Bild: Wärmepumpe Kaufberatung lohnt sich
Mit einer Wärmepumpe besser eine Flächenheizung verwenden | © rkit / pixabay CC0

Ob sich die Anschaffung einer Wärmepumpe im Einzelfall lohnt, kann man natürlich nicht pauschal beantworten. Sicher ist, dass eine Wärmepumpe aus finanzieller wie ökologischer Sicht im Neubau die beste Wahl einer Heizung ist und sich finanziell rentiert (Ausnahme Luft-Luft-Wärmepumpe).

Ehe Du nun aber die erstbeste Wärmepumpe anschaffst, solltest Du Dir erst einen Überblick über die verschiedenen Optionen verschaffen, die Dir zur Verfügung stehen. Denn erstens benötigen Wärmepumpen, um effizient zu arbeiten, bestimmte Rahmenbedingungen. Zweitens ist nicht jede Bauart an jedem Ort gleichermaßen sinnvoll einzusetzen.

Rahmenbedingungen

Wenn man eine Heizung für den Neubau plant, dann sind gewisse Rahmenbedingungen zu erfüllen. Allen wasserbasierten Wärmepumpen ist gemein, dass sie ein Wärmeverteilsystem voraussetzen. Das bedeutet, dass es sich um eine Zentralheizung handelt, die das erwärmte Wasser durch ein Rohrsystem pumpt.

Da Wärmepumpen Niedertemperaturheizungen sind, funktionieren sie am besten mit großflächigen Wärmeverteilsystemen. Meistens werden sie deshalb entweder mit Fußbodenheizungen oder mit Wandheizungen kombiniert. „Normale“ wandbefestigte Heizkörper sind eher unüblich. Anders sieht es bei der Luft-Luft-Wärmepumpe aus, die, wie der Name vermuten lässt, den Heizwasserkreislauf nicht voraussetzt und stattdessen die Heizwärme direkt über das angeschlossene Lüftungssystem im Haus verteilt.

Welche Bauart sollte ich wählen?

Die verschiedenen Wärmepumpen haben ihre unterschiedlichen Vorteile und Nachteile. Während die Luft-Wasser-Wärmepumpe die Allzwecklösung ist, die überall eingebaut werden kann, ist sie im Normalfall weniger effizient als die Wasser-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe. Deshalb muss man beid er Luft-Wasser-Wärmepumpe auch genau gucken, ob sie im Neubau förderfähig ist.

In einem Haus mit Lüftungsanlage spricht wenig gegen den Einbau der speziellen Luft-Luft-Wärmepumpe. Sofern Du bereit bist, die höhere Investition zu tätigen und die Genehmigung erhältst, stehen Dir auch die Wasser-Wasser- sowie die Sole-Wasser-Wärmepumpe offen. Diese beiden Modelle sind die effizientesten ihrer Art und erfüllen gewöhnlich auch die Fördervoraussetzungen für Neubauten..

Beispiele für den Einsatz von Wärmepumpen

Bild: Neubausiedlung Sole-Wärmepumpe
Beheizt mit 55 kW Erdwärme | © BWP e.V.

Wohnen am Ballenlager in Greven

Die Neubausiedlung Ballenlager in Greven wird von einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Heizenergie versorgt. Die 2013 errichtete Wohnsiedlung mit insgesamt 58 Wohneinheiten ist nach dem Passivhaus-Standard errichtet und verfügt über 37 Erdsonden, die über 55 Kilowatt Wärmeleistung erzielen. Gleichzeitig können die Wohneinheiten im Sommer über die Wärmepumpe mit Kaltwasser versorgt und dadurch passiv gekühlt werden.

Bild: Einfamilienhaus Luft-Wärmepumpe
Early Adopter | © BWP e.V.

Einfamilienhaus Backnang

Das 1968 erbaute Gebäude war bereits bei der Erbauung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet. Damit nimmt das Einfamilienhaus eine Pionierstellung in Deutschland ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Wärmepumpe aber noch nicht dazu in der Lage, das Haus allein mit genügend Wärme zu versorgen, weswegen gleichzeitig eine Ölheizung installiert wurde.

Bei der Sanierung im Jahr 2006 wurde die alte Ölheizung entfernt und eine leistungsstärkere 15,9 Kilowatt-Wärmepumpe samt 500 Liter Pufferspeicher installiert.

Bild: Plus-Energie-Haus
Maximierte Effizienz | © BWP e.V.

Energieplus-Haus nach Prof. Dr. Fisch

Ein Musterbeispiel der Effizienz ist das 260 Quadratmeter große Energieplus-Haus, welches über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit gerade einmal 3,5 Kilowatt Spitzenleistung versorgt wird. Über eine smarte Steuerung wird jeder Raum des Hauses individuell versorgt.

Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Energieplus-Hauses versorgt dieses samt Wärmepumpe mit grünem Strom aus Eigenproduktion und macht es so besonders nachhaltig.

Erfahrungen mit Wärmepumpen

Wer im Internet nach Erfahrungsberichten über Wärmepumpen sucht, wird häufig eher negative Berichte finden. Dies hat einen einfachen Grund: Die meisten Menschen neigen dazu, häufiger von negativen Erfahrungen zu berichten als von positiven. Die vielen positiven Erfahrungen, die tagtäglich gemacht werden, bleiben also unerwähnt.

Außerdem muss man die Art der berichteten Probleme näher betrachten. Häufig wird von zu lauten Luft-Wärmepumpen berichtet. Dieses Problem tritt aber nur dann auf, wenn die Wärmepumpe falsch aufgestellt wurde. Weitere Kritikpunkte umfassen Schwierigkeiten mit Zulieferern oder auch zu teure Wartungsverträge. Viele negative Erfahrungsberichte über Wärmepumpen befassen sich also in Wirklichkeit mit Punkten, die gar nicht der Technik inhärent sind.

Vorurteile und Mythen

Es gibt einige Vorurteile gegenüber Wärmepumpen, die entweder komplett aus der Luft gegriffen sind oder zumindest heute nicht mehr zutreffen. Diesen Punkten möchten wir hier einmal näher auf den Grund gehen.

Gerade bei Luft-Wasser-Wärmepumpen existiert die Annahme, dass diese Geräte störende Schallemissionen erzeugen. Tatsächlich stimmt das aber nur zum Teil, bzw. nur bei unsachgemäßer Aufstellung. Außerdem müssen alle Hersteller die hohen Anforderungen der Baubestimmungen einhalten. Die Lautstärke moderner Wärmepumpen überschreitet daher die gesetzlich vorgegeben Grenzwerte in der Regel nicht. Beachte: In Ferien- bzw. Erholungsgebieten und insbesondere im Ausland (z. B. in Österreich) kann es sehr viel härtere Auflagen zum Lärmschutz geben.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man bei der Aufstellung einige Faktoren beachten: Eine Wärmepumpe sollte, sofern sie außerhalb eines Gebäudes aufgestellt wird, immer von der Wand wegzeigen. Auf diese Weise erzeugt sie deutlich weniger Lärm und ist nicht lauter als ein leises Gespräch. Im Innenbereich aufgestellt, sollte man darauf achten, dass kein schwingender Untergrund unter der Wärmepumpe liegt. So lässt sich die Schallübertragung über die Gebäudehülle vermeiden.

Weiterhin wird hin und wieder behauptet, dass die Nutzung von Erdwärme Erdrutsche oder Bodenabsenkungen auslösen kann. Während das zwar prinzipiell stimmt, liegt die Ursache aber nicht beim Gerät, sondern bei einer unsachgemäßen Durchführung der entsprechenden Bohrung. Entsprechend wichtig ist, dass eine Wärmepumpe von einem Fachbetrieb installiert wird, der genau weiß, worauf geachtet werden muss. Dass eine vom Fachmann eingebaute Wärmepumpe nach einigen Jahren Betriebsdauer verstärkt Erosion erzeugt, ist äußerst unwahrscheinlich.

Und auch die Annahme, Wärmepumpen ließen sich nur im Neubau, nicht aber bei Sanierungen einsetzen, entspricht nicht der Realität. Zwar ist wahr, dass der Wärmebedarf des Gebäudes einigermaßen gering sein muss, damit man eine Wärmepumpe wirtschaftlich betreiben kann. Das ist aber nicht nur im Neubau möglich, sondern auch bei gut gedämmten Altbauten. Entscheidend ist also nicht das Alter des Hauses, sondern die Qualität der Wärmedämmung.

Ist Heizen mit Strom umweltfreundlich?

Bild: Wärmepumpe Strom umweltfreundlich
Stromsparendes Heizen mit Wärmepumpe | © Pexels / pixabay CC0

Eine Wärmepumpe wird mit Strom betrieben. Elektrische Heizungen gelten als kostenintensiv und nicht besonders umweltfreundlich. Gilt das im Folgeschluss also auch für die Wärmepumpe? Nein, denn anders als herkömmliche Elektroheizungen heizt die Wärmepumpe nicht mit Strom, sondern nutzt ihn zum „Pumpen“.

Die eigentliche Heizenergie bezieht die Wärmepumpe aus ihrer Primär-Energiequelle, der Umgebung. Entsprechend benötigt sie nur einen Bruchteil der Elektrizität einer Elektroheizung.

Daher darf sie als umweltschonende Heizung betrachtet werden. Zudem ist es möglich, den Strombedarf einer Wärmepumpe über eine Photovoltaik-Anlage zu decken. Bei einer normalen Elektroheizung erweist sich dieses Unterfangen als schwierig. Der Grund dafür ist, dass die Wärmepumpe je nach Arbeitszahl nur etwa ein Viertel bis die Hälfte des Stroms benötigt, die eine Elektroheizung für eine identische Heizleistung bedarf.

Was bedacht werden muss, ist, dass eine Wärmepumpe - anders als Verbrennungsheizungen - bei extremen Minusgraden an ihre Grenzen stoßen kann. Bei etwa 20 Grad Celsius unter Null kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe keine Energie mehr aus der Umgebungsluft ziehen. In diesem Fall schaltet die Wärmepumpe auf elektrischen Betrieb um und heizt vollständig mit Strom.

Ökostrom beziehen

Die Ökostromtarife von kleinen und großen Anbietern erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Dabei besteht nach wie vor Unwissen über die Funktion eines Stromnetzes und die Arbeitsweise von Stromkonzernen. Wenn Du einen Ökostromtarif mit Strom aus 100 Prozent Windkraft buchst, dann bedeutet das nicht, dass der Strom aus einem Windrad direkt durch die Leitung in Dein Haus geführt wird. Mit der Wahl des Tarifs sorgst Du nur dafür, dass mehr Ökostrom in das Netz eingespeist wird.

Ob das in der Nähe stattfindet oder hunderte Kilometer entfernt, darauf hast Du keinen Einfluss. Wenn Du also neben einem großen Kohlekraftwerk lebst, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass der persönlich verbrauchte Strom aus diesem Kraftwerk stammt, egal wen Du für die Lieferung bezahlst. Bedeutet das, dass man nicht auf den Stromtarif achten sollte? Nein, natürlich nicht. Mit einem Ökostromtarif unterstützt man trotzdem nachhaltige Energiewirtschaft. Wenn aber tatsächlich grüner Strom verbraucht werden soll, dann führt kein Weg an einer Photovoltaik-Anlage vorbei. Gerade in Kombination mit einem Stromspeicher kannst Du so den Großteil des Stroms selbst produzieren und Dir sicher sein, dass er nachhaltig produziert ist.

Wärmepumpenstrom

Außerdem gibt es noch eine weitere kostengünstige Möglichkeit, an Strom zu kommen: Der Durchbruch der Wärmepumpen-Technologie hatte zur Folge, dass die Energieanbieter zeitweise gesetzlich dazu verpflichtet waren, besonders günstige Tarife für den Betrieb von Wärmepumpen anzubieten - den sogenannten Wärmepumpenstrom. Diese Pflicht besteht heute nicht mehr, viele der Tarife sind aber trotzdem geblieben - es lohnt sich also, hier die Preise zu vergleichen!

Wärmepumpen im Altbau

Bild: Wärmepumpe Altbau sinnvoll Bedingungen
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll? | © cocoparisienne / pixabay CC0

Grundsätzlich gilt, dass Wärmepumpen umso effizienter arbeiten, je besser das Haus gedämmt ist. Viele Altbauten erfüllen dieses Kriterium nicht. Sofern Du aber über einen gut gedämmten Altbau verfügst, kannst Du auch hier eine Wärmepumpe nutzen.

Meistens wird in diesem Fall zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe geraten, da diese die geringsten Umbauten erfordert und eigentlich überall genutzt werden kann. Falls das betreffende Gebäude nicht oder unzureichend gedämmt ist und die nachträgliche Dämmung nicht in Frage kommt, lohnt es sich eher, nach einer Alternative Ausschau zu halten; eventuell ist sogar eine Hochtemperatur-Wärmepumpe sinnvoll.

In den meisten Fällen kann eine alte Ölheizung relativ problemlos gegen eine Biomasseheizung ausgetauscht werden. Falls auch das nicht funktioniert, führt kaum noch ein Weg an einer konventionellen Heizung vorbei. Die Nutzung einer Brennwert-Gasheizung ist in diesem Fall die sinnvollste Option. In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage stellt sie zwar keine grüne, aber zumindest eine recht schonende Option dar.

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung einer Brauchwasser-Wärmepumpe. Wie der Name vermuten lässt, stellt diese keine Raumwärme, wohl aber Warmwasser zur Verfügung. Damit ist sie in Kombination mit einer Verbrennungsheizung eine lohnenswerte Alternative zur Solarthermie. Die Brauchwasser-Wärmepumpe nutzt dabei die Abwärme der Heizung und funktioniert dadurch als Recycler für anderweitig verschwendete Energie.

Kombinierbare Technologien

Da die Wärmepumpe mit Strom betrieben wird, liegt die Überlegung nahe, diesen Strom selbst zu produzieren. Zum einen wirst Du dadurch noch unabhängiger von schwankenden Marktpreisen, zum anderen kannst Du sicherstellen, dass der Strom, der genutzt wird, tatsächlich ökologisch produziert wurde.

Für den weitaus größten Teil der deutschen Bevölkerung bedeutet Strom selbst zu produzieren, die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage. Andere Möglichkeiten wie Wind- oder Wasserkraft sind zwar theoretisch möglich, aber nahezu nie umzusetzen. Weitere Kombinationsmöglichkeiten stellen Solarthermie sowie ein ergänzender Holzofen dar.

Beide können sowohl zur Warmwasserbereitstellung als auch zur Heizungsunterstützung dienen, falls einmal Temperaturen herrschen, welche die Wärmepumpe überfordern. Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist im Endeffekt eine kleine Wärmepumpe, die nur für die Bereitstellung von Warmwasser aufgestellt wird. Sie nutzt die Abwärme einer herkömmlichen oder alternativen Verbrennungsheizung (Gas, Öl, Biomasse) und kann so auch im Altbau für eine Verbesserung der Ökobilanz sorgen.

Viele Wärmepumpen können zudem auch zur Raumkühlung genutzt werden und sind so eine sehr umweltfreundliche Alternative zu Klimaanlagen. Diese Möglichkeit der Kühlung im Sommer durch die Heizung ist etwas, das nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Außerdem kann man eine Wärmepumpe gut in ein Smart-Home-System integrieren. Die Heizung kann dann automatisiert (mittels Sensoren) oder per Fernzugriff über App oder Computer gesteuert werden. Und auch als Endverbraucher kannst Du dank Smart Home meine Heizung bequem überwachen sowie Einstellungen optimieren.

Art der Wärmepumpe Kombinierbare Technologie Vorteile
Alle Wärmepumpen Photovoltaik Kaum / keine laufenden Kosten, Unabhängigkeit
Alle Wärmepumpen Solarthermie Senkung laufender Kosten
Alle Wärmepumpen Holzofen Unterstützung der Wärmepumpe bei extremen Minusgraden
Alle Wärmepumpen Smart Home Überwachung und Steuerung per Fernzugriff, einfache Optimierung der Heizungseinstellungen
Brauchwasser-Wärmepumpe Verbrennungsheizung (= Hybridheizung) Nutzung der Abwärme, Senkung der laufenden Kosten
Luft-Luft-Wärmepumpe Lüftungsanlage Nutzung der Abwärme, Wärmerückgewinnung

Die Zukunft der Wärmepumpe

Da in den letzten Jahren der Fokus in der Stromproduktion immer mehr auf erneuerbare Energien gelegt wird und auch der Wärmesektor langsam nachzieht, entwickelt sich die Wärmepumpe immer mehr vom Nischenprodukt zur Standardlösung. Mit der breiteren Nachfrage kann entsprechend die Produktion angepasst werden und die Geräte werden immer günstiger.

Damit werden sie auch finanziell lohnenswerter. Gerade die Kombination mit der wachsenden Menge privater Photovoltaik-Anlagen, die bessere Verfügbarkeit und Effizienz von Stromspeichern sowie die vereinfachte Steuerung dieser durch intelligente Stromnetze geben den Wärmepumpen einen weiteren kräftigen Schub.

Bereits heute ist die Wärmepumpe im Neubau eine Standardlösung - trotzdem wissen viele Menschen noch nicht, was eine Wärmepumpe leisten kann. Genügend Zeit vorausgesetzt, wird sich dies aber ändern und die Wärmepumpe wird im Sprachgebrauch synonym mit Heizung werden.

Das könnte Dich auch interessieren

Bild: Wärmepumpe Kosten Preis

Details zu allen Kosten rund um Wärmepumpen

Bild: Solaranlage Teaser

Heizung und Solarthermie kombinieren und sparen

Bild: Wärmepumpen staatliche Förderung

Wie viel Fördergeld gib es für Wärmepumpen?