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Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Auflagen für Heizungen

Bild: Schornsteinfeger auf dem Dach
Ein Schornsteinfeger muss die Heizung abnehmen | © Kakaket / pixabay.com CC0

Du planst, dir eine neue Heizung zuzulegen oder baust gerade ein Haus? Dann bist Du bei diesem Artikel genau richtig! Denn es gibt nicht wenige rechtliche Auflagen, die bei der Installation einer neuen Heizung zu beachten sind. Für alle Heizungstypen gibt es bundesweit klare Vorschriften. Diese sind unter anderem in der Energieeinsparverordnung 2014 / 2016 (EnEV 2014 / 2016) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgehalten. Ziel dieser gesetzlichen Vorgaben ist eine Verbesserung der energetischen Standards von Gebäuden zum Schutze des Klimas. Aber auch die Abnahme durch einen geprüften Schornsteinfeger ist aus Sicherheitsgründen bundesweit bei der Inbetriebnahme einer neuen Heizung Pflicht und wird regelmäßig von den zuständigen Ordnungsbehörden überprüft.

Daneben sind ggf. regionale Verordnungen zu beachten. In Baden-Württemberg etwa müsst ihr euch an das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) halten, welches besagt, dass der Anteil an Erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung mindestens 15 % des jährlichen Wärmebedarfs decken muss. In diesem Artikel beschäftigen wir uns aber mit den Vorschriften, die für ganz Deutschland (Stand Dezember 2019) gelten. Dabei gehen wir auf Neubauten, als auch auf Bestandsbauten ein und geben Euch einen Überblick darüber, welche Heizungen die gesetzlichen Auflagen erfüllen.

Die EnEV - was steht über Heizungen drin?

Zur Senkung des CO2 Ausstoßes in Deutschland ist 2002 die Energieeinsparverordnung in Kraft getreten. Sie gilt für alte und neue Häuser und gibt Werte zur Energieeffizienz von Gebäuden vor. Seitdem wurde sie in ihrer Fassung mehrmals geändert. In der aktuellen Version schreibt sie für alle Bauten, die vermietet oder verkauft werden sollen einen Energieausweis vor, in dem der energetische Zustand der Immobilie festgehalten ist.

Neubau: Hohe Anforderungen an die Dämmung

Für Neubauten gilt: Der Primärenergiebedarf muss gegenüber dem KfW-Effizienzhaus 100 um 25 % reduziert werden. Konkret bedeutet das, dass der Primärenergiebedarf in einem durchschnittlichen Neubau 51 kWh pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten darf. Außerdem muss er so gedämmt werden, dass ein U-Wert von 0,368 pro Quadratmeter Gebäudehülle und Kelvin Temperaturunterschied innen / außen nicht überschritten wird. Unter bestimmten Voraussetzungen, kann der Primärenergiebedarf eines Neubaus aber auch über 51 kWh liegen, etwa wenn das Gebäude sehr verwinkelt ist und eine große Außenoberfläche hat.

Altbau: Austauschpflicht für alte Kessel

Bild: Alte Heizung
Alte Heizung austauschen | © blackoutphotography / pixabay.com CC0

Für Altbauten ist eine Austauschpflicht für Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind , vorgeschrieben. Es gibt aber ein paar Ausnahmen: Hat die Heizanlage eine Nennleistung von unter 4 kW / über 400 kW oder einen Heizkessel, der ausschließlich zur Warmwasseraufbereitung dient, ist sie von der Austauschpflicht entbunden. Auch Gebäude, die bereits vor dem 01.02.2002 vom jetzigen Bewohner bewohnt oder erworben wurden, sind von der Regelung ausgenommen.

Wenn Ihr also später eingezogen seid, solltet Ihr prüfen, wie alt eure (Gas- oder Öl-) Heizung ist. Das Baujahr Eurer Heizung findet Ihr auf dem Typenschild, welches in der Regel direkt am Kessel angebracht ist. Solltet Ihr es nicht finden oder Ihr könnt es nicht mehr erkennen, findet Ihr das Baujahr im Schornsteinfegerprotokoll oder Euren Bauunterlagen. Sollte Eure Heizung also 1990 oder früher in Betrieb genommen worden sein, muss sie 2020 ausgetauscht werden. Daran solltet ihr Euch auch lieber halten, denn sonst drohen Strafen bis zu 50.000 € Bußgeld.

Bei Eigentümerwechsel hat der neue Hausbesitzer 2 Jahre Zeit den alten Kessel zu erneuern!

Wenn Ihr Eure alte Heizung ersetzt, solltet Ihr gleich auf Erneuerbare Energien setzen. Zwar können die Vorgaben der EnEV im Altbau auch durch eine Gas- oder Öl-Brennwertheizung erreicht werden, das würden wir Euch aber aufgrund der aktuellen klimapolitischen Situation nicht raten. Lieber solltet Ihr eine ökologische Heizung installieren lassen. Diese sind nicht nur besser fürs Klima, ihr macht Euch damit auch unabhängig von den fossilen Energien und seid nicht von der geplanten CO2 Steuer betroffen.

Bild: Infografik zu Heizungen im Altbau
Heizungen im Altbau Stand Dezember 2019 | © deine-heizung

Das EEWärmeG – Nutzungspflicht von Erneuerbaren Energien

Bild: Holzpellets
Heizen mit Holz - eine Möglichkeit die EnEV zu erfüllen | © moses / pixabay.com CC0

Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) bezieht sich ausschließlich auf Neubauten und schreibt eine Nutzungspflicht von Erneuerbaren Energien bei der Erzeugung von Wärme vor. Zu den Erneuerbaren Energien zählen im Sinne des Gesetzes neben Geothermie und Umweltwärme auch Biomasse und solare Strahlungsenergie. Wieviel Prozent des Wärmebedarfs durch solche Energien abgedeckt werden müssen, richtet sich nach dem jeweils verwendeten Energieträger.

Je nachdem, für welches Heizsystem ihr Euch entscheidet, müssen andere Werte eingehalten werden. So muss etwa bei der Verwendung von flüssiger oder fester Biomasse 50% des Wärmebedarfs durch diese erzeugt werden, bei Geothermie sind es ebenfalls 50%. Anstelle der Nutzung Erneuerbarer Energien kann die Nutzungspflicht alternativ auch durch sogenannte Ersatzmaßnahmen erfüllt werden. Darunter fallen beispielsweise eine zusätzliche Dämmung, die Nutzung von technischer Abwärme oder die Nutzung von Wärme, die mindestens zur Hälfte aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen stammt.

Wir raten Euch aber die Nutzungspflicht lieber durch eine Heizungsanlage, die Erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung nutzt, zu erfüllen. Die EnEV gibt mit ihrem U-Wert von 0,368 schon relativ strenge Werte für die Dämmung eines Neubaus vor. Die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes über zusätzliche Dämmmaßnahmen zu erreichen, macht daher wenig Sinn und ist vergleichsweise auch einfach zu teuer.

Zu den Heizungen, die die gesetzlichen Vorgaben für Neubauten erfüllen, zählen zum Beispiel Holzheizungen, Fernwärme oder Wärmepumpen. Aber auch Öl- und Gas-Brennwertheizungen können mit heizungsunterstützender Solarthermie und Wärmerückgewinnung die Auflagen erfüllen. Unsere persönliche Empfehlung ist der Einbau einer der verschiedenen Wärmepumpen, wenn das möglich ist. Für gewöhnlich bieten diese das beste Preis-Leistungsverhältnis und haben auch auf lange Sicht gesehen die niedrigsten Betriebskosten, sodass sie sich in jedem Fall amortisieren.

Bild: Infografik zu Heizungen im Neubau

Wird es in Zukunft strengere Vorschriften geben?

Im Zuge der Klimadebatte haben sich die Gesetze zur Verbesserung der energetischen Gebäudestandards in den letzten Jahren bereits etwas verschärft. Neu gebaute Behördengebäude mussten schon 2019 im Niedrigenergiestandard gebaut werden, dies gilt ab 2021 auch für neu gebaute Wohngebäude.

Die im Klimapaket vorgestellten Maßnahmen, wie etwa das geplante “Verbot“ von Ölheizungen oder die vorgesehene Pendlerpauschale werden in den nächsten Jahren weitere Vorschriften und einige Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Etwa sollen die Vorgaben aus der EnEV, dem EEWärmeG und dem EEG im neuen Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) vereinheitlicht und zusammengefasst werden. Klar ist auch schon jetzt, dass die vereinbarte CO2 Bepreisung dazu führt, dass das Heizen mit Gas oder Öl immer teurer wird. Sie soll erstmals 2021 erhoben und schrittweise erhöht werden.

Das sogenannte Verbot von Ölheizungen wird voraussichtlich 2026 in Kraft treten, kann aber aus unser Sicht nur bedingt als Verbot bezeichnet werden, da es eine ganze Liste mit Ausnahmen beinhaltet. In unserem nächsten Artikel gehen wir detaillierter auf dieses Thema ein, aktuell dürfen verbaute Ölheizungen weiterhin betrieben werden. Für Kessel, die älter als 30 Jahre sind, gilt nach wie vor die Austauschpflicht gemäß EnEV 2016.

Mit Erneuerbaren Energien Heizen

Bild: Sonnenkollektoren fange die Sonnennergie ein
Sonnenenergie nutzen | © andreasgücklhorn / unsplash.com

Bezogen auf die nächsten Jahre ist damit zu rechnen, dass die Auflagen für Heizungen mehr und mehr in Richtung Klimaschutz zunehmen werden. Zwar führen die im Klimapaket vorgestellten Maßnahmen unserer Meinung nach nicht weit genug, aber sie sind immerhin besser als nichts.

Die Zukunft der Heizungsbranche liegt in umweltfreundlichen und innovativen Heizsystemen. Ein großer Trend ist auch die Entwicklung hin zu einem Anstieg der Erneuerbaren Energien. Heizungen, die mit günstigem Ökostrom betrieben werden, wie etwa die Wärmepumpe, sind auf dem Vormarsch und gehören bereits jetzt zu den am häufigsten verbauten Heizsystemen im Neubau.

Frühzeitig und in Ruhe informieren!

Wenn Ihr plant ein Haus zu bauen oder zu kaufen, solltet Ihr Euch rechtzeitig Gedanken um die Heizung machen. Damit zusammen hängen Themen wie die Dämmung und Energieeffizienz eures Gebäudes. Diesbezüglich gibt es einige Vorschriften, die beachtet werden müssen.

Im Hinblick auf die aktuelle klimapolitische Entwicklung ist damit zu rechnen, dass in Zukunft einige Verordnungen angepasst werden. Daher raten wir dazu,Eeuch frühzeitig zu informieren. Am besten bei einem Fachbetrieb Eurer Wahl, damit ihr auf der sicheren Seite seid. Dieser kann Euch sagen, welche Heizungen in Eurem Fall die geltenden Vorgaben erfüllen und kann euch auch zu Förderung beraten. Es kann auch hilfreich sein, bereits im Vorfeld mit dem Schornsteinfeger zu sprechen. Insbesondere dann, wenn Du in einem Altbau wohnst und eine Heizungssanierung planst. Solltet Ihr einen Fachbetrieb in eurer Nähe suchen, benutzt doch einfach unser Anfrageformular und wir schicken Euch unverbindlich und kostenlos Vorschläge zu.

In jedem Fall wünsche wir Euch viel Erfolg bei der Planung Eurer neuen Heizung!