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Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Funktionsweise der Pelletheizung

Die Pelletheizung ist eine Verbrennungsheizung und ähnelt daher im Aufbau Ölheizungen oder Gasheizungen. Das Kernstück der Pelletheizung bildet der Heizkessel mit Brennwerttechnik. In ihm werden die Pellets mithilfe eines Heizgebläses angefeuert und verbrannt. Die Befüllung des Kessels mit Pellets findet gewöhnlich vollautomatisch statt.

Damit dies möglich ist, braucht die Pelletheizung eine Förderschnecke oder einen sogenannten Maulwurf. Diese verbinden den Pelletkessel mit dem Pelletlager, das auch als Pelletsilo bezeichnet wird und fördern die Pellets vom Silo in den Heizkessel, wo sie verbrannt werden. Dabei befindet sich das Pelletsilo meistens in einem separaten Raum, den es häufig zur Gänze einnimmt. Der Raum muss ca. 3 m3 groß sein, um den kompletten Jahresbedarf für einen Neubau einzulagern.

Der Verbrennungsvorgang findet quasi rückstandsfrei statt. Die wenigen Rückstände werden in einem Aschebehälter gesammelt und ca. einmal monatlich entsorgt. Im Unterschied zur Ölheizung benötigt die Pelletheizung allerdings noch einen Pufferspeicher, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Denn eine Pelletheizung arbeitet unter Volllast am besten. Damit keine überschüssige Energie/Wärme verloren geht, wird das Heizwasser im Speicher zwischengelagert, bis es benötigt wird und seine Wärme über die Heizkörper an den Raum abgibt.

Bild: Aufbau einer Pelletheizung
Schematische Darstellung einer Pelletheizung | © deine-heizung.de

Vorteile, Nachteile und Einsatzbereiche

Bild: Pelletlieferung für eine Pelletheizung
Sie können Pellets in Tonnen kaufen | © EnergieAgentur.NRW / flickr.com CC BY

Die Pelletheizung bietet viele Vorteile. Dazu gehört, dass man mit ihr preiswert und umweltfreundlich heizen kann. Die Anschaffung der Heizung ist deshalb förderfähig.

So halten sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderprogramme bereit, die Dich bei der Anschaffung einer Pelletheizung finanziell unterstützen.

Außerdem kann man die Anschaffungskosten senken, indem man das Pelletsilo selbst einrichtet. Die Pelletheizung hat aber nicht nur Vorteile. In der Anschaffung ist sie wegen des aufwendigen Fördersystems und des großen Pelletlagers recht teuer. Außerdem muss man einen mindestens 3 m2 großen Raum als Pelletlager einrichten, was ohne Keller fast unmöglich ist. Und zuletzt muss man den Aschebehälter regelmäßig leeren.

Am besten geeignet ist die Pelletheizung für Gebäude mit hohem Wärmebedarf, denn unter Volllast arbeitet sie am effizientesten. Dazu gehören große Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie schlecht gedämmte Altbauten und gewerblich genutzte Gebäude wie z. B. Produktionshallen oder Bürogebäude. In der Tabelle unten findest Du noch einmal eine Übersicht über die Vorteile und Nachteile der Pelletheizung.

Vorteile einer Pelletheizung Nachteile einer Pelletheizung
Umweltfreundliche Art zu heizen Hohe Anschaffungskosten
Hohe staatliche Förderung
Pelletsilo kann in Eigenregie gebaut werden Hoher Platzbedarf für Pelletlagerung
Erfüllt die Vorgaben der EnEV dauerhaft

Sinnvoller Wärmebedarf für eine Pelletheizung

Um eine Pelletheizung wirtschaftlich betreiben zu können, braucht es den entsprechenden Wärmebedarf. Denn wie bereits erwähnt, arbeitet die Pelletheizung unter Volllast am effizientesten. Sicherlich ist die Auslastung auch eine Frage der Dimensionierung der Heizung. Aber grundsätzlich sind Pelletheizungen eher für einen hohen Wärmebedarf ausgelegt.

Dieser sollte mindestens bei ca. 24.000 Kilowattstunden pro Jahr für ein 140 Quadratmeter großes Haus liegen. Richtig rentabel wird sie aber eigentlich erst bei einer Bedarfslage von 30.000 Kilowattstunden pro Jahr und mehr. Unter solchen Rahmenbedingungen arbeitet die Pelletheizung besonders effizient. Meist findet man solche Bedingungen eher in Altbauten als in Neubauten.

Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit

Die Kosten für die Anschaffung einer Pelletheizung können mit ca. 20.000 Euro veranschlagt werden. Es gibt zwar auch preiswertere Modelle auf dem Markt, aber hier sollte man auf ein Produkt eines Markenherstellers zurückgreifen, um unliebsamen Überraschungen aus dem Weg zu gehen.

Kosten mit Anschaffung und Einbau

Die Kosten für die Montage (4.000 Euro) sind in den Anschaffungskosten von 20.000 Euro bereits mit enthalten. Außerdem sind die Kosten für den Kombispeicher (2.000 Euro), das Pelletsilo samt Fördersystem (3.500 Euro) sowie die Brennwerttechnik (1.500 Euro) enthalten. Das Herzstück der Kessel schlägt inklusive Installationsmaterial mit 9.000 Euro zu Buche. Bitte beachte: Alle genannten Kosten sind Näherungswerte, von denen Deine tatsächlichen Ausgaben im Detail abweichen können.

Bauteil Kosten
Kombispeicher 2.000 €
Brennwerttechnik / Schornstein 1.500 €
Silo + Förderschnecke 3.500 €
Montage 4.000 €

Förderung und die richtige Beantragung

Bild: Eine Mann steht neben einem Pellet-Brenner
Profitieren Sie von staatlicher Förderung | © EnergieAgentur.NRW / flickr.com CC BY

Die Pelletheizung ist eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien und wird mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz quasi klimaneutral betrieben. Deshalb gewährt der Staat Käufern einer solchen Heizung eine Förderung.

Für die Förderung von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig. Die Mindestförderung für Neubauten liegt seit Januar 2020 bei 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Dafür muss Deine Pelletheizung mit mindestens 5 Kilowatt (kW) Nennwärmeleistung zur thermischen Nutzung beitragen. Außerdem ist ein hydraulischer Abgleich durchzuführen und es muss sich um eine Brennwertheizung handeln.

Eine weitere Möglichkeit, um die hohen Anschaffungskosten zu bewältigen, ist die Inanspruchnahme eines Kredits der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hier bietet sich vor allem das Neubauprogramm KfW 153 „Energieeffizient Bauen” an. Dafür muss das Gebäude mindestens den Effizienzhaus-Standard 55 erreichen. Das Programm umfasst einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 120.000 Euro inklusive eines Tilgungszuschusses von höchstens 25 Prozent der Kreditsumme, also maximal 30.000 Euro. Es lässt sich darüber hinaus mit der Förderung des BAFA kombinieren. Das ist auch zu empfehlen, da Du so die maximale Förderung für Deinen Neubau erhältst.

Im Gebäudebestand erhältst Du ebenfalls 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Auch hier muss die Anlage eine Nennleistung von 5 Kilowatt haben und es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Wenn Du Deine alte Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt, kannst Du von der sogenannten Austauschprämie profitieren. Dann erhöht sich der Fördersatz noch einmal um bis zu 15 Prozentpunkte. 40 Prozent der förderfähigen Kosten erhältst Du, wenn du Dir einen Hybrid aus Pelletheizung und Gas-Brennwertheizung anschaffst und 45 Prozent, wenn Du ausschließlich eine Pelletheizung nutzt.

Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Pelletheizung im Rahmen einer Effizienzhaus-Sanierung von der KfW fördern zu lassen. Hier kannst Du entweder den Zuschuss KfW 430 oder den Kredit KfW 151 nutzen. Hier erhältst Du einen Zuschuss von 40 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. der Kreditsumme von 120.000 Euro - also maximal 48.000 Euro. Eine Kombination der Programme KfW 430 und KfW 151 untereinander oder mit der Förderung des BAFA ist nicht möglich. Solltest Du nicht genügend Kapital haben, um die Anschaffung einer Pelletheizung zu finanzieren, kannst Du auch den Kredit KfW 167 nutzen: Hier stehen 50.000 Euro zur Verfügung. Dieser Kredit ist auch mit der Förderung des BAFA kombinierbar.

Programm Förderart Förderhöhe Heizung
BAFA "Heizen mit erneuerbaren Energien" Zuschuss 35 % der förderfähigen Kosten
BAFA "Austauschprämie Ölheizung" Zuschuss 40 % der förderfähigen Kosten bei Umstellung auf Gas-Hybridheizung, 45 % bei Wärmepumpe, Biomasseheizung oder EE*-Hybridheizung
KfW 151 "Energieeffizient Sanieren" Kredit Bis zu 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, bis zu 40 Prozent der Kreditsumme, maximal 48.000 € Tilgungszuschuss
KfW 153 "Energieeffizient Bauen" Kredit Bis zu 120.000 € für Neubau Effizienzhaus, bis zu 25 Prozent der Kreditsumme, maximal 30.000 € Tilgungszuschuss
KfW 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" Kredit Bis zu 50.000 €
KfW 430 "Investitionszuschuss" Zuschuss Bis zu 40 % der förderfähigen Kosten von höchstens 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, maximal 48.000 €
KfW 431 "Zuschuss Baubegleitung" Zuschuss 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

*Erneuerbare Energien

Um eine Förderung des BAFA zu bekommen, musst Du die Beantragungsformalitäten korrekt durchführen. Wichtig ist vor allem, dass Du den Antrag stellst, bevor die Heizung eingebaut wird. Dabei gilt bereits die vertragliche Auftragsvergabe als Baubeginn. Nachträglich eingereichte Anträge werden nicht berücksichtigt. In so einem Fall ist der Förderanspruch unwiederbringlich erloschen, selbst dann, wenn die Anlage ansonsten alle Anforderungen erfüllt. Auch für die Förderung der KfW muss der Antrag vor Baubeginn gestellt werden. Vorher muss man einen Energieberater verpflichten, mit dem der Antrag dann online bei der KfW eingereicht wird. Im Falle eines Kredites musst Du diesen über ein Finanzinstitut Deiner Wahl beantragen. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Förderung ausgezahlt bzw. mit dem Kredit verrechnet werden.

Wirtschaftlichkeit einer Pelletheizung

Bevor man sich für seinen Neubau eine Heizung anschafft, die man dann 25 bis 30 Jahre betreibt, sollte man einmal ihre Wirtschaftlichkeit mit der anderer vergleichen. Für eine Pelletheizung bezahlt man in einem 140 Quadratmeter großen Einfamilienhaus-Neubau mit einem jährlichen Wärmebedarf von 7.200 KIlowattstunden pro Jahr ca. 400 Euro reine Heizkosten. Weitere 300 Euro kommen für die Wartung hinzu, sodass ca. 700 Euro Betriebskosten pro Jahr anfallen. Das heißt, dass man mit einer Wärmepumpe eindeutig besser bedient ist.

Aber auch im Vergleich mit der Hackschnitzelheizung schneidet die Pelletheizung etwas schlechter ab. Allerdings können hier geringfügige Veränderungen bei den Brennstoffpreisen schon dazu führen, dass sie doch wirtschaftlicher ist. Das liegt auch am sehr hohen Anschaffungspreis der Hackschnitzelheizung. Verglichen mit einem Scheitholzvergaser schneidet die Pelletheizung sogar deutlich schlechter ab. Der Scheitholzvergaser ist jedoch ein Nischenprodukt, das mit viel Aufwand betrieben werden muss. Außerdem benötigt man einen Zugang zu preiswertem Scheitholz.

Heizung Kosten gesamt (Anschaffung, Installation und Betrieb) Jahr 1 Jahr 5 Jahr 10 Jahr 15 Jahr 20 Jahr 25
Sole-Wasser-Wärmepumpe 13.400 € 15.300 € 18.000 € 21.100 € 24.700 € 28.900 €
Pelletheizung 13.700 € 16.600 € 20.900 € 25.700 € 31.400 € 38.000 €
Hackschnitzelheizung 16.800 € 19.000 € 22.200 € 26.000 € 30.300 € 35.300 €
Scheitholzvergaser 7.000 € 9.400 € 12.800 € 16.600 € 21.100 € 26.300 €

Über Pellets und den Pellet-Verbrauch

Bild: Traktor transportiert Holz
Pellets bestehen aus zerkleinertem Holz, z. B. aus der Forstwirtschaft | © Antranias / pixabay.com

Pellets werden aus Holzresten der Forstwirtschaft, des Gartenbaus und holzverarbeitender Betriebe gewonnen. Sie bestehen aus zerkleinertem Holz, das zu kleinen Kügelchen zusammengepresst wurde. In der Regel werden keine zusätzlichen Bindestoffe benötigt. Beim Heizen mit Holz spielt die Feuchtigkeit des Holzes eine wichtige Rolle, denn sie beeinflusst den Heizwert des Brennstoffes.

Je höher der Wassergehalt, desto niedriger der Heizwert und desto mehr Pellets werden gebraucht. Das bedeutet, dass der Betrieb unwirtschaftlicher wird. Zudem tun sich Holzheizungen generell mit feuchtem Holz schwer. Deshalb ist es wichtig, Pellets zu kaufen, deren Feuchtigkeitsgehalt kompatibel mit der Pelletheizung ist und einen wirtschaftlichen Betrieb zulässt. Zu empfehlen sind Pellets, die der österreichischen Norm ÖNORM M7135 entsprechen. In ihr sind Faktoren wie Wassergehalt, Transport und Qualität festgelegt.

So viele Tonnen Pellets benötigst Du pro Jahr

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viele Pellets man pro Jahr braucht und wie viel Platz diese einnehmen, wollen wir Dir einmal einen Überblick verschaffen. In einem gut gedämmten Neubau hat man mit 4 Personen einen Wärmebedarf von ca. 7.200 Kilowattstunden jährlich. Darin enthalten ist auch schon Warmwasser für Dusche, Bad und Zähneputzen etc.

Um diesen Wärmebedarf zu decken, benötigt man pro Jahr ungefähr 1,4 Tonnen Pellets. Das entspricht 2,8 Kubikmetern. Bei einem Wärmebedarf von 30.000 Kilowattstunden im Jahr braucht man ungefähr 5,9 Tonnen und ein Silo mit einer Größe von etwa 12 Kubikmetern, um diese trocken zu lagern.

Unsere Empfehlung zur Pelletheizung

Bild: Mann mit Bart
In puncto Umweltfreundlichkeit ist die Pelletheizung vorne mit dabei | © Scottslm / pixabay.com

Die Pelletheizung ist eine umweltfreundliche Art zu heizen. Von daher kann man nicht von einem Fehler sprechen, wenn man sich in seinem neuen Einfamilienhaus eine gut dimensionierte Heizung dieser Art installieren lässt.

Wirtschaftlich sinnvoll ist diese Entscheidung jedoch nicht wirklich, denn Neubauten sind sehr gut gedämmt. Darüber hinaus verfügen sie meist über eine Fußbodenheizung, sodass Wärmepumpen hier effizienter sind.

Somit ist die Pelletheizung in unserem Muster-Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden sowohl im Betrieb als auch in der Anschaffung teurer. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Pelletheizung nur zu empfehlen, wenn das Gebäude entsprechend groß ist und einen hohen Wärmebedarf hat, oder wenn man dauerhaft besonders günstig an Pellets kommt.

Quelle: © Studio 47 / youtube.com

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