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Inhaltsverzeichnis

So funktioniert ein Scheitholzvergaser

Der Scheitholzvergaser gehört zu den Holzheizungen, unterscheidet sich aber in Aufbau und Funktion deutlich von seinen „Verwandten”. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass er von Hand befüllt werden muss und nicht automatisch mit Brennstoff versorgt wird. Außerdem benötigt er viel mehr Platz zur Lagerung der Holzscheite.

Der Holzvergaser verbrennt ganze Scheite mit einer Länge von 0,3 bis 1,1 Metern. Im Gegensatz zum Kamin oder Kaminofen wird das Holz aber nicht direkt verbrannt, sondern in einer zweigeteilten Kammer zunächst stark erhitzt, bis es ausgast. Die Gase werden dann abgesaugt und in der zweiten Kammer bei hohen Temperaturen verbrannt, sodass der Großteil des Holzes rückstandsfrei verheizt wird.

Damit der Scheitholzvergaser wirtschaftlich betrieben werden kann, braucht er, wie alle Holzheizungen auch, einen Pufferspeicher, um überschüssige Energie / Wärme zu speichern und diese bei Bedarf abzugeben. Denn auch der Scheitholzvergaser arbeitet unter Volllast am effizientesten.

Vorteile, Nachteile und Einsatzbereiche

Bild: Brennende Gasflamme
Der Holzvergaser hat sowohl Vorteile als auch Nachteile | © Magnascan / pixabay.com

Der größte Vorteil des Scheitholzvergasers ist, dass er günstig in der Anschaffung und im Betrieb ist. Dabei sind die niedrigen Betriebskosten auf zwei andere Vorteile zurückzuführen:

Seine hohe Effizienz und die Tatsache, dass der Brennstoff günstig zu haben und bei entsprechenden Beziehungen sogar selbst herstellbar ist. Da er alle Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllt, ist der Scheitholzvergaser zudem förderfähig.

Der Holzvergaser hat aber auch zahlreiche Nachteile, die ihn zu einem Nischenprodukt machen. Der wohl größte Nachteil ist der hohe Aufwand, mit dem er betrieben werden muss. Während in den meisten Neubauten Zentralheizungen verbaut sind, die automatisch mit Brennstoff versorgt werden, muss der Holzvergaser von Hand befüllt werden, da er kein Fördersystem besitzt. Außerdem benötigt man sehr viel Platz, um Scheitholz zu lagern und zu trocknen. Ein weiterer Nachteil ist die regelmäßige Entsorgung der Asche.

Vorteile Nachteile
Günstig in der Anschaffung Befüllung von Hand
Hohe Effizienz Großer Aufwand beim Lagern und Trocknen von Brennholz
Niedrige Kosten für Brennstoff / den laufenden Betrieb
Brennstoff kann bei entsprechendem Zugang auch selbst hergestellt werden Entsorgung der Asche
Hohe Förderung möglich

Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit

Im Wesentlichen setzen sich die Kosten eines Scheitholzvergasers aus der Anschaffung, der Installation und dem Betrieb zusammen. Zudem nehmen mögliche Fördergelder Einfluss auf den finalen Anschaffungspreis. Um Dir einen Überblick über die Kosten zu verschaffen, haben wir in diesem Kapitel alle relevanten Fakten für Dich zusammengetragen.

Kosten mit Anschaffung und Einbau

Für einen Scheitholzvergaser muss man mit Anschaffungskosten in einer Gesamthöhe von ca. 10.000 Euro rechnen. Darin sind gewöhnlich die Montage (1.000 Euro), die Brennwerttechnik (ca. 1.500 Euro) und der Pufferspeicher (ca. 2.000 Euro) enthalten. Die restlichen Kosten entstehen durch den Kessel (ca. 5.500 Euro).

Weitere Kosten in Höhe von 500 bis 2.000 Euro können entstehen, wenn das Brennholz in Ermangelung an Alternativen in einem geschlossenen Raum gelagert wird und zur Vermeidung von Schimmel ein extra Belüftungssystem im Neubau installiert werden muss. In der Tabelle unten findest Du noch einmal eine Übersicht. Bitte beachte, dass es sich um durchschnittliche Preise handelt, die im Einzelfall deutlich abweichen können.

Bauteil Kosten
Heizkessel 5.500 €
Pufferspeicher 2.000 €
Brennwerttechnik 1.500 €
Montage 1.000 €
Gesamtkosten 10.000 €

Förderung und die richtige Beantragung

Da der Scheitholzvergaser zu den Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien zählt, ist er grundsätzlich förderfähig. Zuständig für die Förderung ist vor allem das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), aber auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind Fördermittel erhältlich.

Das BAFA stellt für einen Neubau einen Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten für die Installation eines Scheitholzvergasers als Förderung zur Verfügung. Um diese zu bekommen muss, die Heizung eine Nennleistung von 5 Kilowatt haben, über einen Pufferspeicher und Brennwerttechnik verfügen und es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Zusätzlich steht Dir im Neubau mit dem Kredit KfW 153 ein weiteres Förderprogramm zur Verfügung: Hier kannst Du neben einem Kredit über 120.000 Euro auch noch einen Tilgungszuschuss von bis zu 25 Prozent der Kreditsumme, also maximal 30.000 Euro erhalten. Um die Förderung zu bekommen, muss der Neubau mindestens Effizienzhaus-Standard 55 erreichen. Das Programm KfW 153 lässt sich mit der Förderung des BAFA kombinieren.

Im Altbau fördert das BAFA Holzvergaser ebenfalls mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Im Rahmen der sogenannten Austauschprämie für alte Ölheizungen kannst Du sogar 45 Prozent Förderung erhalten, wenn Du die alte Ölheizung gegen einen Scheitholzvergaser austauschst. Immerhin 40 Prozent der Investitionskosten erhältst Du, wenn Du eine Hybridheizung aus Holzvergaser und Gas-Brennwertheizung installierst. Auch hier sind Pufferspeicher, hydraulischer Abgleich und 5 Kilowatt Nennleistung obligatorisch.

Im Rahmen der Effizienzhaus-Sanierung fördert die KfW Deinen Scheitholzvergaser auch im Bestandsbau. Zur Auswahl stehen Kredit KfW 151 und Zuschuss KfW 430. Beide Programme bieten einen Zuschuss über maximal 48.000 Euro. Das Programm KfW 151 beinhaltet zudem noch einen Kredit über 120.000 Euro. Hierbei bezieht sich die Förderung aber nicht allein auf die Heizung, sondern auf die komplette Sanierung.

Die Programme KfW 430 und KfW 151 sind nicht untereinander oder mit der Förderung des BAFA kumulierbar. Solltest Du über den Zuschuss des BAFA hinaus Geld benötigen, um Dir einen Holzvergaser installieren zu lassen, besteht die Möglichkeit, auf den Ergänzungskredit KfW 167 zurückzugreifen, um die Finanzierung Deines Holzvergasers zu sichern. Dieser ist mit der BAFA-Förderung kombinierbar und beinhaltet maximal 50.000 Euro.

Programm Förderart Förderhöhe Heizung
BAFA "Heizen mit erneuerbaren Energien" Zuschuss 35 % der förderfähigen Kosten
BAFA "Austauschprämie Ölheizung" Zuschuss 40 % der förderfähigen Kosten bei Umstellung auf Gas-Hybridheizung, 45 % bei Wärmepumpe, Biomasseheizung oder EE*-Hybridheizung
KfW 151 "Energieeffizient Sanieren" Kredit Bis zu 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, bis zu 40 Prozent der Kreditsumme, maximal 48.000 € Tilgungszuschuss
KfW 153 "Energieeffizient Bauen" Kredit Bis zu 120.000 € für Neubau Effizienzhaus, bis zu 25 Prozent der Kreditsumme, maximal 30.000 € Tilgungszuschuss
KfW 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" Kredit Bis zu 50.000 €
KfW 430 "Investitionszuschuss" Zuschuss Bis zu 40 % der förderfähigen Kosten von höchstens 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, maximal 48.000 €
KfW 431 "Baubegleitung" Zuschuss 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

*Erneuerbare Energien

Wichtig: Bei der Beantragung muss darauf geachtet werden, dass der Antrag vor Baubeginn gestellt wird. Andernfalls erlischt der Anspruch auf Förderung. Das gilt selbst dann, wenn alle anderen Anforderungen korrekt erfüllt wurden. Dabei gilt beim BAFA bereits die vertragliche Auftragsvergabe als Baubeginn, bei der KfW erst der Start der Arbeiten vor Ort. Bei der KfW muss zudem zwingend ein Energieberater verpflichtet werden. Im Falle eines Kredites musst Du diesen nach der Bewilligung durch die KfW noch bei einem Kreditinstitut Deiner Wahl beantragen.

Wirtschaftlichkeit eines Scheitholzvergasers

Bild: Das Euro-Zeichen in Frankfurt
Der Scheitholzvergaser ist finanziell eine gute Option | © Mauro Sbicego / unsplash.com CC0

In unserem 140 Quadratmeter großen Muster-Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden entstehen rund 240 Euro reine Heizkosten. Weitere 300 Euro kommen für die Wartung hinzu, sodass die jährlichen Betriebskosten bei rund 540 Euro liegen.

Durch den günstigen Anschaffungspreis und die niedrigen Brennstoffkosten ist der Scheitholzvergaser trotzdem die wirtschaftlichste Heizung, die auf dem Markt angeboten wird.

Voraussetzung für die Anschaffung ist allerdings, dass Du bereit bist, in Deinem Neubau auf jeglichen Komfort der Heizungsanlage zu verzichten und viel Aufwand bei der Befüllung der Anlage und dem Lagern und Trocknen von Brennholz zu betreiben. Außerdem benötigt man dauerhaft eine günstige Quelle für Brennholz. Genauere Informationen zur Wirtschaftlichkeit eines Scheitholzvergasers im Vergleich mit anderen Heizungen kannst Du der Tabelle unten entnehmen.

Heizung Kosten gesamt (Anschaffung, Installation und Betrieb) Jahr 1 Jahr 5 Jahr 10 Jahr 15 Jahr 20 Jahr 25
Sole-Wasser-Wärmepumpe 13.400 € 15.300 € 18.000 € 21.100 € 24.700 € 28.900 €
Pelletheizung 13.700 € 16.600 € 20.900 € 25.700 € 31.400 € 37.900 €
Scheitholzvergaser 7.000 € 9.400 € 12.700 € 16.600 € 21.100 € 26.300 €
Öl-Brennwertheizung inklusive Solarthermie HU* + Lüftung mit WR** 26.700 € 28.800 € 32.000 € 35.500 € 39.600 € 44.400 €

*Heizungsunterstützung; **Wärmerückgewinnung

So viel Brennholz wird pro Jahr benötigt

Ein wichtiger Faktor beim wirtschaftlichen Betrieb eines Scheitholzvergasers ist die Lagerung von Brennholz, denn diese nimmt viel Platz und Zeit in Anspruch. Wer diesen Platz nicht hat, sollte sich genau überlegen, ob er sich wirklich einen Scheitholzvergaser anschafft. Denn der Preis für Brennholz ist saisonabhängig, sodass man einen kompletten Jahresvorrat auf einmal kaufen sollte, wenn er am billigsten ist.

Außerdem muss das Holz so gelagert werden, dass es trocknen kann. Das heißt, es muss vor Regen geschützt werden (z. B. durch eine Überdachung der Holzstapel) und außerdem ab und an umgestapelt werden. Der Scheitholzvergaser benötigt ca. 14 bis 16 Raummeter (Rm) Brennholz pro Jahr. Damit dieses verbrannt werden kann, darf der Wassergehalt nicht höher als 20 Prozent sein.

Da der Preis für getrocknetes Holz mit 20 Prozent Wassergehalt aber deutlich höher ist als für solches mit 40 Prozent, sollte man aus Kostengründen das Holz selbst trocknen, bis der Wassergehalt bei 20 Prozent liegt. Dieser Prozess dauert ca. 1 bis 2 Jahre, sodass man im Prinzip den Holzvorrat für 2 bis 3 Jahre lagern muss, um die Brennholzkosten niedrig zu halten. Im Klartext: Man benötigt eine wettergeschützte Lagerfläche für 30 bis 45 Kubikmeter Brennholz.

Unsere Empfehlung zum Holzvergaser

Bild: Motorsäge mit gefälltem Baum
Wer selbst fällen kann, spart bares Geld mit dem Scheitholzvergaser | © wafr / pixabay.com

Der Holzvergaser besticht durch seinen niedrigen Anschaffungspreis und seine ebenfalls niedrigen laufenden Kosten für Brennholz: Er ist im Vergleich die mit Abstand billigste Heizung in der Anschaffung und eine der günstigeren im Betrieb. Er ist jedoch keine Heizung für jedermann, denn man braucht viel Platz für die Brennholzlagerung und -trocknung.

Zudem muss man viel Aufwand betreiben, um ihn zu befüllen sowie das Brennholz umzuschichten und ggf. sogar selbst zu fällen, auf Länge zu sägen und zu spalten. Wenn Du bereit bist, in einem Neubau auf den üblichen Komfort von Zentralheizungen zu verzichten und viel Aufwand beim Heizen zu betreiben und zudem über den nötigen Platz zur Lagerung und Trocknung von Brennholz verfügst, dann bist Du mit einem Scheitholzvergaser bestens bedient. Bedenken solltest Du allerdings, dass eine Heizung eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren hat. Wenn Dir das zuviel Aufwand ist, solltest Du lieber eine andere Heizung kaufen.

Quelle: © Energieagentur NRW / youtube.com

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